Nummer sieben: Aus dem evangelischen Kindergarten Hossingen wird ein städtischer.
Die Stadt Meßstetten ist ab September 2026 alleinverantwortlich für den evangelischen Kindergarten Hossingen. Während das Gebäude schon immer der Stadt gehörte und sie auch 95 Prozent der Betriebskosten schulterte, übernimmt Meßstetten nun zusätzlich die Trägerschaft, die bislang beim Evangelischen Dekanatamt Balingen lag. Von der Kirche übernommen werden auch alle zehn Mitarbeiterinnen. Einstimmig gab der Meßstetter Gemeinderat in der jüngsten Sitzung sein Placet dazu.
Insgesamt elf Kindergärten gibt es in Meßstetten und seinen Stadtteilen – sechs davon sind städtische Einrichtungen, vier sind in kirchlicher Trägerschaft, jeweils zwei in evangelischer und katholischer. Hinzu kommt dann noch eine KBF-Einrichtung.
Mehrkosten bei der Stadt
Die Stadt Meßstetten ist in den meisten Fällen (so auch in Hossingen) Eigentümerin der Gebäude, für deren Unterhaltung sie deshalb aufkommt. Ebenso schultert die Stadt auch in allen nicht-städtischen Kindergärten die laufenden Betriebskosten (zuvorderst Personal) in Höhe von 90 bis 95 Prozent, den Rest übernehmen die Träger.
In Hossingen war es die örtliche evangelische Kirchengemeinde, die den Kindergarten viele Jahre lang betrieb, bis er 2022 vom Evangelischen Kirchenbezirk Balingen übernommen wurde. Der Hossinger Kindergarten hatte damals eine Gruppe mit 25 Plätzen. Die Stadt war es, die 2023 den Kindergarten baulich für eine zweite Gruppe erweiterte, um dem steigenden Bedarf an Kita-Plätzen in der Gesamtstadt besser gerecht zu werden. Seither verfügt das Haus in der Schulstraße über 45 Plätze.
In einem Schreiben, datiert auf September 2025, wandte sich Dekan Michael Schneider persönlich an Bürgermeister Frank Schroft und beantragte formell die Übernahme der Trägerschaft durch die Stadt Meßstetten. Vorab gab es bereits informelle Gespräche zwischen Dekanat und Stadtverwaltung über eine mögliche Übernahme.
Rechtlich geprüft
Der nun offiziell geäußerte Wunsch der Kirche stieß bei der Stadtverwaltung deshalb auf offene Ohren. So heißt es wörtlich in der Gemeinderatsvorlage: Die Übernahme des Kindergartens Hossingen ist aus Sicht der Verwaltung auch vor dem Hintergrund des Erhalts und der langfristigen Sicherung der Kindergartenplätze erforderlich und sinnvoll. Die rechtlichen Gesichtspunkte des Betriebsübergangs, insbesondere arbeitsrechtliche Fragestellungen, wurden im Vorfeld mit rechtlicher Beratung geprüft und mit dem Kirchenbezirk Balingen abgestimmt.
Alle zehn Mitarbeiterinnen – acht pädagogische Fachkräfte, eine Integrationskraft und eine Reinigungskraft – werden von der Stadt Meßstetten in ihre Belegschaft übernommen.
Musste in der Vergangenheit etwas am Gebäude oder Grundstück erneuert oder gerichtet werden, lief das ohnehin auf städtische Rechnung. Sämtliche Investitionskosten am Kindergarten trug die Stadt als Eigentümerin in vollem Umfang. Und beinahe umfänglich auch die Betriebskosten: hier schlagen vor allem die Personalkosten zu Buche, wobei sich die Stadt aktuell mit 95 Prozent beteiligt. Die Evangelische Kirche trägt den verbleibenden Anteil in Höhe von fünf Prozent.
So gesehen kommt auf die Stadt keine große finanzielle Mehrbelastung zu, wenn sie nun ab September Träger des Hossinger Kindergartens wird.