Daniela Hatzenbilder aus Geislingen ist systemische Beraterin für Kinder und Jugendliche. Foto: Marschal

Daniela Hatzenbühler aus Geislingen begleitet als systemische Beraterin Kinder, Jugendliche und Familien auf dem Weg zu individuellen Lösungen.

Daniela Hatzenbühlers Mission ist es, Kindern und ihren Familien zu helfen. Das zieht sich durch das Berufsleben der 54-Jährigen wie ein roter Faden. Mehr als 30 Jahre lang arbeitete sie in Geislingen als Erzieherin, bis 2022 leitete sie das Familienzentrum St. Michael. Heute ist sie Geschäftsführung der Kindertageseinrichtungen im Dekanat Zollern und ist für 18 Einrichtungen zuständig.

 

Doch ihr berufliches Engagement reichte der Mutter zweier erwachsener Töchter nicht. „Ich habe für mich gespürt, dass ich mehr brauche“, erzählt sie im Gespräch mit unserer Redaktion. Sie besuchte verschiedene Lehrgänge und ließ sich zur systemischen Beraterin mit Schwerpunkt Kinder- und Jugendtherapie und Traumatherapie weiterbilden. Seit 2009 ist sie mit „Systempathisch“ in geringem Umfang selbstständig.

Lösungsorientiert arbeiten

„Systemisch bedeutet im weitesten Sinne lösungsorientiert arbeiten“, erklärt Hatzenbühler. Man schaue nicht hauptsächlich darauf, wo das Problem herkommt, sondern schaut alles an, was in das Problem hineinspielt und fokussiert sich auf die Lösungsfindung. Die Arbeit einer systemischen Beraterin habe zwar Ansätze von Psychotherapie, greift jedoch nicht ganz so tief und hat keinen Heilauftrag, weswegen Sitzungen auch nicht von der Krankenkasse bezuschusst werden.

Immer wieder – sofern es ihr Hauptberuf zulässt – wird sie in Einzelcoachings mit Familien, Kindern und Teenagern um Rat gefragt. Wobei sie nicht die Lösung auf dem Silbertablett serviert, sondern dem Klienten hilft, selbst einen Weg zu erarbeiten, der in der jeweiligen Situation am besten passt. Über allem steht die Frage: „Was kann ich tun, damit das Problem nicht mehr da ist.“ Manchmal gehe es um konkrete Handlungen, die eine Verbesserung hervorrufen, manchmal aber auch an der eigenen Einstellung, auch aus einer ausweglosen Situation Positives abzugewinnen.

Profitiert in ihrem Beruf

Manchmal geben systemische Coachs in wenigen Sitzungen Lösungsansätze für bestimmte Probleme, manchmal überbrücken sie auch Zeit, bis ein Platz in Psychotherapie gefunden wurde.

In ihrer Funktion als Geschäftsführerin profitiere sie oft von ihrer Ausbildung, beispielsweise wenn sie in Kindertagesstätten zu runden Tischen gerufen werde. „Dann habe ich aber die Brille des Trägers auf“, stellt sie klar.

Spielen und Spazieren

Hatzenbühler bedient sich eines Werkzeugkastens voller therapeutischer und pädagogischer Werkzeuge. Welcher Ansatz passt, findet sie oft auch auf unkonventionelle Weise heraus, beispielsweise bei Spielen und Körperübungen. „Latschen und Tratschen“ nennt sie die Spaziergänge, die sie gerne mit ihren Klienten unternimmt. Oft komme man dann in das Spüren hinein, könne den Weg metaphorisch gemeinsam gehen und an Kreuzungen entscheiden, wie es weitergeht. Je kleiner die Kinder sind, desto mehr arbeitet sie spielerisch. Denn für sie ist klar: „Es ist deren Weg und deren Geschichte und meine Aufgabe ist es, zu begleiten.“

Emotionaler Abstand

Als Außenstehende habe sie im Vergleich mit Freunden einen emotionalen Abstand. „Ich kann dann objektiv auf das Problem schauen“, erklärt sie.

Hatzenbühler bereut die berufliche Veränderung in die Verwaltungsebene nicht, auch wenn ihr die Arbeit mit Kindern im beruflichen Alltag doch sehr fehlt. „Ich freue mich immer sehr, wenn ich Zeit in den Einrichtungen verbringen darf“, sagt sie. Im Privaten darf sie wieder ein Kind begleiten: Seit etwa einem Jahr ist Hatzenbühler Oma.

„Für mich sind Kinder die genialsten Geschöpfe, die uns Gott gegeben hat“, schwärmt die Pädagogin.