Im Kurhaus ging es um Aschenputtel und viele Möglichkeiten, einer Gitarre Töne zu entlocken . Foto: Dorothee Philipp

Es sind die dritten Badenweiler Musiktage unter der künstlerischen Leitung von Moritz Ernst. Diese haben erneut ein sehr hohes Nivau.

Das Programm gestaltete Detlev Heusinger, Musiker, Komponist und Dirigent, der 16 Jahre lang das SWR-Experimentalstudio geleitet hat, mit einem kleinen Team von Musikerinnen. Heusinger wird mit einigen Kompositionen bei den Konzerten für die „Großen“ zu hören sein. In der evangelischen Kirche wird zudem am Samstag das Oratorium „The Foundlinghouse“ aufgeführt, in dem Heusinger Händels Oratorium „The Triumph of Time and Truth“ mit eigener Musik verwebt.

 

Schüler machen mit

Für das Kinderprogramm hatte er die drei Märchen von Dornröschen, Aschenputtel und dem kleinen Däumling ausgesucht. Rund hundert Erst- und Zweitklässler waren angemeldet, so dass zwei Gruppen gebildet werden konnten. In der Konzertmuschel im Kurpark begann das Programm. Heusinger stimmte mit Gitarrenspiel und Gesang auf die Geschichte ein, in der Geduld, Hoffnung und die Macht der Liebe Oberhand behalten über den Fluch des hundertjährigen Schlafs, in den Dornröschen und ihr Hofstaat versinken müssen.

Kinder machen Windgeräusche

„Es war einmal…“, auch wenn einige der Kinder immer wieder herumrennen mussten, lauschten doch die meisten den magischen Worten, ließen sich zum Nachahmen der Windgeräusche animieren und staunten, welche Zaubertöne mit Flageoletts und Schlagzeugwirkung der Meister seiner Gitarre entlocken konnte.

Märchen als Thema

„Dornröschen war ein schönes Kind…“ mit Gesang zog das junge Publikum dann ins Kurhaus um, wo die Geschichte von Aschenputtel und seiner bösen Stiefmutter mit ihren bösen Töchtern wartete. Mit „Azzurro“ von Adriano Celentano leitete Heusinger dieses Kapitel ein, seinen Gesang durften die Kinder mit kleinen Rasseln begleiten. Die Geschichte, wie das arme Aschenputtel zunächst ausgetrixt wird, nahm die Kinder sichtlich mit. Man hatte für sie eine „Version light“ vorbereitet, in der die blutige Suche nach dem richtigen Fuß für den kleinen Schuh weggelassen wurde. „Es gibt bei uns Kinder, die das nicht ertragen könnten“, sagte eine Lehrerin unserer Zeitung. Auf die Frage Heusingers, wer denn ein Instrument spiele, meldeten sich erstaunlich viele: Glockenspiel, Keyboard und Klavier war zu hören, und ganz viele lernen Gitarre spielen. Alle sollten sich nun auf dem kurzen Weg zur Marienkapelle einen Ton überlegen, den sie dort dann anstimmen würden. In der Marienkapelle wartete die andere Kindergruppe, die das Programm in der umgekehrten Reihenfolge erlebte. Zum Schluss sang man noch gemeinsam „Frère Jacques“ sogar als zweistimmigen Kanon.

Weiteres Programm

Die Badenweiler Musiktage gehen mit Moritz Ernst am Freitag, 15. Mai, weiter mit dem Streichtrio Athena Ensemble das ein Programm zum 100. Geburtstag von György Kurtág vorbereitet hat. Am Samstag, 16. Mai, wird in der evangelischen Kirche das Oratorium „The Foundlinghouse“ von Detlev Heusinger aufgeführt unter Mitwirkung von Solisten und Chören am Freiburger Münster. Am Sonntag, 17. Mai, ist das Bläserensemble „In medias Brass“ aus Budapest in der römischen Badruine zu Gast. Auf dem Programm stehen Werke von Britten, Händel, Liszt, Telemann, Bartók, Scheidt und Heusinger. Alle Programme werden moderiert und erläutert. Alle Konzerte beginnen um 17.30 Uhr.