Noch betreuen in Bräunlingen Ivonne Scheliga (hinten, von links) und ihre Kolleginnen die Kinder – wie hier Laura und Nikolao sowie (vorn, von links) Amari, Jakob und Yunus – ganz normal zu den bisherigen Zeiten, also bei Bedarf bis 17 Uhr. Foto: Dagobert Maier

Die städtische Kita in Bräunlingen streicht die Betreuung bis 17 Uhr. Das sind die Gründe.

In Bräunlingen gibt es eine immer geringere Nachfrage nach der Ganztagsbetreuung der städtischen Kinderkrippe. Entsprechend entschied der Gemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung auf Vorschlag der Verwaltung und der Krippenleitung, die täglichen Benutzungszeiten um zwei Stunden zu kürzen.

 

Die personelle Besetzung und der finanzielle Aufwand für die Kleinkinderbetreuung sollen in einem akzeptablen Verhältnis zur tatsächlichen Nutzung stehen, hieß es in der Sitzung. Im Rahmen der Benutzungssatzung hatten die Eltern bisher die Wahl, das Angebot ab 7 Uhr bis zu zehn Stunden zu nutzen.

Jetzt wurde einstimmig entschieden, dass diese Möglichkeit ab Januar 2026 nicht mehr angeboten wird.

Neue Regelung nur für U3

Den Kindergarten (drei bis sechs Jahre) betrifft diese neue Regelung nicht. „Aufgrund sinkender Kinderzahlen und hoher Benutzungsgebühren für die Kleinkinder wird die Ganztagsbetreuung der Kleinen kaum noch nachgefragt“, so Hauptamtsleiterin Christiane Krieger. Aufwand und Kosten stünden in keinem angemessenen Verhältnis. Durch die Anpassung der Öffnungszeiten könnten Ressourcen effizienter eingesetzt und eingespart werden. „Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben“, bekräftigte Krieger. Momentan sei nicht absehbar, dass in der nächsten Zeit mehr Kleinkinder in die Krippe kommen.

Nach sorgfältiger Abwägung und Rücksprache mit dem Krippenteam und der Verwaltung wurde festgestellt, dass sich der Betrieb bis 17 Uhr aus organisatorischer und wirtschaftlicher Sicht nicht mehr rechtfertigen lasse, so Krieger.

Aktuell nur zwei Kinder

Ab 1. Januar 2026 wird die Betreuungszeit in der Krippe von 15 bis 17 Uhr nicht mehr angeboten. In diesem Zeitraum wird die Krippe aktuell nur von zwei Kindern besucht. Ab Dezember wird gar kein Kind mehr für die Betreuungszeit bis 17 Uhr gemeldet sein.

Die Öffnungszeiten in der Kinderkrippe der städtischen Kita werden ab Januar 2026 für zwei Jahre nur noch von Montag bis Donnerstag von 7 bis 15 Uhr und am Freitag von 7 bis 14 Uhr angeboten. Sollte es in dieser Zeit wieder einen Bedarf von mehr als fünf Kindern geben, könnten die Öffnungszeiten wieder angepasst werden, sagte Bürgermeister Micha Bächle. Die Erzieherinnen werden in der nächsten Zeit Überstunden abbauen. Es soll auch freiwillige Arbeitszeitreduktionen oder ein Einsatz im Kindergarten oder in der Schulkindbetreuung geben.

Gemeinderäte einig

Am Ratstisch waren sich alle Bürgervertreter einig, dass eine Kürzung der Betreuungszeiten notwendig ist. „Aufgrund der aktuellen Situation müssen wir reagieren und etwas ändern“, sagte Simone Burgert (CDU). Sie nannte die Kürzung um zwei Stunden „eine gute Lösung“. Die Änderung sei aufgrund der geringen Nachfrage notwendig, so Bürgermeister Micha Bächle.

Im katholischen Kindergarten

Die Krippe im katholischen Kindergarten ist nachmittags bis 14.30 Uhr geöffnet, ein Angebot, das aktuell von fünf Eltern für ihre Kleinkinder wahrgenommen wird. Die Betreuungszeit von 7 bis 14.30 Uhr solle auch so bleiben, so Monika Henkelmann vom katholischen Kindergarten, der insgesamt 32 Krippenplätze (unter drei Jahre) anbietet.

Aktuelle Gebühren

Krippenplatz
Die Gebühren für einen Krippenplatz betragen beim ersten Kind von 342 Euro bis zu 805 Euro im Monat, je nach Länge der Betreuungszeit. Für das zweite Kind liegen sie bei 254 bis 598 Euro.

Kindergartenplatz
Für einen Kindergartenplatz wird eine Gebühr für das erste Kind von 189 bis 399 Euro erhoben. Das zweite Kind kostet 146 bis 310 Euro im Monat. Die Gebühren decken nur einen Teil der Kosten ab. Hohe Zuschüsse durch die Stadt gleichen dies aus.