Im Nusplinger Kindergarten St. Josef fühlen sich – das Archivbild zeigt es – die Kinder wohl. Deshalb soll eine neue Gruppe eingerichtet werden. (Archivfoto) Foto: Weiger

Gute Nachrichten kommen manchmal mit einem Preisschild: Junge Familien fühlen sich in Nusplingen pudelwohl – so wohl, dass der Bedarf an Kindergartenplätzen steigt und neue geschaffen werden müssen.

Nusplingen - Nicht mehr alle Nusplinger Kinder, die im kommenden Kindergartenjahr in den Kindergarten St. Josef aufgenommen werden möchten, bekommen fristgerecht ihren Platz. Den Grund dafür haben die Mitglieder des Kindergartenausschusses in ihrer jüngsten Sitzung Ende April erfahren: Die Geburtenzahlen in Nusplingen – und im Umland – steigen. Im September werden vier Kinder auf der Warteliste stehen, und bis März 2022 werden es nach derzeitigem Stand schon zwölf Kinder sein.

Deshalb will die Gemeinde eine neue Krippengruppe für Kinder unter drei Jahren einrichten, ist der Bedarf in dieser Altersgruppe doch am deutlichsten gestiegen, zumal die meisten Kinder heute schon mit einem oder zwei Jahren in den Kindergarten gebracht werden. Wichtig ist der Gemeinde auch, dass jene Kinder einen Platz bekommen, die schon Geschwister in St. Josef haben. Für jene, bei denen das nicht der Fall ist, werde man sich in nächster Zeit auf Kinder aus Nusplingen und dem benachbarten Meßstetter Stadtteil Unterdigisheim konzentrieren.

Mehr Kinder – das heißt aber auch: mehr Personal. Zwei Stellen für Erzieherinnen respektive Erzieher wird die Gemeinde ausschreiben und zudem – nach einer Nullrunde im vergangenen Jahr – die Elternbeiträge erhöhen. Coronabedingt allerdings sehr moderat, denn die Belastungen für die Eltern seien in der Pandemie schon hoch genug, wie aus der Sitzungsvorlage hervorgeht.

Die Einheimischen haben Vorrang

Der Kindergartenausschuss hat sich in seiner Aprilsitzung bereits damit beschäftigt und sowohl die Einrichtung einer U3-Gruppe ab September als auch die Konzentration auf Kinder aus Nusplingen, Unterdigisheim und solche, die schon ein Geschwisterkind in St. Josef haben, empfohlen. Beiden Empfehlungen hat sich auch der Kirchengemeinderat angeschlossen.

Für das nächste Kindergartenjahr empfiehlt der Ausschuss eine Erhöhung der Elternbeiträge auf Basis der Empfehlung der kommunalen Spitzenverbände, die noch nicht vorliegt, aber in Höhe von maximal drei Prozent. Der Kirchengemeinderat indes ist der Meinung, dass die Elternbeiträge, ungeachtet der Empfehlung der kommunalen Spitzenverbände, definitiv um drei Prozent erhöht werden sollten. Nun hatte noch der Gemeinderat das Wort und schloss sich in den Punkten eins und zwei den Empfehlungen des Kindergartenausschusses an – verbunden mit der Bitte an die katholische Kirchengemeinde Nusplingen als Trägerin des Kindergartens St. Josef, diese Empfehlungen so umzusetzen. Was die Beiträge angeht, so folgt der Gemeinderat der Empfehlung des Kirchengemeinderats, der eine Erhöhung um drei Prozent will. Eine Gegenstimme gab es dazu bei der Abstimmung im politischen Gremium.

Für die Gemeinderäte betonte jedoch Hans Hager, dass der Gemeinderat und der Kindergartenausschuss sich lieber an die Empfehlung der kommunalen Spitzenverbände gehalten hätten. Im Klartext: Um maximal drei Prozent, sollten die Elternbeiträge steigen, gerne aber auch um weniger. Hager bat darum, das so im Protokoll zu vermerken.

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