Jennifer Mages-Torluoglu (links) und Nathalie Gergov-Haak bei der Zertifikats-Übergabe. Foto: Eyckeler

Die Kinderkrippe „Wirbelwind“ in Engstlatt hat über die vergangenen Jahre ein Bewusstsein für gesunde Ernährung geschaffen. Dafür wurde die Einrichtung jetzt ausgezeichnet.

Ernährung ist nicht nur ein Grundbedürfnis, sondern ein Bildungsbereich“, lautet das Credo von Nathalie Gergov-Haak, Leiterin der städtischen Kinderkrippe „Wirbelwind“ in Engstlatt.

 

Nachdem sie vor etwa zwei Jahren die Leitung übernommen hatte, drehte sie an einigen Stellschrauben – unter anderem im Bereich gesunde Ernährung. Die geleistete Arbeit wurde nun mit dem sogenannten Beki-Zertifikat belohnt.​

Zu diesem Anlass kamen am vergangenen Freitag unter anderem Engstlatts Ortsvorsteher Klaus Jetter und Familienamtsleiter Ralf Eppler vorbei und würdigten die Arbeit der Belegschaft in der Krippe. Leiterin Gergov-Haak begrüßte außerdem noch zahlreiche Kinder und deren Eltern, die anschließend noch das Jahresfest der Kita im Garten der Einrichtung feierten.

14 Kinder nutzen das Modell

Gergov-Haak legte die 28-seitige Konzeption aus, in der konkret beschrieben wird, was das Team bezüglich Ernährung vorangetrieben hat. Eine konkrete Neuerung: „Die Engstlatter Krippe setzt auf ein vespertaschenfreies Modell“, erklärte die Leiterin. Das neunköpfige Team bereitet täglich ein offenes Frühstück vor. Eltern müssen ihren Schützlingen also kein Vesper mit auf den Weg geben. „Die Kinder entscheiden dann selbst, wann sie essen“, so Gergov-Haak.

Derzeit kommen 14 Kinder in den Genuss dieses Modells. Zudem veränderten die Mitarbeiter die räumliche Konzeption des Essbereichs. „Es ist toll, zu beobachten, wie das Konzept und die neuen Abläufe in der Krippe angenommen werden“, sagt die Leiterin. Davon könne sie sich jeden einzelnen Tag überzeugen. „Selbst die Jüngsten sind mit Eifer dabei.“

In drei Jahren steht die Rezertifizierung an

Begleitet wurde das Krippenteam über die vergangenen Monate von der Beki-Referentin des Zollernalbkreises, Elvira Kalbacher, die am Freitag zur Übergabe allerdings nicht erscheinen konnte. Als Überbringerin des Zertifikats sowie der Stoffbirne – das Maskottchen – fungierte deshalb Jennifer Mages-Torluoglu vom Landwirtschaftsamt, Sachgebiet Ernährung und Hauswirtschaft.

In ihrer Rede dankte sie dem gesamten Krippenteam für dessen Engagement. „Dass dieses Modell besonders im U3-Bereich so toll funktioniert und umgesetzt wurde, ist eine große Leistung“, lobte Mages-Torluoglu. Sie würde sich freuen, wenn sie in drei Jahren zur Rezertifizierung wieder vorbeischauen darf.

Erwachsene als Vorbilder

Nach drei Jahren muss nachgewiesen werden, dass das Thema „bewusste Ernährung“ auch über die weiteren Jahre Teil des Krippenkonzepts bleibt.

Familienamtsleiter Ralf Eppler sprach von einem besonderen Tag für die Einrichtung, den „man ruhig feiern darf“. Ernährung sei ein besonders wichtiges Thema für die Kinder bereits im jungen Alter. „Wichtig ist, dass wir als Eltern und Erwachsene als Vorbilder parat stehen. Es muss einfach früh ein Bewusstsein für gesundes Essen geschaffen werden.“

Die Krippe „Wirbelwind“ ist die zehnte Einrichtung im Zollernalbkreis, die dieses Aushängeschild für ernährungsbewusste Kitas erhalten hat. Im Anschluss an den offiziellen Teil genossen Eltern, Kinder und Krippenmitarbeiterinnen das Jahresfest bei herrlichem Sommerwetter – und natürlich gesunden Speisen.

Landesinitiative

Beki
ist eine Abkürzung für „bewusste Kinderernährung“ und eine Initiative des baden-württembergischen Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Die Initiative vergibt regelmäßig das so genannte Beki-Zertifikat, das als Aushängeschild dienen soll für Kindertageseinrichtungen, die sich in hohem

Maß mit der Sensibilisierung für Essen und Trinken in der frühkindlichen Bildung auseinandersetzen.