Kinderbetreuung kostet auch in Bad Teinach-Zavelstein von Jahr zu Jahr mehr Geld.Foto: © shangarey – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Kommunales: Kindergartengebühren werden in Bad Teinach-Zavelstein erhöht

Die Betreuung von Kindern kostet mehr und mehr Geld. Deshalb werden die Kindergartengebühren auch jährlich angepasst. In Bad Teinach-Zavelstein wirbt Bürgermeister Markus Wendel um Verständnis und verweist auf die Gegenleistung.

Bad Teinach-Zavelstein. "Der Preis deckt die Leistung gerade mal zu 20 Prozent ab. Wenn das ein Unternehmer so macht, dann läuft der nach kurzer Zeit zum Insolvenzverwalter", erklärte Bad Teinach-Zavelsteins Bürgermeister Markus Wendel in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates.

Der Grund für seinen Wirtschaftsvergleich: die Kindergartengebühren. Denn die steigen wieder etwas an in Bad Teinach-Zavelstein. Doch Wendel weist explizit darauf hin, dass man eben auch eine exzellente Kinderbetreuung fürs Geld bekomme. "Bei uns herrscht das Leistungs-/Gegenleistungsprinzip", so der Rathauschef. Deshalb hätte man auch nicht, wie aus anderen umliegenden Kommunen zu hören war, die Kindergartengebühren erlassen müssen. "Wir haben das immer taggenau abgerechnet", sagte Wendel.

Berufsstand aufgewertet

Grundsätzlich werden die Kosten aber immer mehr, erläuterte der Schultes. Die Lohnkosten steigen jährlich, zudem braucht es immer wieder Personal – und das ist alles andere als einfach zu bekommen. "Der Berufsstand wurde monetär aufgewertet und das ist auch richtig so", ist Wendel überzeugt. Die Leiterin einer Kindertagesstätte bekäme inzwischen ein ähnliches Gehalt wie eine Grundschullehrerin. Auch studieren könne man das inzwischen, frühkindliche Pädagogik zum Beispiel. Und weil eben auch das Berufsbild aufgewertet wurde, steigen die Lohnkosten jährlich. Doch nicht nur die.

Jetzt werden lediglich um die 2,9 Prozent der Kostensteigerungen weitergegeben, so Wendel, der anfügte: "Das sind allein die Personalkosten. Die gesamte Steigerung der Kosten ist fast doppelt so hoch." Und deshalb, schlussfolgerte Wendel, sei eine leichte Erhöhung vertretbar und die Eltern bekämen für einen "angemessenen Preis eine gute Leistung".

Und im Übrigen würden 80 Prozent der Kosten, locker 500 000 Euro, von der Allgemeinheit bezahlt. Im Einzelnen steigen die Preise wie folgt: Beim Kindergarten klettert das Entgelt für ein Kind von 130 auf 134 Euro, bei vier Kindern steigt es von 22 auf 23 Euro. Im Kleinkindbereich werden für drei Wochentage ab der Betreuungssaison 2021/22 187 Euro fällig, bisher waren es 182 Euro. Bei fünf Wochentagen Betreuung steigt der Preis von 263 auf 271 Euro.

Einstimmiger Beschluss

Der Gemeinderat segnete die vorgeschlagene Erhöhung am Ende einstimmig ab. Wendel warb am Ende nochmals um Verständnis bei den Eltern für die Erhöhung und sagte: "Natürlich ist das eine wichtige Aufgabe, aber selbstverständlich darf es nie werden."