Vorlesen ist der erste Schritt zum Lesenlernen – davon sind die Vorlesepaten in Nagold überzeugt. Nun suchen sie noch weitere ehrenamtliche Unterstützer.
Ob auf Reisen mit dem kleinen Regenbogenfisch oder auf Abenteuer mit dem karierten Elefanten Elmar – Kinderbücher geben Kindern die Möglichkeit, in andere Welten abzutauchen. Und nicht nur das: Vorlesen ist der erste Schritt, um Kindern das Lesenlernen zu erleichtern.
„Etwa jedes vierte Kind kann am Ende der Grundschule nicht flüssig und sinnerfassend lesen“, betont Ilselore Wiedmann und verweist damit auf eine Mitteilung des bundesweiten Vorlesetags.
Wiedmann engagiert sich schon seit einiger Zeit im Stadtseniorenrat Nagold. Seit Juli dieses Jahres hat sie zudem die Organisation der Plattform Vorlesepaten übernommen – und diese suchen noch Unterstützung.
Den Wortschatz mit Kinderbüchern erweitern
Mit Blick auf den 22. bundesweiten Vorlesetag, der am Freitag, 21. November, stattfindet, möchte sie auf die Initiative der ehrenamtlichen Vorlesepaten aufmerksam machen. Und darüber hinaus, dass Vorlesen nicht nur am Vorlesetag eine Rolle spielen soll, sondern auch das restliche Jahr über. Das könne man zum Beispiel, indem man im Umkreis die Aktion unterstützt, so Wiedmann.
„Jedem dritten Kind wird nicht vorgelesen oder es heißt nur:‚Komm, mir leset gschwend‘ – doch damit verfehlt man das Ziel“, findet Ilselore Wiedmann. Durch das Vorlesen im Kindergarten bekommen Kinder dort die Möglichkeit, mit Geschichten in Kontakt zu kommen. Um so durch Bücher wie „Tim, der Mond und das Ungeheuer“ oder „Wo die wilden Kerle wohnen“ ihren Wortschatz mithilfe der Vorlesepaten auf spielerische Weise zu erweitern.
Aktuell gibt es nur wenige Vorlesepaten. In Absprache mit den Kindergärten werden sie alle vier bis fünf Wochen ortsnah eingesetzt, um dort Gruppen von etwa zehn Kindern vorzulesen. Das Schöne daran: Die Kinder können freiwillig teilnehmen und dürfen bei der Buchauswahl Wünsche äußern. Besonders beliebt seien Geschichten, in denen es etwas chaotischer zugehe: „Vermutlich, weil sie darin Dinge erleben können, die in deren Alltag nicht erlaubt sind“, sagt Wiedmann und schmunzelt.
Als Vorleseopa Kindern eine Freude machen
„Die Zahl der Lesepaten ist über die Jahre spürbar zurückgegangen“, sagt Roland Renz. Er selbst ist seit vielen Jahren ehrenamtlicher Vorlesepate.
„Vor mehr als 15 Jahren haben Gisela Haag und Paul Baitinger die Aktion ins Leben gerufen“, erinnert er sich. Bei der Aktion „Vorlesen im Kindergarten“ konnten Senioren als Vorleseopas und -omas den Kindern damals eine Freude machen. Doch eigentlich könne sich jeder engagieren: „Man muss eben gut vorlesen können“, erklärt Ilselore Wiedmann.
Jetzt fehlen nur noch die Vorlesepaten in den Kindergärten
Ein weiterer Vorteil der Aktion: Sie fördert den generationenübergreifenden Kontakt. „Es ist auch wirklich süß, manchmal laufe ich durch den Ort und höre ein Kind rufen: ‚Schau mal da ist doch der Vorleseopa‘“, erzählt Renz und lacht.
Und die Plattform scheint auch künftig erfolgversprechend zu sein – bereits fünf Kindergärten, darunter aus Emmingen und vom Lemberg, haben ihr Interesse bekundet. Die Nachfrage ist also da – jetzt fehlen nur noch ein paar weitere Vorlesepaten.
Jetzt Vorlesepate werden
Kontakt
Interessierte Vorlesepaten können sich beim Stadtseniorenrat unter 016099263790 oder info@senioren-nagold.de melden.