Kindergartenleiterin Alexandra Broghammer (rechts) hat mit ihrer Stellvertreterin Alexandra Bechinger den Gemeinderat durch den Kindergarten in Jungingen geführt. Foto: Roth

Der Kindergarten in Jungingen kommt an seine Kapazitätsgrenze. Im Bereich der Ganztagesbetreuung gibt es sogar schon eine Warteliste. Für das pädagogische Angebot gab es jüngst vom Gemeinderat ein Lob. Eine Gebührenerhöhung ist unumgänglich.

Der Kindergarten in Jungingen hat derzeit insgesamt 62 Plätze im Ü3-Bereich. Die 62 Kita-Plätze teilen sich auf zwei Ganztagsgruppen mit je zehn Kindern, eine Halbtagsgruppe mit 14 Plätzen und eine Regelgruppe mit verlängerten Öffnungszeiten mit 28 Plätzen auf. Dazu kommen zehn bis zwölf Krippenplätze im „Mäusenest“ für Zwei- bis Dreijährige.

 

Derzeit sind im Ü3-Bereich 55 Kinder angemeldet, bis zum Sommer 2026 erwartet die Gemeinde 60 Anmeldungen und spätestens im Jahr 2027 wird mit Vollbelegung kalkuliert. „Wir kommen an unsere Kapazitätsgrenze“, schildert Kindergartenleiterin Alexandra Broghammer dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung den Stand der Dinge. Gerade das Ganztagesangebot sei gefragt. „Es gibt sogar eine Warteliste.“ Noch mehr Kinder könne man angesichts der begrenzten Räumlichkeiten aber nicht annehmen. Beispielsweise habe das Bistro, wo die Kinder gemeinsam zu Mittag essen, nur 20 Plätze. „Mit mehr Ganztagsplätzen wäre das nicht möglich“, erklärt Broghammer, die die Gemeinderäte mit ihrer Stellvertreterin Alexandra Bechinger im Rahmen der Sitzung durch den Kindergarten führte.

Frühsport im Portfolio

Für das pädagogische Konzept der insgesamt 11 Erzieherinnen, einer Hauswirtschafts- sowie einer Integrationskraft – einige davon sind in Teilzeit tätig – gab es von den Gemeinderäten bei der Besichtigung des Kindergartens viel Lob. So gibt es beispielsweise einen Bewegungsraum samt Bällebad, wo die Kinder ihre Energie loswerden können. Weiter wird darauf geachtet, dass regelmäßig Frühsporteinheiten absolviert werden. Im Bau- oder Malzimmer können die Kinder ihre Talente austesten und ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Wichtig ist Kindergartenleiterin Alexandra Broghammer zu betonen, dass die Junginger Kindergartenkinder nicht in festen Gruppen eingeteilt sind. „Wir sind ein offenes Haus. Die Kinder dürfen sich die Räume nach Interesse täglich aussuchen.“ Damit es nicht zu eng wird, weist eine Ampel an der Zimmertür darauf hin, ob die Kapazität des Raumes derzeit ausgelastet ist oder nicht. Damit es den Kindern in der Junginger Einrichtung gut geht, lassen sich die Erzieherinnen immer wieder etwas Neues einfallen. So gibt es an einem Tag im Monat beispielsweise einen „Müslitag“, der stets sehr gut angenommen werde.

Es fehlt eine Vertretung

Neben dem Problem mit den beengten Räumlichkeiten arbeiten die Erzieherinnen an ihrer Belastungsgrenze: „Es gibt keine Vertretungskraft. Der Markt ist leer gefegt“, erläutert Alexandra Broghammer. Heißt: Fällt Personal krankheitsbedingt aus, häufen sich Überstunden an – und das sind nicht wenige.

Gremium hebt Gebühren an

Für sein Angebot ist der Junginger Kindergarten indes verhältnismäßig günstig in puncto Elternbeiträge. Und das, obwohl der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig die Gebühren erhöht hat. Der Regelkindergarten (Ü3-Bereich) mit allen Bausteinen (Betreuung von 7.15 bis 12.30 Uhr und 13.30 bis 16 Uhr) kostet ab September monatlich 170 Euro (bisher: 134,50 Euro) für das erste Kind, 135 Euro (bisher: 109 Euro) für das zweite Kind, 115 Euro (bisher: 92,50 Euro) für das dritte Kind und 95 Euro (bisher: 76 Euro) für das vierte Kind. Die Ganztagesbetreuung ohne Kosten für das Mittagessen beläuft sich auf 222 Euro monatlich.

Damit liegt die Gemeinde Jungingen unter der Empfehlung des Gemeindetags. Bürgermeister Oliver Simmendinger betonte, dass kinderreiche Familien nicht benachteiligt werden sollten, weshalb die Kosten je weiterem Kind sinken.

Jährliche Prüfung

Im U3-Bereich liegt Jungingen mit seiner Preisgestaltung noch deutlicher unter der Gemeindetagsempfehlung. Für das erste Kind müssen künftig 203 Euro (bisher: 187 Euro), für das zweite Kind 153 Euro (bisher: 143 Euro), für das dritte Kind 126 Euro (121 Euro) und für das vierte Kind 77 Euro (bisher ebenfalls 77 Euro) gezahlt werden. Der Gemeindetag gibt in diesem Bereich für das erste Kind 365,83 Euro als Leitlinie vor. Oliver Simmendinger macht aber auch deutlich: „Lange wurde an den Kindergartengebühren nichts gemacht. Nach und nach muss es das Ziel sein, sich den Empfehlungen des Gemeindetags anzunähern.“ Man wolle daher in Zukunft jährlich die Kindergartengebühren prüfen.

Absperrung wegen Vatertagshockete

Vandalismus
 Mit einem Bauzaun um das Kindergartengelände soll verhindert werden, dass die Vatertagshockete des Sportvereins sich in diesem Jahr erneut auf den Spielplatz des Kindergartens verlagert. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Dort war es in den Vorjahren immer wieder zu Vandalismus im Rahmen der Feierlichkeiten gekommen.

Bauhof im Einsatz
 Wie Bürgermeister Oliver Simmendinger in der Sitzung erläuterte, sei es ein Wunsch des Kindergartenteams gewesen, das Gelände während der Hockete abzusperren. Nun übernimmt der Bauhof diese Arbeit, die Bevölkerung soll zudem im Nachrichtenblatt über die Maßnahme informiert werden. Die Gemeinderäte befürworteten diese einhellig.