Mit ein bisschen Reparatur ist es nicht getan: Regenwasser in den Sanitäranlagen des Kindergarten St. Johann in Sulz machen eine grundlegende Sanierung notwendig.
Was tun, wenn bei – in der letzten Zeit – immer öfter auftretenden Starkregen regelmäßig die Sanitäranlagen unter Wasser stehen? Mit diesen Schwierigkeiten hat sich der katholische Kindergarten St. Johann in der Bahnhofstraße konfrontiert gesehen.
Eine erste Expertenmeinung deutete auf den Ablaufschacht hin, über den das Wasser bei Schlechtwetter eindrang. Es folgte eine Kamerafahrt durch die Abwasserrohre bis hin zur Außenmauer. Dabei stellte sich heraus: Die Rohre sind gebrochen oder insoweit defekt, dass der zuverlässige Abfluss nicht mehr gewährleistet werden kann.
Kernsanierung nötig
„Das Gebäude ist gut 65 Jahre alt“, kommt Hartmut Walter auf den Zahn der Zeit zu sprechen, der eben an der Substanz nage. Das in Haigerloch ansässige Architekturbüro Beuter habe die Kindertagesstätte noch einmal inspiziert und einen Kostenvoranschlag geliefert, erläutert der Fachbereichsleiter für Innere Dienste, Bildung und Betreuung.
Was heißt das? Laut den Architekten handele es sich aufgrund der nun notwendig gewordenen Sanierung der Abwasserrohre quasi um eine Kernsanierung. Es werden neue Fliesen benötigt, auch die Frischwasserrohre müssen gegebenenfalls erneuert werden.
62 500 Euro zusätzlich
Die Trennwände in der Toiletten-Anlage entsprechen nicht mehr den aktuellen Sicherheitsvorschriften, die Türen werden wohl ebenfalls ersetzt. Ob die bisherigen Stand-WCs weiter genutzt werden können, muss noch geprüft werden.
„Das sind jetzt deutlich höhere Kosten für die Maßnahme“, bilanziert Walter. Schließlich bedeute die Sanierung der Abwasserrohre in dem Kindergarten überplanmäßige Ausgaben in Höhe von etwa 62.500 Euro. Zuvor hatten die für den Haushalt 2026 angemeldeten investiven Mittel seitens der katholischen Kirchengemeinde bei 33.500 Euro gelegen.
Zusage der Stadt ist existenziell
Und sollte für die Sanierungsmaßnahme ein zweiter Bauabschnitt nötig sein, ist davon auszugehen, dass sich die Kosten noch weiter erhöhen. Allerdings: Die Sanierung ist zwingend notwendig, um den Kindergartenbetrieb sicherstellen zu können.
Gemäß dem Kindergartenvertrag liegt die Kostenbeteiligung zu 70 Prozent bei der Stadt Sulz. Die Kirchengemeinde benötigt die Zusage der Kommune auch dahingehend, da ohne das „grüne Licht“ seitens der Stadt keine weiteren Genehmigungsschritte bei der Diözese erfolgen können.
Für Kita-Plätze ist gesorgt
Grundsätzlich sieht sich die Stadt bei der Kinderbetreuung gut aufgestellt: Allen Kindern über drei Jahren könne ein Kindergartenplatz angeboten werden. Der Rechtsanspruch ist damit erfüllt. Denn rückläufige Kinderzahlen sorgen für Entlastung.
Im aktuellen Kindergartenjahr 2025/2026 müssen 575 Plätze für Ü3-Kinder zur Verfügung stehen. Die Zahl der tatsächlich vorhandenen Plätze in der Gesamtstadt summiert sich auf 705 Plätze. Der Platzüberhang kann für die Betreuung von jüngeren Kindern in altersgemischten Gruppen genutzt werden.
Entscheidung im Gemeinderat
Über ein besonderes Interesse konnte sich vor geraumer Zeit auch der Kindergarten St. Johann freuen. Eine Entenmutter watschelte – ihre zwölf Küken im Schlepptau – durch den Garten der Kita. Allerdings wollte sie diese nicht fürs neue Kita-Jahr anmelden, sondern war nur auf der Suche nach einem Weg zum Neckar.
Die Stadträte im Verwaltungsausschuss haben nichts dagegen, dass die Kita-Kinder ihren Weg in frisch sanierte Sanitäranlagen finden. Der Beschluss fällt jedoch erst in der Gemeinderatssitzung am Montag, 20. April.