Der Hausacher Naturkindergarten ist offiziell eingeweiht worden: Die MitarbeiterDominik Lotz (von links), Luca Harpeng und Silvia Schmider, Leiterin Barbara Schwendemann, Bürgermeister Wolfgang Hermann und DRK-Kreisgeschäftsführer Volker Halbe Foto: Fischer

Zunächst war die Einrichtung als Waldkindergarten geplant. Nach einigen Herausforderungen bei der Standortsuche wurde nun ein anderes Konzept umgesetzt.

„Drei Dinge kann man in einem Naturkindergarten lernen: Matsch ist kein Dreck, sondern Spielzeug, ein Stock kann alles sein, auch ein Zauberstab, und die Eltern lernen, dass saubere Kleidung komplett überbewertet wird“, leitete Bürgermeister Wolfgang Hermann seine Begrüßung am Hausacher Naturkindergarten ein. Die Kita an der Schanze 5 neben dem Kinzigtalbad ist mit der Übergabe eines symbolischen Schlüssels offiziell eingeweiht worden.

 

Der Naturkindergarten wird vom DRK-Kreisverband Wolfach als Außenstelle der Kita Sternschnuppe betrieben und ist damit einer von nur zwei Naturkindergärten in ganz Baden-Württemberg, die vom Deutschen Roten Kreuz betrieben werden, erklärte DRK-Kreisgeschäftsführer Volker Halbe. Zwölf Kinder inklusive eines Inklusionskinds werden in dem neuen Kindergarten von den Erziehern Dominik Lotz, Silvia Schmider und Yvonne Kaiser sowie dem FSJler Luca Harpeng betreut. Platz wäre für 20 Kinder. Vor fünf Jahren sei auf Initiative von Veronika Brüstle die Idee entstanden, einen Waldkindergarten in Hausach zu schaffen und damit dem immer größer werdenden Bedarf an Kita-Plätzen Rechnung zu tragen. „Wir haben erst mal viele mögliche Plätze angeschaut, aber entweder war er zu weit auf dem Berg, zu nah an der Bundesstraße oder man hätte viele Bäume abholzen müssen. Irgendwann sind wir dann auf den Platz hinterm Kinzigtalbad gekommen“, so Hermann. Statt einem Wald- wurde es nun eben ein Naturkindergarten:

Im Haushalt wurden im vergangenen Jahr dafür 300 000 Euro eingestellt, die Hütte aus Holz als Unterschlupf für die ganz kalten Tage sollte eigentlich schon Monate früher fertig sein und die Kinder zum neuen Kitajahr 2025/2026 dort einziehen.

Kostenpunkt liegt bei insgesamt 345 000 Euro

Doch dann gab es unter anderem Lieferprobleme beim Holz und das Sägewerk Streit sprang ein: Klaus Henne sicherte nicht nur das Holz zu, sondern spendete es auch gleich – ein fünfstelliger Betrag, erläuterte der Bürgermeister. „Damit haben wir mit tatsächlichen Kosten von 34 5 000 Euro abzüglich der Spende doch wieder fast eine Punktlandung erreicht.“ Doch in den Kindergarten kommen durften die Kinder ab September trotzdem, ein Zelt auf dem Platz diente als Dach über dem Kopf für den Morgen- und Abschiedskreis. „Zuerst hatten wir ein Toitoi aufgestellt, doch das hat gar nicht funktioniert“, berichtete Silvia Schmider, die im Naturkindergarten die Leitung übernimmt.

„Wir durften dann vier Monate lang die Toiletten und den Vorraum des Kinzigtalbads mit nutzen und das Team hat auch für uns zusätzlich geputzt“, ist Schmider mehr als dankbar. Umso glücklicher sind jetzt alle, dass das Holzhaus steht und sich die Kinder hier aufwärmen können. Im Raum sind herunterklappbare Tische und Bänke und eine kleine Küche installiert, nebenan steht ein Toilettenwagen mit zwei Klos und einem Waschbecken mit Kommode. Die Handvoll Kinder, die beim Termin anwesend waren, hat allerdings gezeigt: Zum Glücklichsein brauchen sie nicht viel. Matsch zum Spielen, Wurzeln zum Klettern und ein paar Steine reichen aus, um sie lange zu beschäftigen. „Wir werden außer ein paar Bilderbüchern auch kaum Spielzeug hier haben, denn wir wollen dem Konsum entgegenwirken. Wir arbeiten einfach mit dem, was die Natur so hergibt“, erklärte Schmider. Pfarrer Jürgen Grabetz und Kirchengemeinderat Werner Kadel brachten den Segen für das Gebäude „und vor allem für die Kinder, Erzieher und Eltern“.

Anmeldungen

Für Anmeldungen für das Kindergartenjahr 2026/2027 in den Hausacher Kitas melden sich Eltern am 19. und 20. Februar telefonisch oder per E-Mail direkt bei den jeweiligen Einrichtungen.