Teamleiterin Miriam Ramalho und Sozialpädagoge Sascha Mauz berichteten im Bitzer Gemeinderat über die Kinder- und Jugendarbeit des Hauses Nazareth. Foto: Ulrike Zimmermann

Die Kinder- und Jugendarbeit stand in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Bitz im Fokus. Auch die Hochalbgemeinde muss dafür mehr Geld in die Hand nehmen – und in manchen Bereichen auch eigenes Personal stellen, um Angebote aufrechtzuerhalten.

Ohne mit der Wimper zu zucken hat der Gemeinderat einstimmig der Aufstockung der Kostenbeteiligung der Gemeinde für Kinder- und Jugendarbeit von bisher 13 000 auf 26 600 Euro pro Jahr zugestimmt – nach einem engagierten Jahresbericht von Sozialpädagoge Sascha Mauz vom Erzbischöflichen Kinderheim Haus Nazareth, der für die Schulsozialarbeit und die offene Kinder- und Jugendarbeit in Bitz verantwortlich ist.

 

Eines seiner Tätigkeitsfelder ist die offene Kinder- und Jugendbetreuung. Der Jugendtreff in der Alten Schule finde viel Anklang, sagte Mauz, der einen 15-Jährigen zitierte: „Wir haben hier sonst keinen richtigen Rückzugsort. Wenn der Jugendtreff zu ist, treffen wir uns immer hinter der Sporthalle. Gemütlich ist das auch nicht.“ Künftig soll die Kooperation mit den Vereinen intensiviert werden und der Jugendtreff am Dienstag schon um 15 Uhr öffnen. Die Ferienbetreuung wurde bisher an 37 Tagen im Jahr angeboten.

Der Beschäftigungsumfang in Bitz muss erhöht, die Ferientage reduziert werden

Peter Baumeister, Direktor des Hauses Nazareth in Sigmaringen, hat der Gemeindeverwaltung schriftlich mitgeteilt, dass es nicht mehr möglich sei, sie in der bisherigen Form aufrecht zu erhalten. Daher wurde das Angebot fristgerecht zum 31. August gekündigt. Referatsleiterin Miriam Ramalho begründete die Entscheidung mit personellen Engpässen, arbeits- und ausbildungstechnischen Regelungen und der praktischen Umsetzbarkeit. Zudem schließe Marisa Beck ihre Ausbildung dieses Jahr ab und stehe dann nicht mehr zur Verfügung.

Um die Ferienbetreuung in Bitz weiterhin anbieten zu können, muss der Beschäftigungsumfang für die offene Kinder- und Jugendarbeit von bisher 15 auf 30 Prozent erhöht und die Betreuungstage von 37 auf 25 Ferientage reduziert werden. Die Gemeindeverwaltung müsste für die restlichen zwölf Ferientage das Angebot reduzieren oder es mit eigenem Personal stemmen.

Es bestehe auch die Möglichkeit, die Kapazitäten beim Haus Nazareth „einkaufen“. In den zwei letzten Wochen der Sommerferien könne das Angebot vormittags durch Vereine ergänzt und an Tagen, an denen das nicht möglich ist, mit eigenem Personal der Schulbetreuung gearbeitet werden. Dadurch könnten mindestens zehn der zwölf Tage überbrückt werden.

2026 kommt ohnehin die Ganztagsbetreuung in der Lichtensteinschule

Bürgermeisterin Raphaela Gonser wies darauf hin, dass ab 2026 ohnehin Ganztagsbetreuung in der Lichtensteinschule anstehe und es sich nur um eine einjährige Überbrückung handle. Außerdem biete die Gemeinde schon jetzt vom 1. September bis zum Einschulungstag Betreuung mit eigenem Personal für Vorschulkinder im Bildungszentrum an.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig, ab den Herbstferien 2024 eine Zusatzkraft durch die Gemeinde zu stellen und gegebenenfalls das Angebot des „Mitarbeiterpools“ des Hauses Nazareths zu nutzen.

Bürgermeisterstellvertreter Wolfgang Ziemen fragte, wie Sascha Mauz mit der Kernzeit von täglich 8 bis 11.15 Uhr für die Schulsozialarbeit in der Lichtensteinschule auskomme. Individuelle Beratungen von Schülern bei schulischen, persönlichen und familiären Beziehungen nehmen aus seiner Sicht zu.

Es komme darauf an, Probleme früh zu erkennen und vorzubeugen. Wenn der Gesprächsbedarf sehr hoch sei, schaue er dabei auch nicht so genau auf die Uhr, betonte Mauz. In der Planung sind die Umgestaltung der Räume, die Nutzung des Niedrigseilgartens in Hermannsdorf und eine erweiterte Kooperation mit den Kindergärten für neue Erstklässler.