Im Kindergarten in Obernheim wird zum neuen Kindergartenjahr eine neue 50-Prozent-Stelle geschaffen. Foto: Weiger Foto: Schwarzwälder Bote

Wenn in Obernheim Kirchengemeinderat und Gemeinderat einmal pro Jahr gemeinsam tagen, geht es um sie: die Kinder im Ort. Diesmal gab es besonders viel zu besprechen.

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Obernheim - Mit der Entwicklung des Kindergartens haben sich der Gemeinderat und der katholische Kirchengemeinderat Obernheim in ihrer jüngsten gemeinsamen Sitzung befasst und sind dabei einer grundsätzlichen Frage nachgegangen: Wie gedenkt Obernheim zu verfahren, wenn es neuerlich coronabedingte Schließungen geben sollte?

Die Gemeindeverwaltung geht nicht davon aus, daran ließ Bürgermeister Josef Ungermann keinen Zweifel, dass Bund oder Land den Kommunen künftig in großem Stil Einnahmeausfälle kompensieren werden. Die Verwaltung schlug deshalb vor, die Elternbeiträge anteilig nur dann zu erstatten, wenn der Kindergarten aufgrund von Corona mindestens zwei zusammenhängende Wochenlang schließen muss.

Die Räte sind damit einig. Angesichts des Impftempos, so war allenthalben zu hören, sei man hoffnungsfroh, dass die Einnahmeausfälle überschaubar bleiben.

Im Jahr 2020 war das Land bereits in die Bresche gesprungen – dankenswerterweise, wie Josef Ungermann betonte. Durch die Pandemie und das "Gute-Kita-Gesetz" sei das Jahr 2020 nicht direkt mit dem Vorjahr zu vergleichen, so der Bürgermeister. Doch alles in allem hätten die Einnahmen nur leicht unter denen von 2019 gelegen.

Der Abmangel ist kleiner als erwartet

Für die Heuberggemeinde erfreulich: Ihr Netto-Abmangel liegt bei rund 192 230 Euro – rund 13 000 Euro weniger als eingeplant.

Karola Müller freute sich ebenfalls – und zwar über eine gut ausgelastete Einrichtung. Der Kindergarten, so dessen Leiterin, sei mit derzeit 54 belegten Plätzen nahezu komplett ausgelastet. Ein kleiner Wermutstropfen: Um den so genannten "Mindestpersonalschlüssel" zu erreichen, fehlt aktuell eine Vollzeitkraft. Im Schnitt, so berichtete Karola Müller, hätten die Familien von zehn Kindern die Notbetreuung in Anspruch genommen.

Um mit ihren Schützlingen in Kontakt zu bleiben, daran erinnerte sich die Leiterin, habe sich ihr Team allerhand einfallen lassen: unerheblich ob Basteltüten oder Videos mit Puppenspielen und Liedern. Jetzt hätten alle nur noch einen Wunsch: "Wir hoffen nach so vielen Herausforderungen, dass einfach wieder Normalität einkehrt."

Freude bereitete den beiden Gremien der Umstand, dass sich die Zahl der Kinder im Ort in den vergangenen Jahren sukzessive erhöht hat. Das bedeute, so war zu hören, dass sowohl Kindergarten als auch Schule in den nächsten Jahren gesichert seien. Doch mittelfristig müssen sich die Verantwortlichen damit beschäftigen, wie sie mit diesem Anstieg umgehen wollen. Bereits im Kindergartenentwicklungsplan des vergangenen Jahres war angemerkt worden, es werde künftig wohl unumgänglich sein, das Betreuungsangebot anzupassen und gegebenenfalls um eine Gruppe zu erweitern.

Dafür, so erläuterte der Rathauschef, gebe es verschiedene Möglichkeiten. Aktuell fassen es die Verantwortlichen ins Auge, eine Regelgruppe in eine Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten umzuwandeln.

Der Stellenumfangmuss für dieses Modellleicht erhöht werden

Dieses Modell, so erklärte Josef Ungermann, werde von den Eltern immer mehr nachgefragt. Dafür müsste jedoch der Stellenumfang um 0,2 Stellen erhöht werden.

Da derzeit noch weiterer Bedarf besteht, wollen die Obernheimer zum nächsten Kindergartenjahr eine neue Stelle mit einem Umfang von 50 Prozent schaffen. Zusätzlich zieht es Ungermann in Erwägung, wenn auch nicht aktuell, bei Bedarf eine neue Kleingruppe einzurichten, um neue Kindergartenplätze zu erhalten.

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