Läuft die Zeit eines Kindergartens in Zimmern Ende August 2027 ab? Foto:  

Das katholische Pfarramt in Zimmern ist entsetzt: Ein traditionsreicher Kindergarten steht vor dem Aus.

Wie inzwischen die Kirchengemeinde aus offiziellen Quellen erfahren habe, soll der älteste Kindergarten Zimmerns, Immanuel, in absehbarer Zeit aufgegeben werden. Die Gemeinde könne und wolle wohl aus Finanznot dringend notwendige Investitionen nicht mehr tätigen.

 

Eigner und Träger der Einrichtung in der Rathausstraße ist die Kirchengemeinde St. Konrad. Die bürgerliche Gemeinde trägt laut Gesetz den überwiegenden Teil der Kosten. Der Anteil am gesamten Aufwand, den die katholische Kirche trage, sei laut Mitteilung dennoch nicht unerheblich.

Mehr als 70 Jahre alt

Der mehr als 70 Jahre alte Kindergarten leide seit Jahren unter Investitionsstau, informiert das katholische Pfarramt St. Konrad. Notwendige angemahnte Maßnahmen seien regelmäßig vom Rathaus mit der Begründung „kein Geld da“ abgeschmettert beziehungsweise vertröstet worden.

Jetzt sei es mit einfachen Sanierungsarbeiten nicht mehr getan, merkt die Kirchengemeinde in ihrer Mitteilung weiter an. Heizung, Dach, Außenfassade, Netzwerkverbindung müssten dringend saniert werden. Alternativ stehe ein Neubau im Raum, der von der Kirchengemeinde favorisiert werde, da eine Renovierung unvorhersehbare Risiken berge.

Die „Hiobsbotschaft“

Am 20. Mai 2025 hatten die Gemeinderäte bei einem Vororttermin die Gelegenheit, sich vom Zustand des Gebäudes zu überzeugen. Daraufhin bekam die Kirche die Planungszusage. Bei der Klausurtagung des Gemeinderates am 7. November 2025 in Waldachtal wurden den Räten detaillierte Pläne und Kostenaufstellungen für eine stufenweise Sanierung, sowie drei Neubauvarianten vorgestellt. Doch was folgte: „Nun die Hiobsbotschaft. Es gibt keine Mitfinanzierung.“

Trotz der Sparzwänge

Schon einmal habe die Gemeinde Zimmern einen Millionenzuschuss der Diözese für ein Familienzentrum ignoriert. Trotz ebenfalls gewaltiger Sparzwänge für Einrichtungen würden Kindergärten weiterhin von der Kirche gefördert und bezuschusst.

Enttäuscht ist die Kirchengemeinde nach ihren Worten „von der wohl im Rathaus vorherrschenden Ansicht, es drehe sich lediglich um die Erhaltung einer katholischen Einrichtung. Dabei geht es um die Betreuung aller Zimmerner Kinder, unabhängig ihrer Konfession. Der Kindergarten Immanuel, in dem Generationen Zimmerner Bürger aufgewachsen sind, hat offensichtlich bei der Gemeinde keine Lobby mehr“.

Die Folge

Folge: Bei zugedrehtem Geldhahn sei die Kirchengemeinde gezwungen, die Trägerschaft zum 31. August 2027 aufzugeben. Der Betrieb werde bis dahin soweit wie möglich aufrechterhalten. Nicht betroffen sei die Kinderkrippe, die weiterhin in Trägerschaft der Kirche betrieben wird.