Der Ostelsheimer Gemeinderat erhöht die Kindergartengebühren. Eltern müssen 7,3 Prozent mehr bezahlen. Den Löwenanteil der Kosten trägt aber weiterhin die Allgemeinheit.
Jedes Jahr nach den Sommerferien beschäftigt sich der Gemeinderat von Ostelsheim mit den Kindergartengebühren. Dabei diskutiert das Gremium jedes Mal eine Erhöhung, so auch in der Sitzung am vergangenen Freitag. Dabei orientiere sich die Gemeinde immer an den Empfehlungen der Verbände, erklärte Kämmerer Fabian Dieringer. Städtetag, Gemeindetag und Kirchen sprächen sich für eine Erhöhung um 7,3 Prozent aus. Damit solle generellen Kostensteigerungen und höheren Löhnen Rechnung getragen werden.
Wie hoch sind die einzelnen Gebühren? Im Rahmen der verlängerten Öffnungszeit für Kinder über drei Jahren zahlen die Eltern bisher 186 Euro pro Monat. Künftig sind es 192 Euro. Die Gebühren müssen für elf Monate im Jahr bezahlt werden. Damit kommen auf die Eltern in diesem Beispiel jährlich 143 Euro an Mehrkosten zu. Diese Sätze gelten für Eltern, die ein Kind unter 18 Jahren haben. Haben Eltern mehr Kinder fallen sowohl die Erhöhung als auch die monatlichen Gebühren pro Kind geringer aus. Wer zum Beispiel vier und mehr Kinder hat, zahlt pro Kind und Monat künftig 34 Euro. Bisher waren es 32 Euro.
Die Ganztagsbetreuung für Kinder über drei Jahren kann aktuell nur bis 14 Uhr angeboten werden, so Dieringer. Die Gebührenerhöhung berücksichtige das. Wer ein Kind hat, welches dieses Angebot an vier Tagen in der Woche in Anspruch nimmt, muss dafür pro Monat künftig 223 Euro bezahlen. Bisher waren es 208 Euro. Das sind Mehrkosten von jährlich 165 Euro. In diesem Beispiel zahlen Eltern nun pro Jahr insgesamt rund 2500 Euro für die Betreuung ihres Kindes pro Jahr.
Haben Eltern mehrere Kinder, wird es pro Kind billiger. Gleiches gilt, wenn die Kinder weniger Tage pro Woche betreut werden. Sobald die Betreuungszeiten pro Tag wieder bis 15 Uhr verlängert würden, stiegen auch die Gebühren, so Kämmerer Dieringer. Haben Eltern ein Kind, werden bei vier Betreuungstagen in der Woche künftig 286 Euro fällig. Sollte die Kommune die Ganztagesbetreuung auf fünf Tage ausweiten, steigt die Gebühr dafür auf 302 Euro pro Monat.
Ganztagesbetreuung nur an vier Tagen die Woche
Die Betreuung von Kindern unter drei Jahren ist deutlich teurer. Wer ein Kind hat und das im Rahmen der verlängerten Öffnungszeit fünf Tage in der Woche betreuen lässt, zahlt künftig 514 Euro pro Monat. Das sind fast 5700 Euro pro Jahr. Wer im gleichen Szenario sein Kind ganztags in die Kita gibt, zahlt pro Monat künftig 531 Euro. Das sind 5841 Euro pro Jahr. Auch hier gilt: Wer mehr Kinder hat oder weniger Tage in Anspruch nimmt, bekommt Rabatte. Sollte im U3-Bereich das Ganztagsangebot wieder bis 15 Uhr dauern, steigen auch hier die Gebühren. Die kosten dann in diesem Beispiel 565 Euro pro Monat. Die Ganztagsbetreuung wird allerdings nur an maximal vier Tagen pro Woche angeboten.
Gebühren decken Kosten nicht Trotz der teilweise sehr hohen Beträge, welche Eltern für die Betreuung ihrer Kinder bezahlen, reicht dieses Geld bei Weitem nicht aus, um die Kosten der Kita zu decken. Etwa 2,1 Millionen Euro habe die Kita Kunterbunt 2024 gekostet, rechnete Dieringer vor. Etwas mehr als die Hälfte nehme Ostelsheim durch Landeszuweisungen und die Gebühren ein. Rund eine Million Euro habe die Kommune 2024 jedoch aus ihren eigenen finanziellen Mitteln zuschießen müssen. Die Gebühren - welche die Eltern bezahlten - für sich genommen, deckten gerade einmal knapp 15 Prozent der Kosten.
„85 Prozent bezahlt die Allgemeinheit“, sagte Ernst-Martin Gehring (OFW). Denn die Landeszuweisungen kämen ja aus Steuergeldern. „Eine Erhöhung ist nicht die schönste Aufgabe“, sagte Klaus Richter (OFW). Aber angesichts des hohen Abmangels müsse man das tun. „Sonst fährt das Ding an die Wand“, sagte er.
Auch Bürgermeister Ryyan Alshebl war für die Erhöhung. Trotzdem fand er es richtig, dass die Allgemeinheit den Großteil der Kosten der Kinderbetreuung trägt. Und er erinnerte daran, dass seit vergangenem Jahr Extraleistungen wie „Tee-Geld und Portfolio-Geld“ in den Gebühren enthalten seien. Bis dahin hätten die Eltern diese zusätzlich bezahlen müssen.
Der Gemeinderat stimmte mehrheitlich für die Erhöhung. Nur Tobias Cascio (UO) stimmte dagegen. Die neuen Gebühren gelten ab dem 1. November.