So soll der zentrale Kindergarten nach dem Umbau und Erweiterung einmal aussehen. Foto: KTL-Architekten

Beim geplanten Umbau und Erweiterung der ehemaligen Grundschule Locherhof zu einem zentralen Kindergarten wurden in der jüngsten Gemeinderatssitzung erste Vorentwürfe vorgestellt.

Kaum hat die Gemeinde mit der Grundschule Eschbronn in der Langen Gasse in Mariazell ein 3,8 Millionen-Projekt erfolgreich umgesetzt, steht schon die nächste Großmaßnahme an. Mit voraussichtlich vier Millionen Euro Kosten wird die Kommune beim Umbau des leerstehenden Schulgebäudes in Locherhof an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit gelangen.

Nach Darstellung des Planers Sascha Müller von den KTL-Architekten Rottweil wird das Gebäude praktisch ringsum in Holzbauweise erweitert, wodurch die bisherigen, nicht gedämmten Außenwände zu Innenwänden werden. Das Flachdach des einstöckigen Schulhauses ist statisch geeignet, um ein weiteres Stockwerk draufzusetzen. Dazu braucht es ein innenliegendes Treppenhaus zur zweiten Ebene, in der ebenfalls drei Kindergruppen mit Aufenthaltsbereich, Sanitärräumen und Büro untergebracht werden. Ein zweiter Fluchtweg wird durch Außentreppen hergestellt.

Kosten von 4,17 Millionen Euro

Wie die künftigen Außenanlagen mit Pflanzungen, Spielgeräten, Sitzgruppen und Aufenthaltsmöglichkeiten auf Terrassen gestaltet werden können, erläuterte Ingenieur Oliver Sandler von den Landschaftsarchitekten BDLA in Villingen. Seinem Entwurf zufolge sollen der Kleinkinderbereich U3 (unter drei Jahre) und der Ü3-Bereich räumlich getrennt sein, aber ohne Trennung durch einen Zaun. Die Kosten einschließlich 20 Prozent Nebenkosten bezifferte Müller auf 4,17 Millionen Euro. Mit Ausnahme von Heizung, Sanitär und Elektro – hier basierten die Schätzungen auf vergleichbaren Projekten – seien die Kosten je Gewerk berechnet worden.

Für Bürgermeister Franz Moser war klar: „Manche Wünsche werden zurückgestellt werden müssen, um die Finanzierung hinzubekommen. Im ersten Moment sehe ich den Umbau und Erweiterung als die pragmatischste Lösung und günstiger als ein Neubau“, urteilte der Bürgermeister.

Zuschüsse werden erwartet

Andreas Noth wies darauf hin, dass der Abstand von der Aufstellfläche an der Turnhalle für Rettungsfahrzeuge, speziell für die Drehleiter, zum Kindergartengebäude zu gering sei und auf 15 Metern erweitert werden müsse. Sandler sicherte zu, dies anzupassen.

Fred Zehner drängte darauf, dass bei der Ausstattung s nicht alles neu gekauft und manche Geräte von den bisherigen Einrichtungen übernommen werden, um Kosten zu sparen. Das vorhandene Mobiliar, so der Bürgermeister, werde man nicht mitnehmen können. Aus diesem Grund sei in den vergangenen Jahren hierin nicht mehr investiert worden. „Wir werden das mit Augenmaß angehen. Neuwertige Sachen werden nicht weggeworfen“, versicherte Moser.

Kindergartenleiter Holger Schaible ergänzte, bei Anschaffungen sei darauf geachtet worden, dass sie in die neue Bleibe mitgenommen werden können. Tische und Stühle seien allerdings schon über zehn Jahre alt und müssten ausgemustert werden.

Christoph Meyer-Sander erkundigte sich nach Zuschüssen. Nach Auskunft des Bürgermeisters werden aus dem Programm Entwicklung Ländlicher Raum (ELR) 750 000 Euro erwartet. Die Förderhöhe aus dem Ausgleichsstock sei ungewiss, „aber über eine Million Euro sollten es schon sein“, wagte Moser eine Prognose und verriet: „Wir werden versuchen, über die Schiene Ortskernbelebung und Wiederbelebung von Baubrachen an Zuschüsse zu kommen“.

Keine anderen Maßnahmen möglich

Rainer Scheck machte deutlich: „Wenn wir das Projekt umsetzen, sind die nächsten zehn Jahre keine anderen Maßnahmen möglich, auch nicht kleinere. Das muss uns bewusst sein. Aber den Kindergarten müssen wir bauen“.

Fred Zehnder nahm den Bund in die Pflicht. „Wenn immer höhere Anforderungen kommen, dann muss Kohle fließen. Es kann nicht sein, dass das an den Kommunen hängen bleibt“, haderte das Ratsmitglied. Der Schulhausbau in Mariazell, so der Bürgermeister, sei das beste Beispiel, wie die Attraktivität der Gemeinde gesteigert werden könne.

„Heute stimmen wir noch nicht ab. Bis zum 30. September müssen wir den Entwurf für die Förderanträge einreichen, zuvor wird es noch Gespräche mit den betroffenen Vereinen geben“, so Moser.