Beim Orgelkonzert mit Schauspiel für Kinder der Reihe „Klang & Raum“ verfolgten die Kleinen gespannt den Roman von Erich Kästner.
Der Kinderroman von Erich Kästner „Die Konferenz der Tiere“ ist nunmehr älter als 75 Jahre alt – und in der geopolitischen Lage aktueller denn je. Das Thema wurde nunmehr in der Konzertreihe „Klang & Raum“ im Schopfheimer Sommerfestival der Kirchenmusik aufgenommen und von Kirchenmusikdirektor Christoph Bogon und Pädagogin Monika Reichert tonmalerisch präsentiert. Bereits vor zwei Jahren hat das Duo in der Konzertreihe Dutzende Kinder mit der damaligen „Orgelmaus“ entzückt.
Nunmehr besuchten rund 40 Kinder mit ihren Angehörigen die neue Aufführung in der Stadtkirche. In der spannenden, kindgerechten Darstellung folgten die kleinen Gäste atemlos der packenden Geschichte, freuten sich über die Erfolge der Tiere und amüsierten sich über die Tapsigkeit von „General Zornmüller“. Die Tiere wurden anschaulich mit Handpuppen dargestellt. Der Vorschlag von „Marie“, künftig einen „Gitta-Platz“ in Schopfheim einzurichten, fand regen amüsierten Zuspruch. Bei „Gitta“ handelt es sich um die kluge Giraffe, die alle Probleme überblickt.
Nunmehr erzählte Monika Reichert alias „Marie“ als Dreikäsehoch ihrem „Onkel Erich“ alias Christoph Bogon vom Inhalt des Buches, das sie auf dem Dachboden gefunden hatte. Es handelt von Vertretern aller Tierarten der Erde, die aufgrund des politischen Scheiterns der Menschen eine internationale Konferenz einberufen, um das Wohl der Kinder und den Weltfrieden zu erreichen. Mit starkem schauspielerischen Talent von „Marie“ und tonmalerisch dramatischen Orgeleinwürfen von „Onkel Erich“ wird die Botschaft von Löwe Alois, von Elefant Oskar und von Giraffe Gitta erzählt.
Die Orgelregister piepsten für die Mäuse, röhrten für den Löwen und trompeteten für den Elefanten. Vor allem Christoph Bogon fühlte in seinem Orgelspiel die Geschichte intensiv nach. Demnach wurde die Konferenz der Menschen aufgelöst, ohne dass eine Lösung für die Probleme wie Kriege, Revolutionen, Hungersnöte oder Umweltzerstörung gefunden wurden. Die Tiere beschließen nun, die Geschicke der Welt selbst in die Hand zu nehmen und beschließen, in vier Wochen im „Hochhaus der Tiere“ eine Konferenz auszurichten. Delegierte aller Tiere reisen an, nur ein Wurm verpasst sein Ziel und landet versehentlich in Australien.
Zur Einigung zwingen
Die Tiere beschließen nun eine Strategie, um die Menschen zur Einigung zu zwingen: Mäuse dringen in das Konferenzgebäude ein. Alle Akten werden vernichtet, die als hinderlich für den Friedensschluss angesehen werden. Mottenschwärme fressen die Uniformen aller Teilnehmer auf, auch diejenige des schnarrenden „General Zornmüller“.
So stehen alle Teilnehmer nackt da. Nachdem die Menschen immer noch nicht willig zum Frieden sind, entführen die Tiere sämtliche Kinder, spielen mit ihnen und sind gemeinsam glücklich. Nun erkennen die Politiker die Notwendigkeit, eine bessere Welt zu schaffen, die Grenzen werden aufgehoben, das Militär abgeschafft, die Zukunft wird auf das Wohl der Kinder ausgerichtet.
Auch „Onkel Erich“ und „Marie“ zeigten sich im Musical entzückt über den guten Ausgang der Konferenz, und „auch die Erdachse verbog sich vor Freude“.
Fantasie erspüren
Gegenüber unserer Zeitung erklärte „Marie“ Monika Reichert, in ihrem Beruf als Grundschullehrerin in Schopfheim-Fahrnau Gelegenheit zu haben, den „Kindern auf den Mund zu schauen“.
So könne sie deren Fantasie erspüren und im Schauspiel darauf eingehen. Sie ist ebenfalls Leiterin des Kinder- und Jugendchores der evangelischen Kirchengemeinde Schopfheim und beeindruckte die Gäste mit ihrem schauspielerischen Talent. Sie sagte: „Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass wir in zwei Jahren unsere Musicalreihe fortführen.“