Am Rand des Brenntenwäldles mit Blick auf Bühlingen und viel Natur soll ein Waldkindergarten eingerichtet werden. Start könnte schon im Frühjahr sein. Foto: Nädele

Für Eltern, die ihre Kinder gerne in einen Waldkindergarten schicken würden, keimt kurzfristig Hoffnung auf. Schon im Frühjahr könnte eine neue Einrichtung am Start sein – bei Bühlingen.

Mit 20 Plätzen für Kinder ab drei Jahren, auf einer Fläche am Rand des Brenntenwäldles bei Bühlingen, mit Bauwagen, Komposttoilette und kleinem Schuppen, will die Stadt Rottweil ihr Angebot der Kinderbetreuung ergänzen. Madeleine Lehmann, Abteilungsleiterin Schulen und Kindergärten bei der Stadtverwaltung, stellte das Projekt am Mittwochabend in der Sitzung des Kultur-, Sozial- und Verwaltungsausschuss (KSV) vor. Und die Idee, ein immer wieder von Eltern geäußerter Wunsch, traf bei den Stadträten auf große Begeisterung – aber nicht nur.

 

„Ich freue mich wirklich total auf den Waldkindi“, stimmte Oberbürgermeister Christian Ruf ein. Wie Ingeborg Gekle-Maier ist er sich sicher, dass die Nachfrage da ist. „Die Eltern werden sich um die Plätze reißen“, meinte die Grünen-Sprecherin und erkundigte sich gleich mal nach den Erweiterungsmöglichkeiten mit einer zweiten Gruppe und einem zweiten Bauwagen.

Start schon zum 1. März?

Doch so weit ist es noch nicht. Am 2. Oktober muss noch der Gemeinderat grünes Licht geben, dann, versprach Ruf, werde der Bauwagen bestellt und alles in die Wege geleitet, sodass möglichst bis zum 1. März die neue Einrichtung den Betrieb aufnehmen kann.

120 000 bis 150 000 Euro für den Bauwagen, der mittels Solarenergie auch beheizt werden kann, jährlich 180 000 Euro für das pädagogische Personal – das sind Kosten, die im Rat aufhorchen ließen. OB Ruf zog den Vergleich zu den 3,5 Millionen Euro für den viergruppigen Kindergarten auf der Spitalhöhe. So ein Waldkindergarten komme also mindestens um den Faktor sieben günstiger.

„Eine gute Ergänzung“

Gleichwohl wog nicht nur für Reiner Hils (SPD+FFR) die Begeisterung für das pädagogische Konzept schwerer, als die Kostenfrage. Auch CDU-Sprecherin Monika Hugger sprach von einer „guten Ergänzung des Angebots“, Jürgen Mehl (SPD+FFR) mit einem Augenzwinkern von einem „schönen Projekt“, das zudem den Vatertagshock des Musikvereins Bühlingen nicht behindere.

Langeweile im Bauwagen?

Etwas gebremst war die Begeisterung nur bei FWV-Sprecher Peter Schellenberg, der sich fragte, ob drei Jahre im Bauwagen nicht mit der Zeit langweilig werden und ob es daher nicht die Möglichkeit für ein rollierendes System mit einem herkömmlichen Kindergarten gäbe. Nun, Lehmann sah dafür keine Chance, gleichwohl setzt das pädagogische Konzept gerade auf Natur und viel Abwechslung. So spielte bei der Suche nach einem geeigneten Standort mit in die Karten , dass erreichbar in der Nähe ein Biolandhof, der Eckhof mit Tierheim und ein Pferdehof zu finden sind. Und auch von der Forstbehörde zeigt der Daumen nach oben: zwei befestigte Wege und zwei Rückewege ließen den Wald für die Kinder erlebbar werden.