Beim Kinderhaus liegt die Stadt Sulz gut im Zeitplan, wie der Bürgermeister mitteilt.Fotos: Cools Foto: Schwarzwälder Bote

Neubau: Enormer Kostensprung und fehlende erneuerbare Energien führen zu Diskussionen

Sulz. Der Bau des neuen Kinderhauses in den "Neckarwiesen" in Sulz ist in vollem Gange. "Wir liegen gut im Zeitplan", informierte Bürgermeister Gerd Hieber den Gemeinderat. Im September 2021 soll das Kinderhaus den Betrieb aufnehmen. Dort können Kinder ab einem Jahr einen Platz finden. Es bietet neben einer Krippe auch Regelbetreuung, verlängerte Öffnungszeiten und eine Ganztagesbetreuung an.

In der jüngsten Sitzung ging es um die Vergabe des Gewerkes Innentüren (Lieferung und Montage). Die Verwaltung schlug vor, der Firma Wolper aus Freudenstadt den Zuschlag zu geben (114 000 Euro). Sie hatte sich unter drei Bietern als günstigster erwiesen. Die Angebotssumme liegt im Kostenrahmen. Die Ausführung soll im Juni erfolgen, jedoch wird ein Lieferengpass erwartet, sagte Gebäudemanagement-Leiter Hubert Pfister. Im Kinderhaus seien nun die Wände verputzt worden. Demnächst wird die Grünfassade angegangen. Rund 200 etwa 40 mal 40 Zentimeter große Blumenkästen werden als modulares System in die Fassade eingebaut.

Nachdem die ersten zwei Gewerke final abgerechnet worden seien, lägen die aktuellen Kosten für das Kinderhaus bei rund 3,3 Millionen Euro, so Pfister. André Amon (SPD) war das zu weit weg von der ursprünglichen Kostenschätzung von 2,3 Millionen Euro aus dem Jahr 2018. Er wollte zudem wissen, wie viele Türen für die Summe von 114 000 Euro beschafft würden. 2018 lag die Kostenschätzung für die Türen noch bei rund 55 000 Euro.

Betreiber für eine PV-Anlage fehlt

Stadtbauamtsleiter Reiner Wössner gab zu bedenken, dass man 2018 von 80 zu schaffenden Betreuungsplätzen ausgegangen sei. Inzwischen seien es rund 115 Plätze, also ein deutlich größeres Volumen. Bei der Anzahl der Türen, so Pfister, handle es sich um etwa 30 bis 35 unterschiedlicher Qualität. Je nachdem, wo die Tür eingeplant sei, müsse sie bestimmte Anforderungen erfüllen. So gebe es etwa einen langen Flur, der brandschutztechnisch durch zwei Türelemente unterteilt werde. Allein diese würden mit 15 000 Euro pro Exemplar zu Buche schlagen, erklärte Pfister.

Gaby Brucker (GAL) fehlte eine Photovoltaikanlage oder etwas anderes zum Thema erneuerbare Energien. "Sie haben keine PV-Anlage bestellt im Gemeinderat", erwiderte Reiner Wössner. Man könne zwar nachrüsten, aber bislang habe man keinen Betreiber für eine solche Anlage. Der Stromversorger habe kein Interesse bekundet. "Trotzdem finde ich, dass es ein Armutszeugnis und ein Schritt in die Steinzeit ist", so Brucker. André Amon fragte, wieso man überhaupt einen Betreiber brauche. Diese Funktion könne doch auch die Stadt übernehmen, fand er. Die Voraussetzungen für die Anlage seien geschaffen worden, den Rest werde die Zeit bringen, erwiderte Wössner.

Die Vergabe für die Lieferung und Montage der Innentüren wurde einstimmig beschlossen.

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