Die Kinderbuchmesse „Lörracher Leselust“ spannte am Wochenende einen weiten Bogen rund ums Lesen.
Aufgepasst und hergehört!“ – dieser Ruf von Birgit Degenhardt hat auf der Kinderbuchmesse Signalwirkung. Wenn er durch den Burghof tönt, wissen Kinder und Erwachsene: Jetzt kommt wieder etwas Besonderes, eine Lesung, ein Theaterstück, eine neue spannende Geschichte.
„Partizipation in Kombination mit Exzellenz“, umschreibt die Erfinderin und Organisatorin der Kinderbuchmesse das Konzept. Das heißt: Kinder dürfen überall mitmachen, zugleich sind hochkarätige Autoren, Illustratoren und Theatermacher eingeladen.
Zweisprachige Lesungen gehören fest ins Programm, denn „alle sollen sich eingeladen fühlen“, sagt Degenhardt. Dass inzwischen Besucher kommen, die in den Anfangsjahren als Kinder dabei waren und heute ihren eigenen Nachwuchs mitbringen, freut sie besonders.
Hochkarätige Gäste
Die 34. Messe stand unter dem Motto „Spielraum“ – und genau in einen solchen verwandelte sich der Burghof am Wochenende: Auf drei Etagen wurde gelesen, gespielt, gestaunt. Die Freude an Erzählungen war überall spürbar, in den vollen Reihen bei den Lesungen ebenso wie in den stillen Schmökerecken.
Neben langjährigen Partnern wie Unicef, Truz, Stadtbibliothek, Familienzentrum oder Schubert-Durand-Stiftung waren auch neue Teilnehmer dabei. Buchhändlerin Patricia Merkel etwa, die gemeinsam mit ihrer Schwester Antonia Buchläden in Rheinfelden und Grenzach-Wyhlen führt. Ihre erste Bilanz: „Die Kinder sind sehr neugierig, das ist schön.“
Neben Neuerscheinungen griffen viele junge Leser weiterhin zu Klassikern wie „Nils Holgersson“ und Büchern von Astrid Lindgren. An ihrem Stand lagen zudem Werke der geladenen Gäste – darunter Titel von Jens Rassmus, die er anlässlich seines Auftritts signiert hatte. Der Kinderbuchautor und Illustrator Jens Rassmus hat gerade den Kinderliteraturpreis in der Sparte Bilderbuch erhalten. Vor einem faszinierten Publikum las er am Samstag aus seinem Buch „Juhu, Letzter“. Thema: Eine Olympiade der Tiere, bei der diejenigen gewinnen, die verlieren – woraufhin sich die Tiere bemühen, in allen Disziplinen möglichst schlecht abzuschneiden. Die Idee kam bestens an: Mit lauten Gratulationsrufen freuten sich die Kinder für die jeweiligen Gewinner-Verlierer.
Starker Schachclub
Das Motto „Spielraum“ zeigte sich auch im wörtlichen Sinn. Einen eigenen Bereich bespielte der Schachclub Brombach. Der Verein mit mehr als 120 Mitgliedern – etwa die Hälfte davon unter 20 Jahren – war zum zweiten Mal dabei, diesmal gut sichtbar auf der kleinen Bühne im Foyer. „Wir sind der größte und beste Schachclub südlich von Baden-Baden“, warb der zweite Vorsitzende Nico Brandl. Jugendleiter Dmitry Gultyaev sprach von einer „guten Mischung, alle Altersgruppen, stärkere und schwächere sind bei uns sehr willkommen“. Viele Kinder nutzten im Burghof die Gelegenheit zu einer Partie oder machten erste Erfahrungen mit Schach.
Im Untergeschoss konnten Spiele des Lörracher Spieleverleihs I‑Kuh ausprobiert werden. Eine Rallye führte die Kinder durch alle drei Etagen: Im Medienraum erweiterten digitale Angebote den Zugang zum Lesen.