Der Schulgarten ist für die „Kinzigwichtel“ vom Waldkindergarten ein Paradies. Foto: Christiane Frey

Kein Personalmangel, keine Raumnot: Damit glänzen alle vier kommunalen Kindergärten in Loßburg. Doch damit nicht genug. Auf die Besonderheiten der jeweiligen Einrichtung gingen die Leitungen bei ihrer Vorstellung in der Gemeinderatssitzung ein.

Die Kindergärten in kommunaler Trägerschaft genießen in Loßburg hohes Ansehen. Alle vier seien personell und räumlich bestens ausgestattet, hob Bürgermeister Christoph Enderle in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats hervor. Dort hatten die Leitungen der Einrichtungen nun die Gelegenheit, ihre Arbeit vorzustellen.

 

Christine Reber und Alesia Zaccaria vom Kindergarten Härlen verfolgen ein teiloffenes Konzept, in dem gruppenübergreifend gearbeitet werde. „Unser Kindergarten liegt sehr schön am Wald, daher sind unsere Kinder auch sehr gerne draußen und haben viel Bewegung“, erklärte Reber. Es gebe zwar Tagespläne, die könnten aber spontan umgestellt werden. Ganz wichtig sei es, die ganzheitliche Entwicklung der Kinder in den Mittelpunkt zu stellen.

Im „Härlen“ gibt es drei Vollzeit- und zwei Teilzeitkräfte, dazu eine Integrationskraft und eine Sprachförderkraft, die mit 35 Prozent Zeitanteil beschäftigt ist. Feste, Ausflüge ins „Zauberland“ oder ins Heimatmuseum bereichern den Alltag der Kinder. Die Einrichtung ist BeKi- und bewegungszertifiziert.

Virtueller Rundgang

Im Kinderhaus Loßburg steht ein Dreierteam an der Spitze, es ist mit mehr als 170 Kindern auch die größte der vier Kitas. In der Krippe werden etwa 40 Kinder in vier Gruppen betreut, bei den über Dreijährigen sind es derzeit 132.

Simone Winter, Andrea Meser und Sarah Merz werden von 30 pädagogischen Fachkräften in Voll- und Teilzeit unterstützt. Auch Integrationskräfte und Sprachförderung gibt es im Kinderhaus. Herausfordernd, weil zeitaufwendig, sei die Betreuung der Ganztagskinder.

In einem virtuellen Rundgang zeigten die Leiterinnen dem Gremium die großzügigen Räume des Kinderhauses: Kreativbereich, Bücherstube, Werkstatt, ein Raum der Sinne, eine Nähecke, dazu ein riesiges Außenspielgelände. Betreut werden Kinder aus der gesamten Gemeinde. Jede Woche liefert der Hofbauernhof aus Schömberg frisches Obst und Gemüse.

Schüler werden betreut

Der Kindergarten Sonnenwiese in Betzweiler wird von Sabrina Kaupp und Sabrina Binder geleitet. Er bietet Platz für zwei Kindergartengruppen mit jeweils 25 Kindern und eine Krippengruppe mit zehn Plätzen. Im Kindergarten werden auch Schulkinder der benachbarten Grundschule betreut: Eine Besonderheit, da die Grundschule nicht über entsprechende Räume verfügt.

In der „Sonnenwiese“ legen die Betreuerinnen viel Wert auf freies Spiel, da die Kinder heutzutage oft einen vollen Terminkalender hätten, würden sie das sehr genießen. „In unserem wunderschönen Garten haben wir zudem viel Patz für Bewegung und Spielen im Freien“, bestätigten Kaupp und Binder. Die „Sonnenwiese“ ist zudem eine inklusive Kita, denn sie hat einen Aufzug und kann somit auch Kinder aufnehmen, die im Rollstuhl sitzen.

Drei Jahre im Provisorium

Diana Schmalz leitet den Waldkindergarten, der nach drei Jahren im Provisorium im Mai seine neue Schutzunterkunft beziehen konnte. „Wir haben den schönsten Arbeitsplatz von Loßburg“, findet sie. Die „Kinzigwichtel“ seien weitgehend draußen in der Natur, nur bei extrem schlechtem Wetter gehen sie in die Unterkunft. Der Leitgedanke sei „Lernen mit und von der Natur“, es gelte, den Wald mit allen Sinnen zu erleben. Gerne werkeln die Kinder im Schulgarten, jäten, schneiden, düngen und ernten mit viel Eifer.