Sie freuen sich auf den nächsten Samstag: Dann veröffentlichen die Kinder des "Geschwisterchlups" des Bunten Kreises ihr Musikvideo.Foto: Chlup Foto: Schwarzwälder Bote

Soziales: Kinder des "Geschwisterchlups" veröffentlichen Musikvideo mit Cris Cosmo zum Tag der Geschwister

Die Kinder des "Geschwisterchlups" des Bunten Kreises haben am Samstag, 10. April, Großes geplant. Sie werden ihren eigenen "Geschwistersong" mit Musikvideo veröffentlichen, den die Gruppe gemeinsam mit dem Sänger Cris Cosmo produziert hat.

VS-Villingen. Passend zum internationalen Tag der Geschwister am 10. April sei er fertig geworden und werde in den sozialen Netzwerken geteilt, freut sich Andrea Chlup.

Die Geschwisterbeziehung gilt als die längste Beziehung des Lebens und hat so einen großen Einfluss darauf, wer wir sind. Im Lied heißt es: "Wir sind verbunden, wie ein Twister, auch, wenn du mal unendlich nervst, ich bewunder‘ dich sehr." Pias Lieblingszeile aus dem Song, denn "genauso ist es bei mir und meinem Bruder."

Pandemiebedingt kann sich die Gruppe seit November nicht treffen, und so hatte die Projektleiterin Andrea Chlup die Idee für ein Online-Projekt, wobei alle aus der Ferne aktiv werden können.

Sie haben Geschwister mit Beeinträchtigung

Die 15 Kinder verbindet, dass sie alle einen Bruder oder Schwester mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung haben. Viele sind bereits seit 2017 beim "Geschwisterchlup" des Bunten Kreises dabei und treffen sich normalerweise regelmäßig zu Auszeiten, zu Ausflügen zum Klettern, Lamatrekking, Quadfahren, Adventure Golf, Taekwondo-, Rope Skipping- oder Koch-Workshop.

Die zwölfjährige Lisanne weiß, dass nicht alle Familien wie aus einer weichgespülten Werbung sind, aber alle ähnliche Probleme kennen. Jetzt, wo man sich nicht treffen kann, ist der Song wie eine Verbindung zu den anderen Familien. "Es ist okay in schweren Zeiten, ungetrübt zu sein, die Sorgen werden kleiner, Glück wird größer, wenn man’s teilt."

Cris Cosmo kann momentan als Sänger nicht mehr live auftreten und schreibt Songs für verschiedene Auftraggeber, sogenannte Blitzsongs. Mit Kindergruppen hat er durch Musikworkshops an Schulen im In- und Ausland bereits Erfahrung und war sofort Feuer und Flamme, gemeinschaftlich und nach den Ideen der Kinder ein Lied zu produzieren.

Online haben sich alle Familien fleißig unterstützt und Ideen, Textbausteine und Fotos eingereicht, die ihren Alltag und ihre besondere Familiensituation beschreiben. Die Kinder haben den Refrain als Chorstimmen zuhause eingesungen und Gebärden zum Lied eingeübt.

Andrea Chlup ist stolz darauf, was entstanden ist und wie sich alle eingebracht haben. "Der Song bringt genau das zum Ausdruck, was wir im Geschwisterchlup erreichen und vermitteln möchten. Trost und Halt in der Gemeinschaft zu finden und gute Zeiten zu erleben, um die schlechten zu überstehen, wie es auch im Refrain heißt. Cris hat diesen Kern der Botschaft mit viel Feingefühl musikalisch übersetzt."

Cris Cosmo ist begeistert über die Zusammenarbeit mit dem Geschwisterchlup: "Das Geschwisterlied ist für mich ein wunderschönes, herausforderndes Projekt, bei dem ich viel lernen durfte. Ganz ehrlich: Ich habe mir zuvor kaum Gedanken über die Geschwister von behinderten Menschen gemacht, die ja quasi einfach gesund sind. Darüber, dass sie als Kind immer schon viel erwachsener und verantwortungsvoller sein müssen, als andere Kinder in ihrem Alter. Dass sie damit aufwachsen, sich immer wieder zurücknehmen zu müssen", so Cosmo. Und: "Ich war von den Zeilen, die die Kids als Input für den Song geschrieben haben, tief beeindruckt. Die Zeile, die mich von den Briefings der Kids am meisten berührt hat, ist: ›Ich wünsche mir manchmal die Probleme der anderen, die keine sind.‹ Es freut mich von Herzen, dass den Kids der Song so gut gefällt und dass ich ihren Gedanken eine Stimme und einen positiven Soundtrack geben konnte."

Lisanne, zwölf Jahre alt, sagt: "Ich erkenne meine ­Gedanken in den Strophen wieder, und der Refrain ist wie eine Erlaubnis, Probleme loszulassen und zu tun, was mir gut tut."

Kim, neun Jahre alt, ­findet: "Das Projekt ist so cool, weil ich Musik einfach liebe. Musik ist auch, was mich mit meinem Bruder verbindet."

Joshua, zehn Jahre alt, findet es wichtig, dass Behinderung auch in der Musik Platz hat. Seinem Bruder Kian gefällt das Lied offensichtlich auch, "er strahlt über das ganze Gesicht, wenn das Lied läuft".

Bei Pia, acht Jahre alt, läuft der Song zuhause rauf und runter, "ich fühle mich dabei cool". Stolz macht die Kinder, dass der Song durch ihr Mitwirken so großartig geworden ist, dass er sogar auf das neue Album von Cris Cosmo kommt.