Auch das städtische Kinderhaus Neckarwiesen bietet U3-Plätze in der Talstadt an. Foto: Schneider

Der kontinuierliche Ausbau der Betreuungsangebote hat sich bewährt. Für alle Kinder ab drei Jahren ist in der Gesamtstadt ein Kindergartenplatz verfügbar. Wie dies bei den unter Dreijährigen ist, wird sich jedoch zeigen. Denn auch hier steigt die Nachfrage.

Susanne Vögele, zuständig im Hauptamt für Kinderbetreuung, ist sichtlich froh. „Gesamtstädtisch können wir allen Kindern ab drei Jahren einen Kindergartenplatz anbieten“, erklärt sie im Verwaltungsausschuss.

 

Zwar sei dies nicht immer der wohnortnahe Wunschkindergarten, bei dem man auf der Warteliste stehe. Aber da in etwas weiter liegenden Einrichtungen Plätze frei seien, könnten alle 494 Kinder über drei Jahren (Ü3) betreut werden.

Sechs Gruppen in fünf Jahren

Vor allem der Ausbau in der Kernstadt, etwa der Kanalstraße, sowie in der Außenstelle Renfrizhausen, dem Dreher-Gebäude, habe dies möglich gemacht.

Für das Kindergartenjahr 2024/25 rechne man mit 582 benötigten Ü3-Plätzen. Blicke man fünf Jahre zurück, habe man somit im Vergleich zu 2019/20 mit damals 480 Kindern einen Zuwachs um 145 Plätze, was etwa sechs Kindergarten-Gruppen entspreche.

Es gibt freie Plätze

„Hier zahlt sich der stetige Ausbau der Kindergartenplätze aus“, ist sich Vögele sicher. Aktuell stehen in der Talstadt mit den drei Einrichtungen Katholischer Kindergarten St. Johann, städtisches Kinderhaus Neckarwiesen und dem städtischen Kindergarten Kanalstraße 151 Ü3-Plätze sowie 30 Plätze für unter Dreijährige ab einem Jahr (U3) zur Verfügung.

Nimmt man hier noch die Kindergärten Kastell und Schillerhöhe hinzu, ergibt sich eine Gesamtzahl von 237 U3- und 30 U3-Plätzen. „Wir haben zum ersten mal seit sechs Jahren einen Überhang an Plätzen in der Talstadt“, erläutert sie.

Neue Krippengruppe

Darüber hinaus könnten freie Ü3-Plätze in Holzhausen von Kindern aus der Talstadt belegt werden. Zusätzlich könne man auch die Kleingruppe im Kindergarten Glatt reaktivieren.

Auch die Außenstelle Renfrizhausen und die dortige vollständige Anmietung des „Dreher-Gebäudes“ sorge dafür, dass im nächsten Kindergartenjahr eine Krippengruppe mit zehn U3-Plätzen ab zwei Jahren in Betrieb gehen kann.

Kind und Beruf

Allerdings bleibe abzuwarten, ob die vorhandenen Krippenplätze ausreichen, um den gesamtstädtischen Bedarf abzudecken. Denn immer mehr Familien entschieden sich, ihr Kind bereits im Alter von einem Jahr betreuen zu lassen, um möglichst frühzeitig wieder ins Arbeitsleben einsteigen zu können.

„Ohne eine adäquate Betreuung in Kindertageseinrichtungen ist es heute oftmals nicht möglich, einen Beruf auszuüben“, bringt es die Beratungsvorlage auf den Punkt.

Platz-Sharing kommt an

Insgesamt stehen in Sulz 48 Plätze für Kinder ab zwei Jahren, 40 Krippenplätze ab einem Jahr sowie die zehn U3-Krippenplätze ab zwei in Renfrizhausen zu Verfügung. Die 98 Plätze für 2024/25 sind ein deutlicher Zuwachs zu den 70 U3-Plätzen des Vorjahres.

Mit diesen Zahlen kann Vögele verkünden: „Die Betreuungsquote von 37 Prozent wurde erstmals erreicht“. Hilfreich ist auch das Platz-Sharing, bei dem sich zwei Kinder ab zwei Jahren, die jeweils bis zu 15 Wochenstunden in der Einrichtung sind, sich in altersgemischten Gruppen ihre Plätze teilen.

Der Ausschuss stimmte dem Empfehlungsbeschluss einstimmig zu.