Zentral zwischen den Kindergartengebäuden und dem Pfarrhaus fand die Feierstunde zur Einweihung mit Grußworten und Stehempfang statt. Foto: Fahrland

In einer coronagerechten Feierstunde unter freiem Himmel wurde der bezugsfertige Kindergarten-Zusatzbau in Boll nach dem Erntedankgottesdienst am Sonntag offiziell eingeweiht. Seit Montag wird er von den "Kleinen Eisbären" mit Leben erfüllt.

Oberndorf-Boll - Zur Einweihung geladen waren Vertreter der Stadt, der Kirchengemeinde, des Ortschaftsrats, der Kirchenpflege, der Pfarrfamilie, der Kindergartenleitung samt Mitarbeiter-Team, der Architekten Glück + Partner sowie Generalunternehmer Ralf Heinzelmann vom gleichnamigen Zimmereibetrieb.

Mit dem Umzug vom Provisorium im evangelischen Gemeindehaus ins neue Gebäude stellen die Stadtverwaltung als Bauherr und die evangelische Kirchengemeinde Boll-Bochingen als Trägerin dauerhaft 22 Kindergartenplätze zur Verfügung.

Aus Sicherheitsgründen musste auf das geplante Gemeindefest, den Tag der Offenen Tür und eine öffentliche Einweihung zumindest vorläufig verzichtet werden. Dennoch hätte es keinen passenderen Termin als Erntedank geben können, da sich viele Gründe zu Dank und Freude wie ein roter Faden durch die Grußworte zogen.

Den Anfang machte Kirchengemeinderätin Mirjam Schmückle mit den Worten von Susanne Widmann, der kurzfristig erkrankten Vorsitzenden des evangelischen Kirchengemeinderates. Sie grüßte mit dem Bibelwort "Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich" und erbat den göttlichen Segen für alle, die künftig im Hause ein- und ausgehen. Nur mit göttlicher und menschlicher Hilfe habe die Planung und Realisierung in rekordverdächtiger Zeit erfolgen können. In Kürze werde jeder Platz dieser dritten Gruppe belegt sein. Eine ortsnahe und unbeschwerte Kindergartenzeit trage wesentlich zur gesunden Entwicklung der Kinder bei.

Engpass an Kita-Plätzen überbrückt und beseitigt

Bürgermeister Hermann Acker freute sich, dass in Zusammenarbeit mit der Kirche der Engpass an Kita-Plätzen überbrückt und beseitigt werden konnte. Entstanden sei ein ebenso kindgerechtes wie lichtdurchflutetes, schadstoffarmes Gebäude zum Wohlfühlen, bei dem das Bauamt, die Architekten und Handwerker kompetent und termingetreu zusammengearbeitet hätten. Die Stadt setze sich weiterhin für ein kinderfreundliches Oberndorf ein und plane bereits den Ausbau der Bochinger Kindertagesstätte. Acker beleuchtete aber auch die Vorgeschichte, das Tauziehen der östlichen Ortsteile um den Standort und die hitzigen Debatten der Gemeinderäte über Kosten für einen Container oder Modulbau. Dies habe den Verlust eines kompetenten Mitarbeiters im Bauamt nach sich gezogen, dessen Lücke bis heute nicht geschlossen werden konnte.

Die städtische Investition bezifferte Acker auf 628 000 Euro brutto und nach Abzug der Fördermittel von 172 000 Euro auf 456 000 Euro netto. Trotzdem habe sich die Stadt der Verantwortung gerne gestellt.

Laut Ortsvorsteher Wolfgang Schittenhelm handelte der Ortschaftsrat nach dem Prinzip "Kurze Beine, kurze Wege." Er dankte der Verwaltung und dem Gemeinderat für den notwendigen Neubau. "Ein Traum ist innerhalb von nur anderthalb Jahren wahrgeworden", sprach Kindergartenleiterin Sabrina Niethammer. Der Platzmangel und drohende Ortswechsel habe die Eltern fast verzweifeln lassen. Das Team wünsche sich eine weitere Fachkraft. Alle drei Gruppen seien mindestens bis August 2023 ausgelastet. Zur Förderung der kindlichen Kreativität erhielt sie von Acker Fingerfarben als Eröffnungsgeschenk. In kleinen Gruppen bewunderten die Anwesenden die betriebsbereiten Räumlichkeiten.