Markus Megerle, Feuerwehrkommandant in Villingen-Schwenningen, spricht über die Kinderfeuerwehr. Foto: Lukas Podolski

Die Kinderfeuerwehr hatte Ende 2024 in VS-Weigheim ihre Geburtsstunde. Mittlerweile gibt es diese in der Form jedoch nicht mehr. Woran liegt das?

Vor über einem Jahr startete die erste offizielle Kinderfeuerwehr in Villingen-Schwenningen. Wie das Projekt angenommen wurde und warum es aktuell nicht mehr besteht, erklärt Feuerwehrkommandant Markus Megerle.

 

Die Kinderfeuerwehr ist eine Ergänzung zur Jugendfeuerwehr, die bereits in vielen Gemeinden vorhanden ist. Das Eintrittsalter liegt bei zehn Jahren. Jedoch gibt es auch Fälle, in denen Kinder bereits mit neun Jahren der Jugendfeuerwehr beitreten können, erklärt Megerle. Gerade bei Freundesgruppen mit leichtem Altersunterschied werde geschaut, dass diese gleichzeitig beitreten können. „Wir möchten Gruppen nicht auseinander bringen“, fügt er hinzu.

Die Idee hinter der Kindergruppe sei, Kinder schon im frühen Kindesalter für die Feuerwehr zu begeistern. Das Eintrittsalter zur Jugendfeuerwehr sei in einigen Fällen zu spät, viele hätten sich zu diesem Zeitpunkt schon anderen Vereinen angeschlossen. Zudem hätten Eltern, die selbst bei der Feuerwehr aktiv sind, den Wunsch geäußert, ihre Kinder früher einzubinden. Viele Mitglieder der Kinder- sowie der Jugendfeuerwehr stammen aus feuerwehrnahen Familien, externe Neueintritte seien eher selten.

In Weigheim wurde Ende 2024 neben der Jugendfeuerwehr eine Kindergruppe ins Leben gerufen. Diese ermöglicht es bereits Kindern ab sechs Jahren, erste Einblicke in die Feuerwehr zu erhalten. Während die Jugendfeuerwehr technisch anspruchsvollere Aufgaben übernimmt, steht bei den Kindergruppen das spielerische Kennenlernen der Feuerwehr im Vordergrund. Laut Megerle verbringt die Gruppe rund zwei Drittel der Zeit mit Bastelarbeiten und kleinen Spielen.

Fehlender Nachwuchs

Doch wieso gibt es diese nun nicht mehr? Die Kinder seien inzwischen in einem Alter angekommen, in dem sie in die Jugendfeuerwehr wechseln. Nachwuchs sei zurzeit nicht in Sicht, in Weigheim werde jedoch überlegt, bald wieder „die Werbetrommel zu rühren“, um neue Mitglieder zu gewinnen.

Die Gründung einer Kindergruppe sei mit einem hohen Aufwand verbunden. Die Betreuung erfolge durch aktive Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner, die diese Aufgabe zusätzlich ehrenamtlich übernehmen würden. Die Arbeit mit einer Kinderfeuerwehr erfordert viel Vorbereitung, für die bei vielen die nötige Zeit fehlt, sagt Megerle.

Vermittlung wichtiger Werte

Was lernen die Kinder und Jugendlichen bei der Nachwuchsfeuerwehr? „Wir vermitteln wichtige Werte“, sagt Megerle. Dazu gehören Kameradschaft und Hilfsbereitschaft, in der Jugendfeuerwehr außerdem ein wachsendes technisches Verständnis. So zeigt sich, dass die Arbeit in der Nachwuchsfeuerwehr nicht nur spielerisch, sondern auch lehrreich ist und Kinder und Jugendliche langfristig auf die Feuerwehr vorbereitet.