Blumenkränze für die Gäste aus Deutschland: Die Reisegruppe des Kinderhilfsprojekts Abra wurde auf den Philippinen herzlich und mit viel Freude begrüßt. Foto: privat

Das Rangendinger Kinderhilfsprojekt Abra leistet auf den Philippinen wertvolle Hilfe für behinderte Kinder und bedürftige Familien. Nun war wieder einmal eine Reisegruppe vor Ort.​

Die letzte Reise zum Rangendinger Kinderhilfsprojekt Abra auf den Philippinen liegt bereits zwei Jahre zurück und so machte sich eine kleine Reisegruppe (Frank Faiß, Lea Faiß, Timo Steinmetz, Isabell Wachendorfer, Manuel Weidler und Berthold Hirt) nun Ende März auf den weiten Weg nach Südostasien. Die Reise führte von Zürich über Shanghai und Manila nach Bangued in die Provinz Abra. Dort kam die Gruppe abends an und wurde in der Steyler Missionsstation von Pater Antonio Alagao herzlich begrüßt. Wie berichtet hat Pater Antonio Alagao die Betreuung der behinderten Kinder vor einigen Jahren von Bruder Valentin, welcher 2024 verstarb, übernommen. ​

 

Die Reisegruppe besuchte zusammen mit Pater Antonio mehrere Familien mit behinderten Kindern in San Antonio, die vom Kinderhilfsprojekt unterstützt werden. Am nächsten Tag ging es in das fernab gelegene Bergdorf Malibcong, das in den Cordillera im Westen der Provinz Abra liegt. Pater Oscar Alunday, der im August vergangenen Jahres einige Tage zu Besuch in Rangendingen war, ist in der dortigen Pfarrei seit einigen Jahren als Seelsorger tätig. Die Reisegruppe wurde in der Sta. Teresita High School vom Schulleiter und den Schülerinnen und Schülern bereits erwartet und herzlich empfangen. Mehrere Schülergruppen führten traditionelle Stammestänze der Tinguians auf; ein sehr eindrucksvolles Erlebnis für uns Gäste aus Deutschland.​

Das ganze Dorf versammelt

Dem Schulleiter wurde eine Spende des Kinderhilfsprojekts in Höhe von 800 Euro zur Beschaffung von dringend benötigtem Schulmaterial übergeben, für welche sich der Schulleiter herzlich bedankte. 550 Euro davon sammelten die Schülerinnen und Schüler des Rottenburger Berufskollegs, in welchem Berthold Hirt als Lehrer tätig ist, durch den Cateringerlös der Hechinger Übungsfirmenmesse. Außerdem erhielten die Schülerinnen und Schüler mitgebrachte T-Shirts, die von der Beruflichen Schule Rottenburg gespendet wurden.​

Am nächsten Tag war die Reisegruppe bereits wieder mehrere Stunden unterwegs in das Bergdorf Sabnangan, um die dortige Grundschule zu besuchen, die seit einigen Jahren ebenfalls durch das Kinderhilfsprojekt gefördert wird. Die Apostolatshelferin Lita Molin betreut dort im Auftrag des Kinderhilfsprojekts eine Gruppe von Grundschulkindern aus armen Familien sowie einige behinderte Kinder. „Bei unserer Ankunft war das gesamte Dorf auf dem überdachten Schulhof der Grundschule versammelt, um uns einen begeisterten Empfang zu bereiten“, schreibt Projektleiter Berthold Hirt.​

In ihrer Ansprache begrüßte die Schulleiterin Mrs. Garcia die Gäste als Teil der Dorfgemeinschaft und bedankte sich für die langjährige Unterstützung der Grundschule. Anschließend führte jede Grundschulklasse einen traditionellen Tanz auf und es wurden Lieder gesungen, in deren Inhalt es darum ging, sich bei allen Spendern aus Deutschland für die große Unterstützung zu bedanken.

Das Kinderhilfsprojekt Abra, das von Berthold Hirt (l.) geleitet wird, unterstützt bedürftige Familien wie die der kleinen Shaira (5 Jahre) Foto: privat

Auch die Schulleiterin und alle Lehrerinnen und Lehrer bedankten sich für die große Hilfe. Nach der Willkommensfeier führte Lita Molin die Gruppe durch das Bergdorf und es wurde bei mehreren Familien vorbeigeschaut, darunter auch Familie Balbin mit ihrem Kind Kena, das an Lähmungen der Beine leidet. Am Gründonnerstag besuchte die Reisegruppe den Gottesdienst in der Kathedrale in Bangued, der vom Bischof Leopoldo Jaucian gehalten wurde. Anschließend waren die Besucher beim Bischof zum Frühstück eingeladen.​

Das nächste Reiseziel führte zu Pfarrer Eugen Reinhardt in die Nachbarprovinz Ilocos Sur. Pfarrer Eugen kommt aus Stuttgart-Fellbach und lebt seit vielen Jahren auf den Philippinen. Das von ihm betreute Exerzitienzentrum „Raphaelum“ in Manzante liegt direkt am Meer und dort wurde gemeinsam mit Pfarrer Eugen und Pater Emilio Pati die Osternacht gefeiert.

Jeder Euro hilft

Nach den Osterfeiertagen ging die Reise weiter zu den berühmten Reisterrassen von Banaue und Batad. Nach einem Zwischenstopp in San Fernando stand noch der Besuch des Taal Vulkans im Süden der Insel Luzon an, bevor der Rückflug angetreten wurde.​

„Bei unserem Besuch in Abra konnten sich unsere Reisegruppe erneut überzeugen, dass jede Spende bei den bedürftigen Schulkindern und den notleidenden Familien mit behinderten Kindern ankommt“, unterstreicht Projektleiter Berthold Hirt. „Sämtliche Reisekosten wurden von den Reiseteilnehmern selbstverständlich privat finanziert, so dass für das Kinderhilfsprojekt keine Verwaltungskosten anfallen und jeder gespendete Euro vollständig bei den bedürftigen Kindern und ihren Familien ankommt. Alle unsere Projektverantwortlichen auf den Philippinen sind ebenso ehrenamtlich tätig und senden Ihnen ihre besten Osterwünsche und Gottes Segen.“​​