Für Erzieherin Theresa Rieger ist die Arbeit im Kindergarten in Sulz etwas ganz Besonderes. Denn dabei kann man die Entwicklung der Kinder begleiten wie kaum sonst wo.
„In meiner Familie gibt mehrere Erzieherinnen, so dass mir der Beruf gewissermaßen schon in die Wiege gelegt wurde“, blickt Theresa Rieger zurück.
Seit mehr als zwei Jahren ist sie mittlerweile die Leiterin des Naturkindergartens „Vergiss-Mein-Nicht“ und konnte kürzlich mit ihrer Gruppe die Einweihung des Streichelzoos im nahe gelegenen Hof Rosenfeld von Jakob Schon und Paula Altner begehen – für die Kinder ein unvergessliches Erlebnis.
Vier Jahre Fachschule
Doch wie war der Weg zur Erzieherin, und was macht man da alles? „Ich wusste relativ schnell, dass ich diesen Beruf ergreifen möchte, da ich ein sehr offener und kommunikativer Mensch bin“, erklärt sie. Schon früh habe sie Babysitter-Aufgaben in der Nachbarschaft übernommen und hatte immer große Freude daran, Zeit mit Kindern zu verbringen.
„Es gibt verschiedene Wege in den Beruf“, hält Rieger fest. Die klassische Ausbildung an einer Fachschule für Sozialpädagogik dauere in der Regel drei bis vier Jahre und verbinde Theorie mit Praxis.
Planen und beobachten
Mittlerweile gebe es auch die praxisintegrierte Ausbildung (PIA) sowie Möglichkeiten für den Quereinstieg. Rieger selbst hat die „klassische“ Ausbildung gemacht – die dauerte in ihrem Fall vier Jahre.
„In dieser Zeit lernt man viel über die Entwicklung von Kindern, pädagogisches Arbeiten und den Umgang mit Eltern“, erinnert sie sich. Aber auch Themen wie Kommunikation, Beobachtung und die Planung von Angeboten spielten eine große Rolle.
In Beruf hineinwachsen
Dabei sei die Ausbildung eine Mischung aus Schule und Praxis. So sammele man Erfahrungen in verschiedenen Einrichtungen – „zum Beispiel in der Krippe, im Kindergarten und auch im Bereich der Arbeit mit Jugendlichen“, zählt sie auf.
Dort plane man eigene Angebote, setze sie um und werde dabei begleitet. „So wächst man nach und nach in den Beruf hinein und kann das Gelernte direkt anwenden“, bilanziert Rieger. Doch auch nach der Ausbildung höre das Lernen nicht auf.
„Beim Wachsen zusehen“
„Der Beruf entwickelt sich ständig weiter, und regelmäßige Fort- und Weiterbildungen sind ein wichtiger Bestandteil“, betont sie. Die Stadt Sulz, ihr Arbeitgeber, unterstütze dies und fördere das aktiv, was die Erzieherin als sehr wertvoll empfinde.
Und wie ist die Arbeit mit den Jüngsten? „Das Schönste an der Arbeit ist es, Kinder in ihrer Entwicklung zu begleiten und ihnen beim Wachsen zuzusehen“, findet Rieger. Jedes Kind bringe seine eigene Geschichte mit, und hinter jedem Kind stehe eine Familie.
„Immer etwas Besonderes“
Dafür brauche es viel Einfühlungsvermögen, Geduld und Verständnis, findet sie. Besonders in Erinnerung blieben dabei viele kleine, oft auch lustige Momente aus dem Alltag mit den Kindern, die einen immer wieder zum Lächeln brächten.
„Für mich war es immer etwas Besonderes, zu sehen, wie sich Kinder entwickeln und ihren eigenen Weg gehen“, beschreibt sie ihre bisherige Arbeit. Deshalb würde sie den Beruf der Erzieherin auch grundsätzlich weiterempfehlen, weil er sehr vielseitig sei und die Möglichkeit biete, Kinder in wichtigen Entwicklungsphasen zu begleiten.
Über Alltag bescheid wissen
Gleichzeitig sollte man sich jedoch auch bewusst sein, dass der Beruf herausfordernd sein könne. So ist der Alltag oft laut, es gebe personelle Engpässe und die Anforderungen im pädagogischen Bereich seien in den vergangenen Jahren gestiegen.
„Wer sich für diesen Beruf entscheidet, sollte daher Freude an der Arbeit mit Kindern mitbringen, belastbar sein und sich darüber im Klaren sein, was der Alltag mit sich bringt“, bilanziert die Kita-Expertin.