Die Kindergarten-Gebühren in Schliengen bleiben bis September 2026 stabil. Foto: Marijan Murat/dpa

Die Elternbeiträge für Kindertagesstätten in Schliengen werden zu Beginn des kommendes Jahres nicht erhöht. Dies könnte allerdings zu Beginn des Kindergartenjahres 2026/27 erfolgen.

Änderungen gibt es jedoch schon mit Jahresbeginn bei den Ermäßigungen für Zweit- und Drittkinder. Das hat der Gemeinderat einstimmig so beschlossen und folgt damit der Empfehlung des Ausschusses Kinder, Jugend und Soziales.

 

Über generelle Gebührenanpassungen soll erst entschieden werden, wenn die Kindergarten-Jahresergebnisse für 2025 vorliegen. Dann soll auch über den Kostendeckungsgrad durch Eltern in Höhe von 20 Prozent befunden werden. Berücksichtigt werden sollen dabei die Empfehlungssätze der kommunalen Landesverbände, die bis dahin vorliegen sollten.

Die beschlossene neue der Gebührensatzung, die bereits zum 1.Januar 2026 greift, beinhaltet deshalb vornehmlich geänderte Gebührensätze für die Zweitkinder bei Kindergarten- und Krippenbesuch. So entfällt der bislang kostenfreie Kita-Platz für das zweite Kind. Ebenso geändert wird die 50-Prozent-Ermäßigung bei gleichzeitigem Besuch von Krippen. Künftig gilt: Bei zwei oder mehr Krippenkindern erhält das zweite Kind eine Ermäßigung von 40 Prozent. Das gilt auch für die Kombination Krippenkind und KiTa-Kind. Besuchen zwei Kinder dieselbe Kita, dann gilt eine Ermäßigung von 80 Prozent.

Besuchen Kinder allerdings unterschiedliche Betreuungsangebote, gilt jeweils das Kind, das die nach Art und Umfang aufwändigere Betreuungsform besucht als Erstkind und zwar unabhängig vom Alter. Es fällt somit die volle Gebühr an.

So bleibt – vorerst – der monatliche Elternbeitrag für die Betreuung von Kleinkindern unter drei Jahren bei 365 bis 512 Euro, je nachdem wie viele Betreuungsstunden in Anspruch genommen werden. Bei Kindern über drei Jahren bis zum Schuleintritt beträgt die monatliche Gebühr 290 Euro bei Ganztagsbetreuung. Werden weniger Stunden in Anspruch genommen, variiert die Gebühr zwischen 125 (fünf Stunden) und 215 Euro (sieben Stunden). Für Zweijährige, die in altersgemischten Gruppen betreut werden, gelten Sätze zwischen 365 und 695 Euro im Monat. Diese Sätze wurden bereits Anfang des laufenden Jahres und basierend auf Empfehlungen der Kirchen und der kommunalen Landesverbände für die Jahre 2024/25 festgesetzt und gelten seit Februar 2025.

Die Gemeinde musste im Jahr 2024 ein Defizit von 1,6 Millionen Euro bei den Einrichtungen zur Kinderbetreuung tragen. Die Einnahmen einschließlich Elternbeiträge in Höhe von rund 588300 Euro betrugen 1,7 Millionen Euro, während die Ausgaben mit 3,3 Millionen Euro zu Buche schlugen. Der Deckungsgrad aus Elternbeiträgen lag mit 18 Prozent somit unterhalb der empfohlenen 20 Prozent-Marke. Weil die Gebühren nun zum Jahresanfang 2026 nicht angehoben werden, sei mit weiteren Verlusten zu rechnen, betonte Rechnungsamtsleiter Johannes Sattler.

Gleichwohl plädierte auch das Ratsrund dafür, die Gebühren vorerst nicht zu erhöhen. Schliengen sei immer eine familienfreundliche Kommune gewesen, Kostensteigerungen in der Kinderbetreuung würden stets zulasten junger Familien gehen, hob Thomas Sattler (FW) hervor. Wichtig sei vielmehr, die Auslastung der Kita- und Krippenplätze zu analysieren, zumal mit Blick auf wieder sinkende Geburtenraten. Wald- und Naturkindergarten seien schließlich auch eingerichtet worden, um flexibel auf den Bedarf reagieren zu können und nicht laufend Kita- und Krippenplätze aufrecht zu erhalten. Auch Matthias Bundschuh (FW) fand eine Diskussion über Belegungszahlen wichtig. Zu Hinterfragen sei zudem die 20-Prozent-Regelung zur Kostendeckung über die Elternbeiträge, fand Karl-Ernst Seemann (FW).

Barbara Theurer (SPD) hob die Notwendigkeit von Krippenplätzen hervor. Private Tagesmütter mögen zwar günstiger sein, als Einrichtungen, sie würden aber hin und wieder ausfallen, was Lücken bei der Betreuung bedeute, befand sie

Die nächste Diskussionsrunde zum Thema Betreuungsgebühren soll nun im Frühjahr stattfinden, wenn weitere Zahlen vorliegen, resümierte Bürgermeister Renkert.