Im Gemeinderat haben die Kita-Leitungen die aktuellen Zahlen vorgestellt. Die personelle Lage ist so gut wie lange nicht. Aber an manchen Stellen drückt der Schuh.
In den vergangenen Jahren hat sich vor allem personell viel in den kommunalen Kitas getan. Neue Mitarbeiter wurden eingestellt, auch in den Leitungen gab es Wechsel. Die neue Gesamtleitung der im Familienzentrum organisierten Kitas hat seit kurzem Sonja Paech inne. Gemeinsam mit den Kita-Leitungen stellte sie im Gemeinderat die aktuellen Zahlen und die Situation in den Einrichtungen vor. Demnach sind 100 Personen in der Kinderbetreuung angestellt. Die betreuen insgesamt 390 Kinder. 412 Plätze ständen zur Verfügung.
Ottenbronn
63 Kinder besuchen den dortigen Kindergarten in insgesamt vier Gruppen, eine davon im U3-Bereich. Die Leitung hat im Mai Stephanie Orifiamma übernommen. Sie ist die Chefin von 17 Mitarbeitern. Insgesamt könne der Bedarf an Betreuungsplätzen im Ort erfüllt werden, sagt sie im Gemeinderat. Auch die räumliche Situation sei in Ordnung. Die Nahe zur Turnhalle und zum Wald werde für regelmäßige Ausflüge genutzt. Verbesserungsbedarf sieht sie Orifiamma beim Brandschutz. Das Haus sei zwar schön, baulich aber in die Jahre gekommen.
Neuhengstett
In den Neuhengstetter Kindergarten gehen aktuell 94 Kinder in fünf Gruppen, davon eine gemischte und eine U3-Gruppe. Für den U3-Bereich stehen zwei Kinder auf der Warteliste. Ansonsten kann der Platzbedarf im Ort gedeckt werden. 19 Menschen arbeiten im Kindergarten. Die Leitung hat Natalie Möbes inne. Bei Bedarf können die Kinder in der Einrichtung ein warmes Mittagessen bekommen. „Zwischen 20 und 25 Kinder essen täglich hier“, so Möbes. Aktuell werde der Bach im Garten verdolt. Die Kinder begeisterten sich für die Baustelle.
Handlungsbedarf sah Möbes am Gebäude, an dem seit 30 Jahren nichts mehr gemacht worden sei. Sanierungen seien nötig – auch des Brandschutzes wegen. Möbes berichtete noch von einem weiteren Problem: der Parksituation. Die Menschen aus dem Neubaugebiet nutzten die Parkplätze beim Kindergarten mit. Es sei deshalb für Eltern und Mitarbeiter schwierig, einen Parkplatz zu finden.
Kita Jahnstraße
Die Kita besuchen 61 Kinder in vier Gruppen, davon zwei im U3-Bereich. Dazu werden drei Inklusionskinder betreut. Dafür gibt es eine Inklusionskraft. Insgesamt arbeiten 16 Menschen dort. Für den U3-Bereich gibt es eine kurze Warteliste. Die Leitung ist mit Laura Herrmann besetzt. In der Jahnstraße liege der Fokus auf der Sprachförderung und Musikangeboten, so Herrmann. Sie berichtete von Handlungsbedarf beim Brandschutz und der Gebäudesanierung. Zudem brauche es neue Möbel. Auch der Schaden, der durch den Hagelsturm im vergangenen Jahr entstanden ist, müsse noch gerichtet werden. Es gebe jetzt kleinkindgerechte Spielgeräte im Garten. Diese kämen bei den Krippenkindern sehr gut an.
Kita Fronäckerstraße
Die Einrichtung besuchen 65 Kinder in drei Gruppen. Der Platzbedarf kann abgedeckt werden. Die stellvertretende Leiterin Jennifer Bitner steht elf Mitarbeitern vor. In der Einrichtung habe es viel personelle Wechsel gegeben. Das Team finde sich aktuell. Auch hier müsse ein Hagelschaden beseitigt werden. Zudem wären bauliche Maßnahmen am Dach und Mauerwerk nötig. Herausfordernd sei zudem die Altersspanne in der Mischgruppe. In der werden Kinder im Alter von 1 bis 6 Jahren betreut. „Wir entwickeln hier gerade ein Konzept“, so Bitner.
Kita Poststraße
103 Kinder – darunter vier Inklusionskinder – besuchen in fünf Gruppen Althengstetts größte Kita, eine im U3-Bereich. Diese Kita bietet als einzige Ganztagesbetreuung an –bis zu 50 Stunden in der Woche. Leiter Sven Wolf steht 36 Mitarbeitern und zwei Hauswirtschafterinnen vor. Aktuell müsse das Dach gerichtet werden, so Wolf.
Die Nachfrage nach U3-Plätzen sei höher als das Angebot. 19 Kinder habe man abweisen müssen. Die seien teils in anderen Einrichtungen untergekommen. Bei den Ganztagesplätzen bewege man sich im „Grenzbereich“. Auch forderte er eine bessere Bezahlung der Mitarbeiter in diesem Bereich. Das helfe, geeignetes Personal zu finden.
Inklusion
Seit kurzem gib es mit Sabine Heim eine Inklusionsmanagerin. Sie erklärt, dass die Genehmigung von Inklusionskräften oft lange brauche, obwohl es einen gesetzlichen Anspruch gebe. Ihre neu geschaffene Stelle stoße auf „extrem positive Resonanz“. Althengstett nehme im Inklusionsbereich eine Vorreiterrolle ein.
Das sagt der Gemeinderat
Unisono kam aus dem Gremium Lob für die Arbeit in den Einrichtungen. Auch die gute personelle Ausstattung erfreute die Räte. Bürgermeister Rüdiger Klahm sprach davon, dass endlich wieder ein „Normalbetrieb“ eingekehrt sei. Aus dem Gremium kam die Forderung, bei der Vorstellung der Zahlen künftig auch den Waldkindergarten Neuhengstett zu berücksichtigen. Der wird von einem Verein getragen. „Er gehört aber auch zur Bedarfsplanung“, meinte Lothar Kante (SPD). Bürgermeister Klahm sagte dies zu.