Um die Betreuung von Kindern geht es in der nächsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Donnerstag, 2. März. Foto: © oksix - stock.adobe.com/OKSANA SHUFRYCH

In Vilingen-Schwenningen mangelt es an Kita-Plätzen, das ist keine Neuigkeit. Um so schöner die Nachricht, dass in der geplanten Kita Oberer Brühl in Villingen mehr Kinder einen Platz finden werden, als ursprünglich geplant.

Der Bedarf nach Plätzen in Kindertagesstätten ist groß, der Platz allerdings begrenzt.

 

Auch in der kommenden Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Donnerstag, 2. März, ist die Versorgung mit Kita-Plätzen wieder ein Thema. Konkret geht es um die Kindertagesstätte Oberer Brühl.

Im April 2022 hatte der Gemeinderat die Realisierung der Kita festgelegt, dabei soll das Bestandsgebäude des früheren Areals Mangin umgebaut werden und Platz für insgesamt sechs Kindergartengruppen bieten. Erste Fachplanungen haben nun ergeben, dass beim Ausbau des Dachgeschosses noch zwei weitere Gruppen, sprich insgesamt acht Gruppen, im Gebäude untergebracht werden können.

Bedarf an Kita-Plätzen nicht gedeckt

Und das sind Kita-Plätze, die in der Doppelstadt dringend gebraucht werden. Denn aus der Sitzungsvorlage geht hervor, dass es erforderlich ist, weitere Betreuungskapazitäten zu schaffen.

Laut Bedarfsplanung für Villingen können„bereits geplante beziehungsweise durchgeführte Ausbaumaßnahmen keine Bedarfsdeckung im U3-Bereich für Villingen bewirken.“ So fehlen 2023 insgesamt 122 Plätze für unter Dreijährige.

Etwas anders sieht es bei den Ü3-Gruppen aus. Hier führen schwankende Bedarfszahlen zu zeitweisen Überhangplätzen. „Es muss dann geprüft werden, weitere Ü3-Plätze in U3-Plätze umzuwandeln. Dafür müssen Kitas baulich so konzipiert sein, dass möglichst beide Altersgruppen in Gruppenräumen betreut werden können“, heißt es in der Sitzungsvorlage weiter.

Je nach Belegung der altersgemischten Gruppen entstehen voraussichtlich 32 U3- und 105 Ü3-Plätze. Damit können insgesamt 137 neue Kita-Plätze geschaffen werden.

Für die Grundausstattung werden je Gruppe pauschal 40 000 Euro im Haushalt kalkuliert, womit man auf einen Gesamtbetrag von 320 000 Euro kommt. Die Personalkosten für 25 Arbeitskräfte belaufen sich jährlich auf 1 823 994 Euro.

Errichtung einer weiteren Einrichtung empfohlen

Neben der Erweiterung der Kita um zwei Gruppen soll laut Sitzungsvorlage noch eine weitere viergruppige Einrichtung im Bereich der Wohnbebauung Oberer Brühl errichtet werden. Es sei vorgesehen, die Kindertagesstätte Oberer Brühl II in die Trägerschaft eines freien oder kirchlichen Kita-Trägers zu geben. Die Auswahl soll durch ein Interessenbekundungsverfahren zu gegebener Zeit erfolgen, heißt es weiter.

Und wie ist der Sachstand in den Kitas im gesamten Stadtgebiet?

Eine ganze Reihe an Maßnahmen zur Verbesserung der Kinderbetreuung in VS sind derzeit in der Umsetzung oder in Planung. So soll die Kita Helene Mauthe in Schwenningen im Oktober mit vier Gruppen in Betrieb gehen und der Neubau einer sechsgruppigen Kindertagesstätte der AWO auf der Möglingshöhe in Schwenningen im September umgesetzt werden.

Die evangelischen Kindergarten Paulus und Markus in Villingen haben angegeben, durch die Nutzung der Gemeinderäume weitere Plätze schaffen zu können – hierzu werde nach dem Beschluss der Kitaförderrichtlinien im Gemeinderat nochmals mit der Kirche das Gespräch gesucht.

Dem gegenüber steht die ersatzlose Schließung des katholischen Kindergarten St. Franziskus im Sommer 2025 in Schwenningen, bei dem 60 Kita-Plätze verloren gehen werden.

Erweiterungen auch in drei Ortsteilen

In den Ortsteilen sind Erweiterungen in Mühlhausen, Weilersbach und Pfaffenweiler geplant. In Mühlhausen und Weilersbach sollen jeweils eine altersgemischte Gruppe dazu kommen. An beiden Standorten sind Erweiterungen der Kindergarten-Gebäude nötig. In Pfaffenweiler soll es drei weitere Gruppen geben und daher einen Anbau ans Kita-Gebäude.

Weiteres Thema wird das Jugendamt

Neben der Kinderbetreuung ist im Ausschuss noch ein weiterer Dauerbrenner Thema: Nach lange Diskussion wurde Ende vergangenen Jahres beschlossen, dass das Jugendamt in Landkreis-Hände übergeht. Offizielles Fusionsdatum soll der 1. Juni 2023 werden, wie aus der Sitzungsvorlage hervorgeht. Das künftige erweiterte Kreisjugendamt soll dann im Verwaltungsgebäude „an der Brigach“ (ehemaliges Post-Gebäude) in Villingen zu finden sein.

Die Sitzung

Die Sitzung des Jugendhilfeausschusses beginnt am Donnerstag, 2. März, 17 Uhr, in der Neuen Tonhalle in Villingen.