124 Kinder in 6,5 Gruppen werden momentan in der Kita Kunterbunt betreut. Foto: Biermayer

Wegen Personalmangels ist das Betreuungsangebot in der Ostelsheimer Kita momentan eingeschränkt. Die Verwaltung geht aber von einer Rückkehr zum alten Modell aus, sobald es wieder genug Personal gibt. Personal wird auch für eine neue Krippen-Gruppe benötigt, die es ab Oktober geben soll.

Ostelsheim - 124 Kinder in 6,5 Gruppen werden momentan in der Kita Kunterbunt betreut. Das erklärte deren Leiterin Susann Schecher dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Positiv sei zu vermelden, dass der Garten hinter dem Gebäude nun weitestgehend fertig sei. Für die gesamte Einrichtung habe man wegen Personalmangels die Öffnungszeiten einschränken müssen. Immerhin habe man die stellvertretende Kita-Leitung nun neu besetzt.

 

Hauptamtsleiterin Sara Hartmann erklärte die Zahlen anschließend etwas genauer. 121 Plätze könnte die Kita aktuell anbieten. Eine Gruppe in der Krippe habe man aufgelöst, da diese Kinder in anderen Gruppen mitbetreut werden können. Auch sie verwies auf den Personalmangel und eingeschränkte Öffnungszeiten. Statt von 7 bis 17 Uhr könnten in den Ganztagesgruppen die Kinder nur von 7.30 Uhr bis 13.30 betreut werden. Das Angebot solle wieder ausgeweitet werden, sobald es mehr Personal gebe.

Fünf Plätzen im Kleinkindbereich geplant

Ab Oktober sei zudem eine neue Gruppe mit fünf Plätzen im Kleinkindbereich geplant. Sie solle von 7 Uhr bis 13.30 Uhr geöffnet sein. Aber auch im Bereich der Kinder von drei bis sechs Jahren brauche es perspektivisch noch mehr Plätze, heißt es in der Sitzungsvorlage. Denn den 121 Plätzen aktuell stehen 158 Kinder gegenüber, die momentan einen Rechtsanspruch auf einen solchen Platz haben. Das heißt nicht, dass die Kommune wirklich 158 Plätze vorhalten muss. Aber es können jederzeit mehr Kinder angemeldet werden, die dann betreut werden müssen.

Und die freien Plätze sind dünn gesät, wie Hartmann dem Gremium erklärte. Denn auch wenn man die Anmeldungen für das kommende Jahr noch nicht berücksichtige, seien in den einzelnen Gruppen oft keine oder nur ein Platz frei.

Um diesen Druck unmittelbar zu lindern, behilft sich die Kommune mit einer Lösung, die der Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS) eingeräumt hat. Während der Pandemie, also solange die Corona-Verordnung ihre Gültigkeit hat, kann die Höchstgruppengröße um zwei Kinder erhöht werden. Dadurch wird indirekt am Betreuungsschlüssel gedreht. Personalmangel- oder ausfälle wie in Ostelsheim fallen nicht mehr so stark ins Gewicht. Der Betrieb kann aufrecht erhalten werden.

Am Betreuungsschlüssel abgearbeitet

Bürgermeister Jürgen Fuchs hatte sich bereits in vergangenen Sitzungen am vom KVJS normalerweise vorgegebenen Betreuungsschlüssel abgearbeitet. Nur mit einer dauerhaften Anpassung hier könne man dem Fachkräftemangel überhaupt begegnen, meinte er. Und von dieser dauerhaften – also über die Pandemie hinaus – Anpassung geht die Verwaltung auch aus, wie in der Sitzungsvorlage steht.

Trotzdem will sich die Verwaltung um mehr Personal bemühen, wie Hartmann erklärte. Einige neue Mitarbeiterinnen habe man bereits eingestellt. Und man wolle eigentlich auch etwas mehr Personal als man brauche. So sei man im Schwangerschafts- oder Krankheitsfall besser abgesichert. Mit dem aktuell vorhandenen Personal könnten die momentanen Öffnungszeiten gewährleistet werden. Allerdings sei es immer noch das Ziel, langfristig wieder eine Ganztagsbetreuung anbieten zu können.