In der Wildberger Kindertagesstätte Sonnenrain soll eine zusätzliche Gruppe für unter dreijährige Kinder geschaffen werden. Foto: Uwe Priestersbach

Der Rechtsanspruch auf Betreuungsplätze in den Wildberger Kindertagesstätten wird gesamtstädtisch erfüllt. Die Planung aber fällt schwer. Im U3-Bereich gibt es noch Handlungsbedarf.

Das wurde jetzt bei der Vorstellung der Kindergartenbedarfsplanung 2026/27 im Gemeinderat deutlich. Vor dem Start ins nächste Kindergartenjahr stehen 496 Plätze für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren zur Verfügung – und 72 Plätze für Kinder unter drei Jahren.

 

Bei dieser Gelegenheit machte Bürgermeister Ulrich Bünger deutlich, dass es sich bei der Bedarfsplanung für die Wildberger Kindertagesstätten um ein „fast nicht mehr steuerbares Aufgabenfeld handelt“. So sei der Bedarf an Betreuungsplätzen „unglaublich schwer zu kalkulieren“ – und es können sich relativ schnell Veränderungen ergeben. Vor dem Hintergrund von deutlich über 400 Kindern sprach er von einer „logistischen Herausforderung“.

Hoher Sprachförder- sowie Integrationsbedarf

Wie Fachbereichsleiterin Sabrina Mayer den Räten mitteilte, stehen in den sieben Kindertagesstätten bei theoretischer Vollbelegung rein rechnerisch insgesamt 496 Kindergartenplätze für drei- bis sechsjährige Kinder zur Verfügung. Der prognostizierte Bedarf bis zum Sommer liege bei 453 Plätzen, wobei die tatsächlich erwartete Belegung auf 424 Plätze geschätzt werde, nachdem nicht alle Kinder einen Kindergarten besuchen.

Der Mindestpersonalschlüssel werde in diesem Bereich zwar eingehalten, doch machte Sabrina Mayer auf den stark zunehmenden Anteil von Kindern mit Sprachförder- sowie Integrationsbedarf aufmerksam. Dies führe zu Konflikten zwischen dem Rechtsanspruch und der pädagogischen Leistbarkeit, so die Fachbereichsleiterin.

U3-Plätze sind nahezu alle belegt

Bei den unter dreijährigen Kindern sind die vorhandenen 72 Plätze nahezu vollständig ausgelastet. Vor dem Hintergrund der absehbaren Bedarfsentwicklung schlägt die Verwaltung als weiteren Standort für eine zusätzliche U3-Gruppe den Kindergarten Sonnenrain vor – was vor allem auch mit Blick auf das dort neu entstehende Baugebiet sinnvoll sei.

SPD-Rat David Mogler sprach in der anschließenden Diskussion mit Blick auf die Kinderbetreuung von einem „unfassbar komplexen Thema“. Dabei lobte er die Verwaltung für die gut strukturierte Aufarbeitung der aktuellen und künftigen Situation. Gerhard Ostertag (CDU) fand es erfreulich, dass „wir grundsätzlich gut aufgestellt sind und den Rechtsanspruch erfüllen können“.

Warum gehen nicht alle Kinder in einen Kindergarten?

Für die Schönbronner Ortsvorsteherin Anna-Lena Seeger stellte sich die Frage, woran es liege, „dass nicht alle Kinder in den Kindergarten gehen“. Wie Bürgermeister Ulrich Bünger erwiderte, gebe es keine Kindergartenpflicht und es sei eine Entscheidung der Eltern. Unterm Strich „sind die Gründe vielfältig“, erklärte der Rathauschef.

Einstimmig gab der Gemeinderat anschließend grünes Licht zur Umsetzung der Bedarfsplanung für die Kindertagesstätten, sowie zur Planung und den Standort einer weiteren U3-Gruppe im Stadtgebiet.