Wenn der neue Kindergarten in Locherhof im September 2026 in Betrieb geht, wird ein neues pädagogisches Konzept verfolgt und erstmals auch Krippenplätze angeboten. Foto: Hölsch

Neuer Kindergarten in Eschbronn vereint Locherhof und Mariazell mit Krippenplätzen, offenem Konzept und moderner, kindgerechter Pädagogik.

Mit der räumlichen und organisatorischen Zusammenlegung der Kindergärten Locherhof und Mariazell in das umgebaute ehemalige Grundschulgebäude in Locherhof bietet sich die Möglichkeit, das Betreuungsangebot und die Pädagogik breiter aufzustellen, differenzierter anzubieten und bedarfsorientierter zu gestalten.

 

Nach Auskunft von Bürgermeister Franz Moser in der Sitzung des Gemeinderats konnten aufgrund der bisherigen Struktur keine Krippengruppe unter drei Jahre angeboten werden, weshalb altersgemischte Gruppen eingerichtet worden seien. Im neuen Kindergarten würden nun bedarfsgerecht auch Krippenplätze zur Verfügung stehen.

Hinsichtlich der Pädagogik sei es durch die bessere Raumsituation des neuen Kindergartens möglich, Elemente des „offenen Konzeptes“ umzusetzen, schilderte der Bürgermeister. In Workshops und mit Unterstützung von Fachberatern des Landesverbands hätten die pädagogischen Fachkräfte der Einrichtungen Locherhof und Mariazell einen Entwurf erarbeitet, dessen Ergebnis den Räten vorgestellt werde.

Der Orientierungsplan des Landes für Bildung und Erziehung aus dem Jahr 2005 sei weiterentwickelt und im Juli dieses Jahres neu aufgelegt worden. „Er stellt die Perspektive des Kindes in den Mittelpunkt und beantwortet die Fragen, was das Kind will und braucht“, berichtete Moser.

Alle sollen sich wohl fühlen

Nach Darstellung von Kindergartenleiter Holger Schaible basiere die pädagogische Arbeit auf einer wertschätzenden Grundhaltung. Es werde eine Gemeinschaft geschaffen, in der sich jedes Kind als wichtigen Teil erlebe, seinen Platz finde und mit Freude in die Einrichtung komme. Kinder sollten im Kindergarten Eschbronn die Gewissheit haben, „Ich bin willkommen, wertvoll und darf ich selbst sein“, bekräftigte Schaible. Ziel sei es, eine inklusive Umgebung zu schaffen, in der sich alle Kinder wohl, akzeptiert und respektiert fühlten.

Die pädagogische Arbeit orientiere sich an den individuellen Bedürfnissen der Kinder und unterstütze sie darin, ihre Identität zu entwickeln und Selbstvertrauen zu gewinnen. „Wir sehen die Unterschiede nicht als Hindernis, sondern als Chance, voneinander zu lernen und gemeinsam zu wachsen“, betonte der Kindergartenleiter. Die Konzeption müsse Anfang 2026 fertig sein, um die Betriebserlaubnis beantragen zu können.

Was ist neu?

Rat Fred Zehnder war überzeugt, dass jeder Kindergarten gute Arbeit leiste. Er wollte wissen, wie viel vom bisherigen Konzept im Neuen noch zu finden sei. Nach Auskunft des Bürgermeisters werde der Kindergarten nicht neu erfunden, aber komplett anders als bisher. Das neue Konzept sei nicht KI-produziert, sondern von Mitarbeitern der Kindergärten in Workshops erarbeitet worden. „Das bisherige war trotzdem gut. Jetzt haben wir neue Möglichkeiten, die wir nutzen sollten. Für die Konzeption hatten wir ein paar Schließtage, die aber notwendig waren“, dankte Moser für das Verständnis der Eltern.

Rainer Scheck machte deutlich, dass es für ihn ab September 2026 nur noch einen Elternbeirat und einen Kindergarten geben dürfe, „der auch so geführt wird. Eine Trennung wie bisher darf es nicht mehr geben“, zielte Scheck auf den Naturkindergarten ab.