Beim Kindergartenbau in Locherhof kommt es zu Mehrkosten von knapp 130 000 Euro. Außerdem werden die Außenanlagen mit Spielgeräten deutlich teurer.
Nun kommen sie also doch, die Mehrkosten beim Kindergartenbau in Locherhof. Lag die Kostenfortschreibung auf Basis der Ausschreibungsergebnisse vergebener Gewerke bisher bei 4,31 Millionen Euro, so sind sie aktuell auf 4,438 Millionen Euro angestiegen.
Wie Bürgermeister Franz Moser im Gemeinderat berichtete, habe es Nachträge gegeben, weil die statische Ertüchtigung des Gebäudes aufwendiger geworden sei als angenommen und die weitere Nutzung des bestehenden Kamins nicht möglich sei. Die Nachträge machten bereinigt durch Einsparungen eine Summe von rund 128000 Euro aus.
Mit der Planung der Außenanlagen war das Landschaftsbüro Sandler beauftragt worden. Laut Burkhard Sandler wurde ein Vorentwurf aus 2023 konkretisiert und in einem „Workshop“ mit dem Kindergarten-Personal weiterentwickelt. Neu hinzugekommen bei den Spielgeräten aus unbehandeltem Robinie-Holz sei eine Nestschaukel.
Die Kosten steigen
Ein Fußweg und eine Feuerwehrzufahrt von der Uhlandstraße her werde in Schotterrasen stufenlos ausgeführt. Dadurch falle die bisherige Treppe weg. Einen behindertengerechten Weg stelle dies jedoch nicht dar, weil er mehr als sechs Prozent Gefälle aufweise, erläuterte der Planer.
Es habe stärker als geplant in den bestehenden Pflasterbelag des Schulhofes eingegriffen werden müssen, weshalb eine Belagserneuerung erforderlich werde. Die Kosten gab der Landschaftsplaner mit 67 500 Euro an, wodurch die Gesamtkosten der Außenanlagen auf rund 442 000 Euro steigen. Die Kostenschätzung lag 2023 noch bei 320 000 Euro.
Zwei Meter in die Höhe
Ratsmitglied Rainer Scheck wollte von Sandler wissen, wie die Pflege der Bepflanzung ums Gebäude herum erfolgen soll, ohne das Nachbargrundstück betreten zu müssen. Nach Auskunft des Architekten handelt es sich um Sträucher, die rund zwei Meter in die Höhe wachsen und seitlich nicht geschnitten werden brauchen.
Vollendete Tatsachen nerven
Fred Zehnder beschwerte sich, der Gemeinderat werde wiederholt vor vollendete Tatsachen bei Nachträgen gestellt. „So etwas wie die Kosten für den Schulhof muss den Ingenieuren im Vorfeld klar sein“, kritisierte er.
Bürgermeister Franz Moser verteidigte, bis vor einem halben Jahr sei noch nicht absehbar gewesen, dass so stark in die Statik eingegriffen werden müsse. Weil das Projekt die Gemeinde finanziell fast überfordere, seien enge Vorgaben an die Planer gemacht worden. Jonas Preuss hatte nachgerechnet und kam nach Abzug der Kosten für den Schulhof immer noch auf rund 50 000 Euro Mehrkosten. „Das ist für mich viel Geld“, machte der deutlich.
Ebbe in der Kasse naht
Reiner Scheck urteilte, ihm fehle manchmal die Wertschätzung seitens der Eltern und des Kindergartenpersonals, dass die Kommune mit dem Projekt an ihre Grenzen stoße. „Es soll hinterher ja niemand einfallen, dass noch etwas fehlt. Nach dem Kindergarten können wir uns nichts mehr leisten, da ist Ebbe in der Kasse“, warnte Scheck.
Sybille Flaig äußerte, ob es Sinn mache, das eine oder andere Spielgerät aus Kostengründen später zu beschaffen. Damit könne der Gemeinderat ein Zeichen setzen, dass er sparen wolle. Das sah Holger Broghammer anders. „Es sieht nicht nach zu vielen Spielgeräten aus. Da lässt sich kaum etwas einsparen“.
Kein Luxus festgestellt
Laut des Bürgermeisters wurde kein Luxus ausgewählt. Er habe sich vergleichbare Kindergärten anderer Gemeinden angeschaut. „Da reden wir dann von rund 600 000 Euro für die Außenanlagen“, so Moser.
Mit der Enthaltung von Fred Zehnder stimmten die Räte der Planung des Büros Sandler für die Außenanlagen des Kindergartens zu.