Die Tage von „Immanuel“ sind gezählt. Die Gemeindeverwaltung erklärt das Warum. Foto: Schaber

Die Tage von „Immanuel“ sind gezählt. Die Gemeindeverwaltung erklärt das Warum.

Nachdem die katholische Kirchengemeinde in Zimmern-Ort das nahende Aus des Kindergartens Immanuel festgestellt und sich enttäuscht über das Verhalten der politischen Gemeinde gezeigt hat, gibt nun das Rathaus einen Sachstandsbericht zur Kindertagesstätte Immanuel.

 

Die Gemeinde Zimmern reagiert umgehend auf die Ausführungen der Kirchengemeinde. Dies aber auch im Vorfeld der ersten öffentlichen Gemeinderatsitzung in diesem Jahr, die für Dienstag, 27. Januar, 18.30 Uhr, vorgesehen ist.

Die Betreuungssituation

In den Kindertageseinrichtungen der Gemeinde stehen 38 freie Kindergartenplätze zur Verfügung (Bedarfsplan 2025/2026). Im Kindergarten Immanuel werden aktuell 22 Kinder betreut; fünf dieser Kinder werden im Sommer eingeschult und sind daher von weiteren Planungen nicht betroffen.

Die statistischen Auswertungen zeigen für die kommenden Jahre rückläufige Kinderzahlen. Die Versorgung mit Kindergartenplätzen ist in der Gemeinde insgesamt gesichert.

Laufender Betrieb

Der laufende Betrieb der Kindertagesstätte Immanuel wird zu rund 96 Prozent durch die Gemeinde finanziert. Die Gemeinde erhält hierfür finanzielle Zuschüsse vom Land. Für 2026 wurden im Haushalt den 364 000 Euro Aufwand der Gemeinde 68 000 Euro Zuschusseinnahmen gegenübergestellt. Diese Betriebskosten fallen dauerhaft und unabhängig von einzelnen Investitionsentscheidungen an und wurden vom Gemeinderat in die Gesamtbetrachtung einbezogen.

Mögliche Investitionen

Zur Bewertung des Standorts Immanuel wurden im Rahmen einer Machbarkeitsstudie ein Sanierungsbedarf von rund zwei Millionen Euro sowie alternativ Neubaukosten von rund 2,9 Millionen Euro ermittelt. Gegebenenfalls könnten gewisse Zuschüsse generiert werden. Nach den vorliegenden Modellen hätte die Gemeinde im Investitionsfall einen Anteil von rund 70 Prozent zu tragen. Zudem ist zu berücksichtigen, dass ein durch die Gemeinde gefördertes Gebäude fallabhängig nach 20 bis 50 Jahren vollständig in das Eigentum des kirchlichen Trägers übergeht.

Der Beratungsverlauf

Der Entscheidung des Gemeinderats ging ein mehrstufiger Beratungsprozess voraus. Ausgangspunkt war ein Antrag der Kirchengemeinde. Es folgten eine Besichtigung vor Ort, die Beauftragung einer Machbarkeitsstudie, deren Vorstellung im Rahmen einer Klausurtagung sowie die weitere Beratung und der fortlaufende Austausch mit dem kirchlichen Träger.

Weitere Schritte

Nach Abschluss dieses Beratungsprozesses hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen, keine kommunalen Investitionsmittel für eine Sanierung oder einen Neubau des Kindergartens Immanuel bereitzustellen. In der Folge hat die Kirchengemeinde mitgeteilt, die Trägerschaft für den Kindergarten Immanuel zum Ende des Kindergartenjahres 2026/27 aufzugeben. Der Betrieb der Einrichtung ist bis zu diesem Zeitpunkt vorgesehen.

Weiteres Vorgehen

Das mit dem Träger abgestimmte Vorgehen sieht vor, dass ab dem kommenden Kindergartenjahr keine Neuanmeldungen für den Kindergarten Immanuel mehr angenommen werden. Zudem sind Kooperationen mit den weiteren Kindertageseinrichtungen der Gemeinde vorgesehen. Diese dienen dazu, den verbleibenden Kindern ein frühzeitiges Kennenlernen der neuen Einrichtungen, des Personals und der Kinder zu ermöglichen und einen möglichst reibungslosen Übergang sicherzustellen.

Ein Versprechen

Die Gemeinde Zimmern ob Rottweil stellt sicher, dass für alle betroffenen Kinder rechtzeitig Betreuungsplätze in anderen Einrichtungen der Gemeinde zur Verfügung stehen.