Der Haupt- und Finanzausschuss besichtigt den Gruppenraum der neuen Außenstelle des Sophie-Scholl-Kindergartens. Foto: Hans Herrmann

Was innerhalb der dreimonatigen Bauzeit mit der neuen Außenstelle des Sophie-Scholl-Kindergartens gestaltet wurde, kann sich sehen lassen und ist mit 25 neuen Plätzen eine Bereicherung der Blumberger Kinderbetreuung.

Davon hat sich der Haupt- und Finanzausschuss des Gemeinderats persönlich überzeugt.

 

Nicht nur, dass der Kostenansatz von 138 000 Euro eingehalten wurde, sondern dass die Planung der großzügigen Räume umgesetzt werden konnte, stieß bei den Ausschussmitgliedern auf ein positives Echo.

Eine Oase

Für den stellvertretenden Bürgermeister Matthias Fischer, und nicht nur aus seiner Sicht, ist hier eine Oase entstanden. „Es macht innen und außen echt Freude und ist für die angespannte Situation mit Kindergartenplätzen eine echte Bereicherung“, zeigte er sich von der schnellen Umsetzung beeindruckt. Janette Vetter und Daniela Harnest stellten die Räume vom Eingangsbereich mit Garderobe und schmuckvollen Bistro über den großzügigen Gruppenraum, den kindgerechten WC-Anlagen bis zum Verwaltungsraum vor.

Derzeit sind hier 16 Kinder vom dritten bis zum sechsten Lebensjahr untergebracht. Mit kontinuierlichem Zuwachs soll im Juli die Kapazität von 25 Kindern erreicht werden.

Beim anschließenden Besuch im Hauptgebäude des Sophie-Scholl-Kindergartens sah die Bilanz etwas anders aus. In der 1992 eröffneten Stätte sind in vier Gruppen, die ursprünglich auf maximal 56 Plätze angelegt waren, 72 Kinder untergebracht.

Mitglieder der Stadtverwaltung und des Haupt-und Finanzausschusses stehen im Außenbereich des Sophie-Scholl-Kindergartens (von links): Kerstin Metz, Daniela Harnest, Janette Vetter und Nicole Schautzgy. Foto: Hans Herrmann

Inklusive der Außenstelle ist das Personal um die Leiterin Janette Vetter sowie ihre Stellvertreterin Anna Hoog auf 18 Angestellte angewachsen. Es mangelt an Büros mit separatem Personalraum, Besprechungszimmer, zusätzlicher Personaltoilette und einigen Dingen mehr, wie bei der Führung deutlich wurde.

Akute Raumknappheit

Die akute Raumknappheit beschäftigt die Verwaltung und besonders das Kitateam sehr, das wurde bei den Ausführungen der Leiterin Janette Vetter sowie der städtischen Ansprechpartnerin Daniela Harnest mehr als deutlich.

Dass für die Schaffung von weiteren Plätzen Lösungen gefunden werden müssen, betonte Bürgermeister Markus Keller in der anschließenden Ausschusssitzung. Der Neubau eines weiteren Kindergartens ist angesichts der finanziellen Situation derzeit kein Thema. Alternative Lösungen müssen gefunden werden, war in der anschließenden Diskussion die Grundlage.

Thema im Gemeinderat

So soll es in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 27. März, um die Schaffung eines insgesamt achtgruppigen Angebots gehen. Die Fakten der Kindergartenbedarfsplanung der Stadt Blumberg für die Jahre 2024 bis 2027, auf die Daniela Harnest in der Sitzung genaustens einging, machten dies deutlich. Die Auswertung der quantitativen Bedarfsermittlung für die Gesamtgemeinde belegt, dass Blumberg den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für Drei- bis Sechsjährige in den Jahren 2025 bis 2027 rechnerisch nicht erfüllen kann. Langfristig sollte dies zumindest in der Kernstadt gelöst werden, auch, um einen zusätzlichen Bedarf durch Neuzuzüge, Entwicklung von Baugebieten, Inobhutnahme oder Zuwachs von Flüchtlingskindern abdecken zu können.

Besonders die Nachfrage auf Ganztagsplätzen sei ein stabiler Faktor, machte Daniela Harnest deutlich. Laut ihren Ausführungen ist bei den Ortsteilen durch gesunkene Geburtenraten besonders im Einzugsbereich Riedöschingen und Riedböhringen eine Entschärfung erkennbar. Lediglich der Kindergarten Epfenhofen kann aktuell nicht alle im Einzugsgebiet gemeldeten Kinder aufnehmen.

Für Kinder unter drei Jahren

Kita-Stadtzwerge  
Ein weiteres Thema ist auch der Standort der Einrichtung Kita-Stadtzwerge für Kinder unter drei Jahren, die seit dem Jahr 2014 im ehemaligen Raff-/Schleckergebäude in der Teves-/Hauptstraße beheimatet ist. Die Mietwohnungen im Obergeschoss stehen leer und sind in einem nicht vermietbaren Zustand. Auf der Suche nach einer langfristigen, gesamtstädtischen Gebäudelösung muss nach dem Masterplan eine Nutzung und Sanierung dieses Gebäudes überdacht werden.