Aus alt mach neu: Der Spielplatz auf dem Dach der Tiefgarage wird komplett erneuert. Foto: Sum

Der neue Kindergarten in der Bachstraße bekommt auch einen eigenen Spielplatz – die Stadt muss dafür tiefer in die Tasche greifen als eigentlich geplant.

Schiltach - Die Umbauarbeiten der ehemaligen Grundschule zur Klaus-Grohe-Kindertagesstätte sind in vollem Gange. Das ist auch in den Gemeinderatssitzungen der vergangenen Zeit zu entnehmen: Kein Treffen, bei dem die Ratsmitglieder nicht irgendwelche Arbeiten zu vergeben hätten. Das war auch in der letzten Sitzung vor der Sommerpause so. Während zwei Aufträge im Kostenrahmen blieben, wird es beim Landschaftsbau um einiges teurer.

Landschaftsbau

356 000 Euro hatte die Verwaltung für den neuen Außenbereich des Kindergartens veranschlagt. Am Ende ist sie mit 452 000 Euro fast 100 000 Euro drüber gelandet – und war dennoch froh, überhaupt ein Angebot präsentieren zu können. "Wir haben auf die öffentliche Ausschreibung kein Angebot bekommen", erklärte Stadtbaumeister Roland Grießhaber den Räten. Daraufhin, so ergänzte Bürgermeister Thomas Haas, sei die Stadt konkret auf Unternehmen zugegangen und auch dabei "haben wir uns schwer getan, überhaupt ein Angebot zu bekommen".

Doch ein fertiger Spielplatz zur Eröffnung des Kindergartens sei wichtig, "sonst wird’s schwierig mit einer Betriebserlaubnis", fürchtete er. Deshalb riet die Verwaltung dazu, das einzige Angebot des Unternehmens Jakober aus Lahr anzunehmen – auch wenn es um knapp 30 Prozent teurer sei als gedacht. "Das scheint der aktuellen starken Auftragslage der Landschaftsbaubetriebe geschuldet zu sein", meinte Grießhaber.

Michael Buzzi fragte nach, was in den Kosten alles enthalten sei und war beruhigt, dass neben der Geländemodellierung und Wegeherstellung auch die Spielgeräte, eine Spielhütte, Sonnenschutz sowie Bepflanzung enthalten sind. Die gesamte Tiefgarage werde überbaut, erklärte Grießhaber auf Nachfrage von Axel Rombach. Wegen eben jener müsse einiges bedacht werden, so müssten beispielsweise Geräte teils speziell verankert werden.

Zum Zeitplan rechnet der Stadtbaumeister damit, dass das Auffüllen des Geländes noch dieses Jahr erfolgen kann, viele Arbeiten aber auch erst 2023 angegangen werden können. Jürgen Haberer fragte nach, wer sich um die Pflege des Spielplatzes kümmern wird. "Das ist noch nicht geklärt. Der Bauhof wird es aber nicht machen können", sagte Grießhaber zu den "aufwendigen" Arbeiten. Michael Götz regte an, über eine integrierte Bewässerungsanlage nachzudenken, die angesichts der zunehmenden Trockenheit künftig viel Arbeit ersparen könne. Die Verwaltung sicherte zu, dazu beim Unternehmen nachzufragen.

"Wenn wir wollen, dass es auf der Baustelle weitergeht, müssen wir wohl in den sauren Apfel beißen", sagte Buzzi angesichts der höheren Kosten für den Spielplatz.

Stahlarbeiten

Für das Spielplatzgelände sind außerdem Stahlarbeiten nötig. Sie beinhalten, so führte Grießhaber aus, eine barrierefreie Rampe, ein Geländer sowie die Abdeckung von Luftschächten. Sieben Unternehmen seien aufgefordert worden, ein Angebot einzureichen. Nur eines kam dieser Aufforderung nach: Das Unternehmen Schmieder Metallgestaltung aus Wolfach würde die Arbeiten für 63 000 Euro ausführen – so viel hatte die Stadt dafür auch veranschlagt.

Zwar habe es auch in diesem Bereich nicht wirklich einen Wettbewerb gegeben, "aber immerhin bleiben wir im Kostenrahmen", kommentierte der Bürgermeister das Ausschreibungsergebnis.

Küche

Damit nicht nur auf dem neuen Spielplatz getobt, sondern auch der Hunger in der Kindertagesstätte gestillt werden kann, soll eine Küche eingebaut werden. Vier Unternehmen reichten nach der öffentlichen Ausschreibung ein Angebot ein – wegen fehlender Zahlen sei jedoch eines von vorne herein ausgeschlossen worden, sagte Grießhaber. Der günstigste Anbieter war das Unternehmen Kurz aus Freudenstadt, das die Küche für 164 400 Euro bauen will.

Die Gemeinderäte vergaben alle drei Bereiche einstimmig an die vorgeschlagenen Unternehmen.