Das Gebäude in der Marktstraße 9 steht allen Interessierten im Rahmen der Gewerbeschau am Wochenende offen. Foto: Hering

Für den Tagesordnungspunkt „Jahresberichte des Jugendreferats und Kernzeitbetreuung“ waren rund 15 Jugendliche zur jüngsten Gemeinderatssitzung in Alpirsbach gekommen.

 
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Petra Overdick-Horn vom Jugendreferat gab einen Überblick zum Gebäude Marktplatz 9 (M9). Derzeit zeigten Mädchen aus der sechsten Klasse Interesse daran, eine Mädchengruppe zu bilden. Die derzeitige Gruppe bestehe aus bis zu 16 Jugendlichen. Am Eröffnungstag, dem 23. April, steht das M9 im Rahmen der Gewerbeschau für alle Interessierten von 11 bis 17 Uhr offen. Es werden die Gewinner der Oster-Stadtrallye gezogen, Waffeln gebacken, Kinderschminken angeboten, Seifenblasen gepustet und wer möchte könne die Gelegenheit für ein Infogespräch mit den Jugendreferenten nutzen.

Mathias John vom Jugendreferat führte aus, dass weitere Gruppen eingerichtet werden sollen, Angebote für Familien soll es geben, die Erweiterung der Ausstattung sei geplant, das Sommerferienprogramm und die Ferienbetreuung stünden an, der Ausbau der Bike-Arena in Ehlenbogen und die Kinzig-Dance-Show seien vorgesehen.

Kostensteigerung von mehr als 100 Prozent

Nina Rudenko gab an, dass 28 Kinder in der Kernzeitbetreuung seien, bestehend aus vier Grundschulklassen, wobei die zweiten und dritten Klassen am stärksten vertreten seien. Immer mittwochs finde ein Lesetag mit einem Besuch in der Bücherei statt. Ein wichtiger Punkt sei das gemeinsame Vesper. Rudenko habe festgestellt, dass einige Kinder nur Süßigkeiten mitbringen. Deshalb bieten sie seit November Obst und Gemüse an. Seit September habe die Kernzeitbetreuung zudem einen Garten zur Verfügung, in dem die Kinder verschiedenes anpflanzten. Von den Eltern seien flexiblere Betreuungszeiten sowie An- und Abmeldeoptionen gewünscht. Auch werde häufig der Wunsch nach einem warmen Mittagessen für die Kinder geäußert.

Für die Schule in Peterzell stellte Heidi Schnell ihren Bericht vor. Die Gebühren seien ein Problem. In Peterzell seien es Anfang 2022 noch 29 Kinder gewesen, nach den Sommerferien nur noch zehn. Auf Nachfrage erklärten viele Eltern, dass sie sich die Kernzeitbetreuung bei einer Steigerung von mehr als 100 Prozent nicht mehr leisten könnten. Viele Kinder seien traurig, dass sie nicht mehr kommen können. Schnell befürchtet, dass – wenn sich keine Lösung findet –, keine Kinder mehr kommen. Um dem entgegenzuwirken, schlug sie vor, sei eine Staffelung der Gebühren denkbar.

Suche nach Sponsoren

Anita Frank (Frauenliste) regte an, nach Fördermitteln für solche Projekte zu schauen. Zudem könnte man an Firmen herantreten und nach privaten Sponsoren suchen. Die Kernzeitbetreuung sei für die Entwicklung der Kinder wertvoll.

Sylvia Mayer (UBL) schilderte die Situation der Eltern. Für jedes Modul das genutzt werde, müssen 33 Euro bezahlt werden. Wenn Eltern mehrere Kinder haben, fallen nicht nur die Gebühren an, sondern auch Beförderungskosten. Selbst bei einem Kind, für das ja bis zu fünf Teilnahmen möglich seien, das aber an einem Tag den Vormittag nutze und an einem anderen Tag am Nachmittag in die Kernzeitbetreuung gehe, würden zweimal 33 Euro fällig. „Das ist für Eltern nicht mehr leistbar“, sagte sie.

Gemeinderat hat Erhöhung mehrheitlich beschlossen

Clemenz Steinberger (FWV) sagte, dass anderen Kommunen deutlich höhere Gebühren erheben. „Die Preissteigerung ist nicht schön, aber wir sind immer noch sehr günstig“, stellte er fest.

Bürgermeister Michael Pfaff stellte klar, dass der Gemeinderat mehrheitlich die Erhöhung auf 33 Euro beschlossen hatte. „Wir werden uns mit dieser Thematik nochmals befassen.“