Mit bekannten, meist deutschsprachigen Schlagern und Couplets unterhielt der Gesangverein Schallbach sein Publikum auf besondere Art.
Zwischen der schönen „Donna Clara“ und der Pop-Rock-Sängerin Christina Stürmer liegen knapp 90 Jahre. Mit bekannten, meist deutschsprachigen Schlagern und Couplets aus dem Zeitraum von 1928 bis 2016 nahm der Gesangverein Schallbach sein Publikum mit auf eine klingende „Reise durch die Zeit“.
Vorsitzende und Ansagerin Carmen Kuenzer führte die Zuhörer durch den Zeitraum von 1928 bis 2016 und mit hörbar großer Freude am Gesang schufen die 28 Sänger und Sängerinnen einen abwechslungsreichen Abend inclusive Knalleffekt.
Erfreulich und nicht überall selbstverständlich: Etliche junge Sängerinnen verstärken mittlerweile den Sopran. Mit den „Notenhopsern“ gibt es einen Kinderchor.
Kinderchor kommt an
Im Vorfeld waren die elf Mädchen unter Ping Wangs musikalischer Leitung nervös, schließlich präsentierten sie sich vor einer voll besetzten Gemeindehalle. Die Nervosität verflog sofort, als die Kinder beim „Kartoffellied“ kulinarische Kartoffelköstlichkeiten besangen. Sodann stellten sie mit Rap-Einlagen und choreographisch untermalt energisch klar: „Halt, das ist unser Wald!“. Für ihren Auftritt bekam der Kinderchor starken Applaus.
Der gemischte Chor eröffnete das Jahreskonzert mit „Der Schwarzwälder im Breisgau“ und besang neben Johann Peter Hebels Zeilen über Müllheim und Freiburg auch das eigene Dorf: „Z’ Schallbach uffem Land, da sin d’ Lüt charmant“. Seit November 2023 leitet Martin Klingler den Chor und legt unter anderem hörbar großen Wert auf Rhythmik. So kam denn auch der Tango „Oh Donna Clara“, in den Strophen intoniert von den Männerstimmen und effektvoll umrahmt von den Frauenstimmen, rhythmisch sauber und mitreißend herüber.
Die Männer und der Kaktus
Viele der Lieder begleitete Olena Vyshnevska am Klavier. Den Klassiker der Comedian Harmonists „Mein kleiner grüner Kaktus“ jedoch besangen die Männer a cappella, ohne Frauen, dafür mit viel Schwung.
„Es fallen Blütenflocken auf ihre goldnen Ringellocken“, textete einst Humorist Heinz Erhardt. Mit Erhardts Lied „Ach wie schön ist doch die Welt“ solierte Chorleiter Klingler mit souveränem Klavierspiel und schöner Stimme. Hierfür und für sein sensibles Pianosolo zur Ballade „River flows in you“ bekam er großen Beifall.
Ohne Abba geht es nicht
Zum „Kriminaltango“ aus den 1950er-Jahren verwandelte sich der Chor optisch in eine Gangsterbande. Hier gehörte ein saalfüllender Knalleffekt zu den Zeilen: „Und in die Spannung, da fällt ein Schuss“. Bei den Popsongs aus den 1970er-Jahren spielte natürlich „Abba“ eine tragende Rolle und mit harmonischer Vielstimmigkeit und starkem Sopran widmete sich der Chor den Abba-Hits „Mamma Mia“ und „Thank you for the music“.
Weiter ging es bis in das Jahr 2016 und Christina Stürmers mit Nachdruck gesungenes „Seite an Seite“. Zuletzt klang das Konzert aus mit dem irischen Traditional „Whiskey in the jar“, mit herzhaftem Applaus und einem mitreißenden Gospel als Zugabe.
Knisternde Spannung gab es auch danach noch: Schließlich galt es, die Tombola-Gewinne abzuholen – und hier durfte die traditionelle „Rehverlosung“ nicht fehlen.