Isabel Götz, Leiterin des Fachbereichs Bildung, Kultur, Tourismus bei der Stadt Calw hatte lange versucht, Eltern dazu zu bewegen einen Trägerverein zu gründen. Konnte sich ein solcher nun zusammenfinden oder muss die Stadt einspringen?
In Calw soll es neben dem Wurzelkindergarten bald einen weiteren Waldkindergarten geben. In den vergangenen Monaten wurde dazu viel auf den Weg gebracht.
Der Impuls zur Schaffung der Einrichtung kam von der Stadt Calw selbst. Der Bedarf sei da, erklärte Isabel Götz, Leiterin des Fachbereichs Bildung, Kultur, Tourismus, bereits im Januar im Gespräch mit unserer Redaktion. Da Waldkindergärten oft auch durch ein hohes Engagement der Eltern ihren besonderen Charakter erhalten, wollte die Stadtverwaltung die neue naturnahe Kita nicht selbst betreiben, sondern eher unterstützend auftreten, erklärte Götz damals.
Wunsch und Bereitschaft mitzuwirken sind groß
Nach zwei Treffen mit interessierten Eltern war schnell klar: Der Wunsch für einen Waldkindergarten und die Bereitschaft, daran mitzuwirken, war unter ihnen groß. Zwar habe sich noch niemand direkt bereit erklärt, den Vorsitz eines Trägervereins zu übernehmen, allerdings gebe es mehrere, die sich – in jeweils unterschiedlichem Maße – gerne einbringen würden, erklärte Götz nach dem zweiten Eltern-Treffen im Februar. Damals kündigte sie an, dass in wenigen Wochen eine Entscheidung fallen werde. Dies sei inzwischen geschehen, so Götz.
Der zeitliche Aufwand ist ein Problem
„Es war gut, dass wir uns an die Öffentlichkeit gewandt haben. Das zeigte, dass das Interesse und der Wunsch da ist. Es hat aber nicht für eine eigene Trägerschaft der Eltern gereicht“, sagt sie bedauernd. Die Stadt habe ihnen die Möglichkeit geben wollen. Doch der Grund, das kein Verein zustande kam, sei der Mangel an Zeit, wurde Götz mitgeteilt. „Das sind ja Familien mit kleinen Kindern und Berufstätigkeit“, zeigt sie Verständnis.
Trägerschaft ist nicht für immer festgelegt
Doch auch wenn die Stadt nun die Trägerschaft übernehmen werde, möchte Götz nicht ausschließen, das es in Zukunft nicht auch ander laufen könne. „Eine Trägerschaft kann sich ändern. Eine mögliche Übergabe geht in beide Richtungen.“
Götz fände dies zu einem späteren Zeitpunkt durchaus wünschenswert, weist aber darauf hin, dass nun zunächst das Personal, Konzept und die Infrastruktur durch die Stadt gewählt werden.
Platz hinter den Tennisplätzen
Auch zu dem Standort hat Götz Neuigkeiten zu berichten. Der bereits in der Vergangenheit von den interessierten Eltern bevorzugte Platz hinter den Tennisplätzen in Alzenberg soll es tatsächlich werden.
Das entsprechende Grundstück ist ein städtisches. Dennoch möchte die Stadt die Entscheidung nicht ohne Abstimmung aller Betroffen treffen. Mit den Besitzern des angrenzenden Privatwaldes sei inzwischen alles geklärt, freut sie sich. Die Stadt beziehungsweise die Ortsvorsteherin Jacqueline Jakob möchte nun auch auf den Tennisclub Alzenberg zugehen.
Die Bedenken der Anwohner
Anwohnergespräche fanden ebenfalls bereits statt, weitere sind geplant. „Die meisten waren da, weil sie sich wegen der Lärmbelästigung sorgen“, so Götz. Sie habe das rechtlich abklären lassen und weiß zu berichten: „Kinderlärm gilt nicht als Lärmbelästigung.“
Eine weitere Sorge sei die Verkehrsbelastung, wenn die Eltern die Kinder bringen oder holen. Dazu sagt Götz: „Das ist kein Problem, die Wege sind breit genug.“
„So schnell wie möglich“
Götz sei es wichtig, sich die Bedenken der Anwohner anzuhören, sagt sie. „Wir schauen dann, was sich machen lässt“.
Einen Zeitplan für den Waldkindergarten gibt es aktuell noch nicht. Götz ergänzt aber: „Wir wollen es so schnell wie möglich umsetzen.“