Der Gemeinderat hat eine Anpassung der Kindergartengebühren beschlossen – Eltern müssen für die Betreuung ihrer Kinder in den städtischen und kirchlichen Einrichtungen mehr bezahlen.
Bürgermeister Markus Huber erklärte dazu, dass sich die Stadt den Empfehlungen der Vertreter des Gemeinde- und Städtetags sowie der Kirchen anschließt. Es seien Regelbeträge, die, so Huber, „für uns bindend sind“. Daran werde man bei Ausgleichsbeträgen auch gemessen. Das angestrebte Ziel ist eine Kostendeckung von 20 Prozent durch Elternbeiträge. In Dornhan liegt der Kostendeckungsgrad nach der aktuellen Kalkulation zwischen 15 und 18 Prozent. Der Stadt verbleibe nach Auskunft von Huber ein Abmangel von 1,2 Millionen Euro für die Kindergärten.
Der Gemeinderat setzte die neuen Gebühren für das Kindergartenjahr 2026/27 fest. Demnach zahlen die Eltern beispielsweise bei einem Kind im Regelkindergarten monatlich 166 Euro, bei zwei Kindern 129 Euro. Bei verlängerten Öffnungszeiten sind es 208 Euro beziehungsweise 161 Euro. Weitere Anpassungen für das Kindergartenjahr 2027/28 sollen im Rahmen der Haushaltsplanberatungen im Herbst erfolgen.
Platzbedarf ist gedeckt
Die Stadt ist verpflichtet, ausreichend Kindergartenplätze zu schaffen und vorzuhalten. Dornhan hat derzeit sechs Kindergärten. Davon sind zwei Einrichtungen in kommunaler, drei Kindergärten in evangelischer und ein Kindergarten in katholischer Trägerschaft. Damit stehen insgesamt 369 genehmigte Betreuungsplätze für zwei bis sechsjährige Kinder und 40 Krippenplätze (ein bis drei Jahre) zur Verfügung. Der Platzbedarf wird damit gedeckt: „Alle Anfragen können bedient werden“, teilte Bürgermeister Huber mit.
Der neue Bedarfsplan, den Huber vorgestellt hat, sieht nur wenige Änderungen vor. Im Kinderhaus sind bis zum Ende des Kindergartenjahrs alle Kindergartenplätze für über Dreijährige (Ü3) belegt, vermutlich auch noch bis September 2027. Dagegen gäbe es im Krippenbereich noch freie Plätze. Dort könne man auf den Bedarf flexibel reagieren. Im Naturkindergarten ist nach Auskunft von Huber eine Gruppe gefüllt. Eine zweite Gruppe werde erst bei Bedarf geöffnet. Der zweigruppige evangelische Kindergarten in Dornhan sei gut ausgelastet. Dort werde sich an der Gruppenform nichts ändern.
Reduzierung in Leinstetten im Gespräch
In der Leinstetter Einrichtung ging die Kinderzahl zurück. Es wird nun geprüft, ob eine Umwandlung in eine Kleingruppe möglich sei. Zwischen Stadt und katholischem Kindergartenträger sollen deshalb noch Gespräche stattfinden. An den drei Gruppen in Marschalkenzimmern wird dagegen nichts geändert. In Weiden gebe es bei der Nachfrage eine „kleine Delle“, jedoch werde sich dies einpendeln, ist Huber überzeugt. In Weiden wird mit Zuzügen und damit auch wieder mit etwas höheren Kinderzahlen gerechnet.
Kindergartenkinder von Dornhan werden auswärts in Loßburg, Oberndorf und Fluorn-Winzeln betreut. Dafür zahlte die Stadt im vergangenen Jahr einen interkommunalen Kostenausgleich von mehr als 14.000 Euro. Gleichzeitig forderte sie für 2025 rund 78.000 Euro ein für Kinder aus Sulz, Oberndorf, Loßburg, Alpirsbach, Epfendorf, Schopfloch, Tübingen, Haigerloch und Schramberg.
Den von der Verwaltung vorgelegten Bedarfsplan hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen. Größere Investitionen sind nicht vorgesehen.