Zum Anschauen von Kinderbüchern und für das Vorlesen haben Erziehrinnen und Kinder genügend gemütliche Möglichkeiten. Foto: Stadt Bad Dürrheim

Die Kinder des Kindergartens Funkelstein in Hochemmingen sind zurück in ihren umgebauten und sanierten Räumen. Genau ein Jahr hat der Umbau gedauert und hält damit die Zeitplanung ein. Zwischen den Jahren fand nun der Umzug statt, jetzt nach den Ferien sind alle Kinder zurück in ihrem alten-neuen Kindergarten.

Zwölf Monate lang war die Einrichtung in eine Container-Kita auf den nahegelegenen Rathausplatz umgezogen. Die Räume und das Gebäude wurden in dieser Zeit umgebaut sowie erweitert. Neben einem komplett neuen Gruppenraum, mit dem die Einrichtung nun drei Vollgruppen haben kann, wurden eine neue Küche eingebaut, sämtliche Böden, die Elektrik und die Fenster erneuert sowie neue Toilettenräume geschaffen und renoviert. Außerdem gibt es nun einen zusätzlichen Schlaf- und Bewegungsraum, und es konnten zudem deutlich größere Kreativräume angelegt werden, die aus allen Gruppenräumen schnell zu erreichen sind. "Mit diesen Bildungsbereichen können wir jetzt dem Profil des Kindergartens wirklich gerecht werden", freut sich Kindergartenleiterin Christina Pauli.

Abläufe optimiert

Einer der größten Vorteile sei der bessere Ablauf des Kindergartenalltags. Vor dem Umbau hat sich alles auf die große Eingangshalle konzentriert. Das Holen und Bringen der Kinder, der Essensbereich, die tägliche Anlieferung von Essen, der Weg zu den Gruppenräumen – alles kam in diesem Bereich über den Haupteingang und die Halle zusammen. "Jetzt haben sich die Abläufe deutlich verbessert", sagt Pauli. Die früher überdimensionierte Garderobe wurde verkleinert, um mehr Platz für den Essensbereich zu schaffen. Dieser ist jetzt vom Eingangsbereich durch eine Glaswand abgetrennt und liegt direkt neben der neuen Küche. Der Zugang zu den Gruppenräumen erfolgt nun durch einen hellen, teils bunt verglasten Gang mit einer großen Fensterfront zum Garten.

"Es ist unwahrscheinlich, wie schnell sich Kinder selbst an diese großen Veränderungen anpassen können", freut sich Pauli. Dies sei schon beim Umzug in die Container spürbar gewesen und beim Bezug der umgebauten Räume noch einmal mehr. "Wir sind quasi seit zwei Tagen in den neuen Räumen, und die Kinder sind bereits komplett angekommen." Wie selbstverständlich wechseln sie durch die hellen freundlichen Räume, von einem Bildungsbereich in den nächsten – vom Atelier zum Bauraum und in die Bibliothek. "Was richtig toll ist, ist das viele Glas", beschreibt Pauli. Die Kinder können sich in der Einrichtung frei bewegen und so ihre Eigenverantwortung stärken und dennoch haben die Erzieherinnen die Möglichkeit, sie im Blick zu behalten.

Eltern bringen sich ein

Toll sei auch, dass sich Eltern in den Umbau einbringen konnten. Rund zehn Eltern, unterstützt von Erzieherinnen, haben an einem Wochenende die an Mikadostäbe erinnernden Träger des Vordachs in vielen bunten Farben gestrichen. Angeleitet wurden sie dabei auch von einem Elternteil, der Profi in diesem Bereich ist.

Noch nicht fertig ist der Personal- und Pausenraum. Dieser wurde während der Bauarbeiten als Lager genutzt und kann erst ab jetzt renoviert werden, berichtet Jürgen Wenzler, der den Umbau von Seiten der Stadtverwaltung betreut hat. Früher gab es nur einen Raum, der als Büro, Aufenthalts- und Besprechungsraum genutzt wurde und gleichzeitig als Durchgang zur Küche diente.

Insgesamt ist der städtische Projektleiter Wenzler sehr stolz auf das, was erreicht wurde: "Alle beteiligten Unternehmen haben hier an einem Strang gezogen." Neben Corona hätten vor allem Lieferschwierigkeiten beim Material immer wieder Anpassungen des Bauzeitenplans notwendig gemacht. "Dank Franz Eisele, der als Architekt die Bauleitung übernommen hat, und der vielen engagierten Handwerksbetriebe, die die zwischenzeitlichen Verzögerungen teils in Wochenend- und Sonderschichten wieder aufholten, konnte dieses Projekt in nur zwölf Monaten durchgezogen werden", berichtet Wenzler.

750 000 Euro müssten ausreichen

Die abschließenden Kosten stehen noch nicht fest. Ursprünglich waren 630 000 Euro für das Projekt eingeplant, diese mussten im Laufe des Jahres noch auf 750 000 Euro angepasst werden. "Aber damit müssten wir hin kommen", meint Wenzler, der die Preissteigerungen beim Material und die allgemeinen schwierigen Zeiten in Sachen Corona für die höheren Kosten verantwortlich sieht. Gefördert wird der Umbau aus Mitteln des Ausgleichsstocks von 210 000 Euro sowie aus dem Investitionsprogramm zur Kinderbetreuungsfinanzierung 2020/21 des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Höhe von insgesamt 80 733 Euro.