Entlastung für das Mühlbachtal: Im Dreher-Gebäude in Renfrizhausen entstehen 45 neue Kita-Plätze. Foto: Reimer

Die Kinderzahlen steigen weiter, die Betreuungsplätze werden knapp. Um den drohenden Engpass abzuwenden, schafft die Stadt im kommenden Kindergartenjahr neue Plätze. Weitere Maßnahmen sollen danach noch folgen.

Sulz - Im kommenden Kindergartenjahr müsse die Stadt für insgesamt 598 Kinder im Alter ab drei Jahren Betreuungsplätze zur Verfügung stellen, erklärte Susanne Vögele von der Stadtverwaltung. Sie stellte in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats am Dienstagabend die Kindergartenbedarfsplanung für 2022/23 vor.

Derzeit verfüge man über 569 Plätze. Es sei daher zwingend erforderlich weitere Plätze zu schaffen, um die Versorgung zu gewährleisten. Flüchtlingskinder aus der Ukraine seien in der Planung allerdings noch nicht miteingerechnet. Durch die Anmietung von Räumlichkeiten und den Ausbau zweier Kindergärten könne man aber entsprechend reagieren und insgesamt 665 Plätze anbieten, also 96 mehr als jetzt. Überschüssige Plätze können dann Kindern ab dem Alter von zwei Jahren zur Verfügung gestellt werden.

In der Kernstadt gut aufgestellt

Man verfolge bei der Planung dieselben Ziele wie in den vergangenen Jahren. Man möchte die dezentralen Strukturen beibehalten, genügend Betreuungsplätze zur Verfügung stellen und Angebote bedarfsgerecht erweitern, beispielsweise durch verlängerte Öffnungszeiten.

Neue Plätze entstehen in Holzhausen, wo derzeit der Kindergarten umgebaut wird. Hier sollen die Kinder im September einziehen können. 79 Plätze stünden dann zur Verfügung, 29 mehr als bisher.

Auch in der Kernstadt ist ein Ausbau des Angebots geplant. Die Stadt werde die Räumlichkeiten des ehemaligen evangelischen Kindergartens in der Kanalstraße anmieten und dort Platz für eineinhalb Gruppen mit insgesamt 36 Kindern schaffen. Der Kindergarten wird im Oktober seine Pforten öffnen. "In der Kernstadt sind wir für das nächste Kindergartenjahr gut aufgestellt", so Vögele.

Naturkindergarten geplant

Im Zuge dessen wird die Kleingruppe in Glatt, wo Kinder aus der Kernstadt betreut wurden, geschlossen. Die dafür erforderliche Bustaxi-Beförderung sei dadurch nicht mehr nötig. Bei Bedarf könne die Kleingruppe aber jederzeit wieder reaktiviert werden.

Im Mühlbachtal stehen ebenfalls Veränderungen an. In Renfrizhausen sollen im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Firma Dreher 45 neue Plätze entstehen. Der Gemeinderat hatte darüber bereits abgestimmt. Die Inbetriebnahme ist für Anfang 2023 vorgesehen.

Als Außenstelle des Kindergartens Holzhausen soll im September 2023 eine Naturkindergartengruppe entstehen. Dadurch würden 20 weitere Betreuungsplätze im übernächsten Kindergartenjahr zur Verfügung stehen. Für die Anschaffung eines Waldkindergartenwagens seien Ausgaben in Höhe von 90 000 Euro notwendig. Dieser Posten soll daher im Investitionsprogramm des Haushalts 2023 aufgenommen werden.

In Bergfelden "an der Grenze"

Heidi Kuhring (GAL) lobte die vorgestellte Planung und die Arbeit des kürzlich gebildeten Kindergarten-Ausschusses. Man könne auf die steigenden Kinderzahlen reagieren, in anderen Kommunen sehe das anders aus. Die Stadt Sulz stehe sehr gut da.

Aufgrund des Interkommunalen Gewerbegebiets InPark A 81 fragte sie außerdem, ob es Pläne für einen Betriebskindergarten gäbe. Laut Bürgermeister Gerd Hieber stünden Überlegungen dieser Art im Raum.

Axel Gratwohl (FWV) merkte an, dass die Plätze in Bergfelden ebenfalls knapp seien. Er fragte an, ob die Stadt vorhabe zu handeln. Tatsächlich sei man in Bergfelden, was die Kapazitäten angeht, "an der Grenze", so Hauptamtsleiter Hartmut Walter. Allerdings sei es zumutbar, die Kinder in einem anderen Ort zum Kindergarten zu bringen. Dennoch werde man auch in Bergfelden in Zukunft die Möglichkeiten für eine Erweiterung untersuchen.

Der Gemeinderat befürwortete die geplanten Erweiterungen und segnete die damit verbundenen Kosten für Personal, Ausstattung und Miete einstimmig ab. Zugleich wurde die Verwaltung damit beauftragt, die für die Erweiterung des Kindergartens Kastell notwendigen Kosten für die Haushaltsjahre 2023 bis 2025 zu ermitteln.