In den Kindergarten-Angelegenheiten in Rangendingen lief in jüngster Zeit nicht immer alles rund. Foto: Thomas Kost

Gibt es in Rangendingen ein Kommunikationsproblem zwischen Kindergarteneltern und Gemeindeverwaltung?

„Wir sind unzufrieden, weil wir uns nicht gehört fühlen“, erklärte Bettina Dietrich im Namen des Elternbeirates am Montag im Gemeinderat. Sie und auch Birgit Pfeffer konfrontierten die Gemeindeverwaltung um Bürgermeister Manfred Haug der Vorhaltung, dass bei einigen, die Rangendinger Kindergartenlandschaft betreffenden Themen die Transparenz und der Informationsfluss gefehlt habe. Dietrich bat die Verwaltung deshalb um eine Informationsveranstaltung, in der alles erklärt werde und in der man Fragen stellen könne.

 

Diese Frage brachten die beiden Frauen indes sofort aufs Tablett: Warum haben gleich vier Erzieherinnen gekündigt? Was tut die Gemeinde für eine Mitarbeiterbindung? Befindet sich der Kindergarten noch im Notbetrieb oder nicht? Warum sei bei der Neukonzeption die Kindergartenöffnungszeit nicht an die Öffnungszeit der Schule angepasst worden?

Lücken im Personalstand werden geschlossen

Bürgermeister Manfred Haug hörte sich die Argumente geduldig an und räumte ein, dass es in jüngster Vergangenheit es in Kindergartenbereich gehakt habe. „Vielleicht müssen wir an der Kommunikation arbeiten und diese verbessern“, zeigte er sich selbstkritisch. Eltern könnten aber auch jederzeit persönlich auf die Gemeinderatsmitglieder zugehen, wenn sie Informationsbedarf hätten, empfahl er. Haug war aber zuversichtlich, dass man mit Hilfe einer externen Fachberaterin die Veränderungen in den Griff kriegen werde.

Und was die Personalstellen betrifft, so berichtete Alexandra Wannenmacher vom Hauptamt dem Gemeinderat, dass man inzwischen zwei Erzieherinnen eingestellt habe und aufgrund der vom Gemeinderat beschlossenen Schließung der Krippe zum 31. Juli auch von dort Erzieherinnen kommen – die personellen Lücken die durch die Kündigungen entstanden sind, werden demnach also geschlossen.

Maxi-Haus: Schule braucht die Räume

Im Zuge der angestoßenen Veränderungsprozesse hielt der Rangendinger Bürgermeister nicht mit seiner Ansicht hinter dem Berg, dass er für das Maxi-Haus-Konzept keine Zukunft sieht. Zur Erinnerung: 2019 wurde die Rangendinger Schule um einen Anbau erweitert in dem Vorschulkinder im letzten Kindergartenjahr (so genannte Maxi-Kinder) untergebracht sind. Dass diese Einrichtung nicht für alle Ewigkeit gedacht ist, war allen Beteiligten von vorneherein klar, jetzt sieht es offenbar so aus, dass die Joachim-Schäfer-Schule die Räume braucht.

Kita-Gebühren: Gemeinderat beschließt Erhöhung

Was die Erhöhung der Kindergartengebühren betrifft, so folgte der Gemeinderat einer bereits 2023 beschlossenen schrittweisen Neukalkulation der Benutzungsgebühren für die Kindertagesstätten in Rangendingen, um die Eltern nicht auf einen Schlag zu überfordern. Dass heißt, dass nach bereits erfolgten Erhöhungen die Gebühren für das Kindergartenjahr 2025/26 jetzt auf 85 Prozent der Landesempfehlung angehoben werden. Die Spitzenverbände empfehlen, dass Gebühren rund 20 Prozent der Kosten decken sollen. In Rangendingen liegt dieser Kostendeckungsgrad aktuell bei etwa 10,5 Prozent.

Die für 2025/26 geltenden Gebühren im Überblick:

Vier Gebührenvarianten
stellte Gemeindekämmerer Alexander Wannenmacher dem Gemeinderat vier Varianten unterbreitet. Im Kindergartenjahr 2025/26 kommt die Variante 4 zum Zug, im Kindergartenjahr 2026/27 die Variante 2, was eine 1:1-Umsetzung der Empfehlung der Spitzenverbände entspricht.

Betreuung Ü3:
Ein Kind (Stundensatz 4,93 Euro): 148 Euro (Verlängerte Öffnungszeit; 30 Stunden); 173 Euro (Verlängerte Öffnungszeit plus; 35 Stunden); 212 Euro (Ganztagesbetreuung; 43 Stunden). Je nachdem wie viele Kinder eine Familie unter 18 Jahren hat, reduzieren sich die Stundensätze auf 3,80 Euro, 2,61 Euro und 0,88 Euro (bei vier Kindern und mehr) und damit die Gesamtkosten.

Betreuung U3:
Ein Kind (Stundensatz 14,56 Euro): 437 Euro (Verlängerte Öffnungszeit 30 Stunden). Je nachdem, wie viele Kinder eine Familie unter 18 Jahren hat, reduzieren sich die Stundensätze auf 10,82 Euro, 7,31 Euro und 2,89 Euro (bei vier Kindern und mehr) und damit die Gesamtkosten.

Für die Teilorte:
Bietenhausen und Höfendorf werden die bisherigen Gebühren mit einer Erhöhung um 7,3 Prozent angewandt, bis dort die neuen Öffnungszeiten ebenfalls umgesetzt werden.

Sonstiges:
Bei den Betreuungsformen VÖ+ und der GT enthalten die Kinder Mittagessen, die in den Varianten noch nicht enthalten sind. Die Verwaltung schlägt vor, für jeden gebuchten Wochentag eine monatliche Verzehrgebühr von zehn Euro zu verlangen, die maximale Verzehrgebühr beträgt also zusätzlich 40 Euro, wenn von Montag bis Donnerstag Mittagessen bezogen wird. Der Gemeinde entstehen Kosten pro Essen von 3,90 Euro in Rangendingen und 3,50 Euro in Bietenhausen und Höfendorf.