Der Gemeinderat der Stadt Bad Dürrheim hat einen dritten Entlastungsschritt für die Erzieher der Einrichtungen beschlossen. Dieser kostet die Stadt 157 000 Euro. Foto: Stadt Bad Dürrheim

157 000 Euro zusätzliche Personalkosten wird die weitere personelle Entlastung in den Bad Dürrheimer Kindertagesstätten die Stadt kosten. Dies beschloss der Gemeinderat. Dazu gehört im jetzigen Schritt die Erhöhung der Verfügungszeit.

Die baulichen Investitionen in die Kindergärten und Kindertagesstätten der Kernstadt und in den Ortsteilen sind unübersehbar. Die größten waren in jüngster Vergangenheit die Erweiterung in Hochemmingen, der Neubau Stadtkäfer I und aktuell findet der Bau der Stadtkäfer II statt.

 

Situation Angesichts des akuten Fachkräftemangels und der Krankheitsausfälle mussten im vergangenen Jahr bedauerlicherweise eingeschränkte Öffnungszeiten, Notbetreuungen und zusätzliche Schließtage in den städtischen Kindergärten und Krippen umgesetzt werden, teilt die Stadt Bad Dürrheim mit. Seitdem habe man jedoch erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Situation zu verbessern.

Maßnahmen Der Gemeinderat hat verschiedene Maßnahmen beschlossen, und die Stadtverwaltung hat diese umgesetzt, um die Betreuungsleistung zu optimieren. Dazu gehört: die Erhöhung der Ausbildungsstellen für den Erzieherberuf; die Übernahme ausgelernter und sehr guter Auszubildender, die Aufstockung der Arbeitszeiten von Teilzeit-Mitarbeitern; die Schaffung von pädagogischen Assistenzstellen in Vollzeit; Einstellung stellvertretender Leitungen für größere Einrichtungen; Aufstockung des hauswirtschaftlichen Personals; Einstellung von qualifizierten Erzieherinnen und Erziehern über dem Mindestpersonalschlüssel, bis der Stadtkäfer-Anbau fertiggestellt ist sowie die Erhöhung der Vorbereitungszeit (Verfügungszeit) der Erzieher von zehn auf 15 Prozent, um die Qualität der frühkindlichen Bildung zu verbessern.

Diese Maßnahmen tragen dazu bei, die Qualität der Betreuung zu steigern und eine stabile Betreuung in den Einrichtungen sicherzustellen, zeigen sich die Stadtverwaltung und der Gemeinderat überzeugt.

Verfügungszeit Dieser letzte Schritt, die Verfügungszeit zu erhöhen, musste auch mit den Kirchen abgesprochen werden. Wie sich dabei herausstellte, haben die beiden kirchlichen Kindergärten bereits eine höhere Verfügungszeit als die städtischen Einrichtungen – dort liegt der Anteil, der für die Vorbereitung aufgewendet wird, bei 20 Prozent. Bei den städtischen wird sie von zehn auf 15 Prozent erhöht. Laut Stadtverwaltung stellt dies eine Stellenerhöhung von 3,53 Vollzeitstellen dar, was rund 11 000 Euro pro Monat entspricht.

Gebühren Die Stadt Bad Dürrheim wird die Gebühren für Kindertagesstätten ab September 2023 um durchschnittlich 8,5 Prozent erhöhen. Der Gemeinderat hat dem Vorschlag der Verwaltung in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich – ohne die Stimmen der SPD – zugestimmt. Diese Erhöhung folgt der landeseinheitlichen gemeinsamen Empfehlung der kommunalen Landesverbände und Kirchen. Die Stadt Bad Dürrheim ist sich bewusst, dass Gebührenerhöhungen eine finanzielle Belastung für Familien darstellen können, erklärt der städtische Pressesprecher Alexander Stengelin. Dennoch liege Bad Dürrheim mit den neuen Gebühren im Vergleich zu anderen Kommunen weiterhin im unteren Bereich. Die Gebühren decken lediglich 11,5 Prozent der Gesamtkosten für die Kinderbetreuung ab, weshalb regelmäßige Anpassungen erforderlich sind. „Der Gemeinderat, die Stadtverwaltung und insbesondere die engagierten Erzieherinnen und Erzieher setzen sich weiterhin mit voller Kraft dafür ein, eine beständige und qualitativ hochwertige Betreuung der Kinder sicherzustellen“, betont Bürgermeister Jonathan Berggötz. Verwiesen wird in diesem Zusammenhang auf Hilfe von staatlicher Seite und auf den Bad Dürrheimer Familienpass.

Gemeinderat Insgesamt zeigte sich der Gemeinderat durch alle Fraktionen hinweg einig, dass diese Schritte notwendig und richtig sind, um die hohe Qualität in der Kinderbetreuung beizubehalten. Irritiert zeigte sich Klaus Götz (FW) über die bestehenden 20 Prozent Verfügungszeit bei den kirchlichen Einrichtungen, denn dort zahle die Stadt 90 Prozent des Defizits, das müsse harmonisiert werden. Des Weiteren sieht er einen zu hohen vorgeschriebenen Dokumentationsaufwand bei den Einrichtungen.