Matthias Winter (Zweiter von rechts) und Christoph Rümenapp (Zweiter von links) besichtigen die neue Kinderbetreuung des WABE e.V. auf dem Lindenhof. Geführt werden sie von Einrichtungsleiterin Katja Ams und Christof Jonzcyk. Foto: Bodo Schnekenburger

Die neue Kindertagesstätte auf dem Lindenhof hat ihren Betrieb aufgenommen – und freut sich auf Bewerbungen.

Hier entscheiden die Kinder, womit sie sich beschäftigen wollen.

 

Dass die Angebote gleichzeitig so viele sind und das Umfeld und die bereitgestellten Materialien jedes Angebot fördern, könnte ein Grund dafür sein, dass die Kinder sich mit ganz vielen beschäftigen wollen. Willkommen in der „WABE“.

Premiere in Süddeutschland

Draußen ist es an diesem Vormittag sommerlich warm. Die Kinder genießen das Spiel im Freien, bauen aus leichten, aber stabilen Plastikkuben begehbare Objekte und kleine Räume. Drinnen verschaffen sich Bürgermeister Matthias Winter und Christoph Rümenapp, Amtsleiter Bildung und Sport, einen Eindruck von dem durchaus bemerkenswerten Projekt. Immerhin hat man sich hier einen Verein als Träger ins Boot geholt – und einen, der in Süddeutschland in Oberndorf Premiere feiert.

Kinder entscheiden selbst über ihre Beschäftigung

Die Struktur in der Kinderbetreuungseinrichtung geben nicht Gruppen-, sondern Funktions- – oder besser Angebots- – Räume vor. Bewegung, Musik und Rhythmus, Bau, Motorik, schließlich das Atelier für gestalterische Umsetzungen: Jeder Raum zeichnet sich durch andere Details auf. Natürlich in Sachen Möblierung, vor allem aber auch in Sachen Aufteilung. Auch die Bodenbeläge unterscheiden sich, unterstützen die Funktionalität des Raums.

Geräte haben sich für die psychomotorische Entwicklung bewährt

Christof Jonczyk weist auf die Geräte in den Bewegungs-Räumen hin. Es sind Formen die die Kinderärztin Emmi Pikler beziehungsweise die Pädagogin Elfriede Hengstenberg entwickelt haben, bei denen Bewegung eine zentrale Rolle bei der Entwicklung und Bildung einnimmt. Sie fördern Eigeninitiative – was bei Kindern, die selbst entscheiden sollen, womit sie sich beschäftigen wollen natürlich wichtig ist –, und liefern wichtige Selbsterfahrung.

Dass sie, darauf verweist Joncyk, der in Hamburg eine WABE-Kindertagesstätte mit 190 Plätzen leitet und in Oberndorf als Mentor den Aufbau begleitet, sogar für Gesundheitsvorsorge und gegen Haltungsschäden erfolgreich eingesetzt wurden, ist interessant, für die Kita auf dem Lindenhof allerdings weniger bedeutend.

Gesundheits- und Entwicklungsförderung auf unterschiedlichen Ebenen

Dort fallen andere Dinge ins Auge. Es gibt einen Kneipp-Raum – ist gesund. Es gibt Infrarot-Saunen, in denen bis Körpertemperatur aufgeheizt wird – ist auch gesund. Es gibt natürlich all die Räume, die für den Betrieb einer Kita, in der auch Ganztagsbetreuung stattfinden soll, notwendig sind. Wie die in einem zarten Lilaton gehaltenen Schlafräume oder die moderne, professionelle Catering-Küche, in der die angelieferten Mahlzeiten bereitet werden.

Es gibt eine Art Cafeteria, einen Aufführungsraum und – die ist noch nicht möbliert – eine Podestlandschaft, in der sich unterschiedliche Ebenen zu einem motorisch herausfordernden Relief gruppieren.

Das Angebot startet mit 33 Plätzen

Und es gibt Leben: Im Moment werden eine Gruppe und eine Kleingruppe, also 33 Plätze, angeboten. Die Limitierung ergibt sich aus dem Arbeitsmarkt: Es ist schwierig, Fachpersonal zu finden. Deshalb wird in der WABE auf dem Lindenhof künftig auch ausgebildet. Nach und nach soll die Einrichtung mit ihren mehr als 100 Plätzen – Kindergarten und eine Krippe mit 33 Plätzen – so weiter gefüllt werden.