Die Betreuungsplätze werden knapp. Für acht Kinder könnte vielleicht ein Angebot fehlen. Bürgermeister Franz Moser hat sich deshalb um eine Ausnahmegenehmigung bemüht.
Die Kinderzahl in Eschbronn hat sich seit 2019 bis Ende 2024 fast verdoppelt. So gut dies der Gemeinde steht, es ist mit einem stark gestiegenen Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren (U3) verbunden.
Nach einer Delle im Jahr 2019 mit lediglich 73 Kindern unter sechs Jahren ist diese Zahl zum Ende 2024 auf 138 Kinder gestiegen. Ungewöhnlich dabei ist, dass die Jahrgänge im U3-Bereich deutlich stärker sind als die ab drei Jahre (Ü3). Dies ergab die Bedarfsermittlung für 2025, die dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung vorlag.
Neubau schafft Platz
Mit dem Neubau des Kindergartens Eschbronn schafft die Gemeinde nach Darstellung von Bürgermeister Franz Moser eine weitere Kindergartengruppe. Verbunden sei damit eine Differenzierung nach Altersgruppen. Statt wie bisher eine altersgemischte Betreuung anzubieten, werde es reine Kinderkrippengruppen geben. Zudem sei geplant, das Angebot hinsichtlich der Betreuungszeiten mit verlängerten Öffnungszeiten (VÖ) auszuweiten.
Um den Bedarf an Betreuung festzustellen, seien im Oktober Eltern von 125 Kindern angeschrieben worden. „Bis Mitte November sind Rückmeldungen für 90 Kinder bei uns eingegangen. Das entspricht eine Quote von guten 73,6 Prozent“, zeigte sich der Bürgermeister zufrieden. Nicht in der Umfrage enthalten seien die Kinder aus Schönbronn, die ebenfalls den Kindergarten in Eschbronn besuchten. Erfahrungsgemäß kämen von dort zwei Kinder pro Jahrgang.
Anhand der Erhebungen müsse davon ausgegangen werden, dass der Bedarf an Ü3-Plätzen in den Kindergartenjahren 2025/26 bis 2027/28 bei rund 100 Plätzen liege. Eine Verschiebung könne sich bei der Nachfrage für den Naturkindergarten ergeben.
Obwohl die Gemeinde Maßnahmen ergriffen habe, um die Platzzahlen zu erhöhen, werde es ab dem 1. Quartal 2026 zu Engpässen kommen. Derzeit müsse davon ausgegangen werden, dass drei Kinder über und fünf Kinder unter drei Jahre keinen Platz erhielten.
„Wir haben versucht, Räume für den Betrieb einer Kindergartengruppe für ein halbes Jahr anzumieten. Das ist nicht gelungen. Um dem Bedarf gerecht zu werden, muss versucht werden, eine Ausnahmegenehmigung zu bekommen, um die Platzzahlen anzuheben. Da sind wir mit dem Kommunalverband im Gespräch“, berichtete der Rathauschef.
Entscheidung steht aus
Für das Kindergartenjahr 2026/27 soll der Betrieb des neuen Kindergartens mit fünf Gruppen starten, drei Gruppen für Ü3-Kinder mit maximal 84 Plätzen und zwei Krippengruppen mit jeweils zehn Plätzen. Hinzu kommt der Naturkindergarten mit 20 Plätzen. Damit lässt sich der Bedarf abdecken.
Bei drei möglichen Varianten für Ü3-Gruppen ergab sich aus der Umfrage eine Tendenz zur Variante mit Regelgruppe und Öffnungszeiten von 7.30 bis 12.30 Uhr und von 14 bis 16 Uhr, und VÖ-Gruppe, die von 7.15 bis 14 Uhr geöffnet haben. Bei der Kinderkrippe wird es eine Regelgruppe mit einer Betreuungszeit von 7.30 bis 12.30 Uhr und eine VÖ-Gruppe geben, die von 7.30 bis 13.30 oder 14 Uhr geöffnet hat. Die genauen Zeiten werden von der Verwaltung noch festgelegt. Einstimmig sprach sich der Gemeinderat für den Vorschlag der Verwaltung aus.