Fünf Kinder der Gemeinschaftsschule zeigten beim Ruster Frühlingsempfang auf der Bühne ihre verschiedenen Talente. Foto: Göpfert

Ob am Keyboard, am Fußball oder beim Breakdance: Ruster Schüler haben beim Frühlingsempfang in der Rheingießenhalle gezeigt, was sie können. Bürgermeister Kai-Achim Klare konnte bei diesen Talenten nicht mithalten, bewies bei der zweistündigen Veranstaltung jedoch Qualitäten als Showmaster.

„Menschenskinder“ lautete das Motto, unter dem die Gemeinde Rust erstmals zum Frühlingsempfang statt zum Neujahrsempfang geladen hatte. Entsprechend standen die Kinder im Mittelpunkt. Die rund 150 Gäste führte Bürgermeister Kai-Achim Klare als Moderator durch den Abend. Mit Begleitung der Musikkapelle Rust legte er einen schwungvollen Auftritt hin.

Viel getestet und geimpft: Erstes großes Thema des Abends war ein Rückblick auf die Corona-Zeit. Gemeinsam mit Gemeinde-Mitarbeiter Alexander Schindler ließ Klare die Herausforderungen des interkommunalen Testzentrum Revue passieren. „71 Helfer waren im Einsatz. Wir haben 58 000 Testungen vorgenommen“, erinnerte sich Schindler. Das sei nur als großes Bündnis möglich gewesen. In Rust wurde aber nicht nur getestet, sondern auch geimpft. Bei einer Impfaktion konnten in sechs Tagen 1133 Dosen verabreicht werden, so Schindler. „Das war wirklich eine tolle Leistung des gesamten Teams“.

Hilfsbereitschaft nach Ukraine-Krieg: Hauptamtsleiterin Petra Engelmann blickte auf eine weitere Krise der vergangenen Jahre zurück: den Beginn des Ukraine-Kriegs und die Aufnahme von Flüchtlingen. „Wir haben einen Anruf aus München bekommen und sollten 38 Kinder aufnehmen“, sagte Engelmann. Gemeinsam mit der Gemeinde Ringsheim und dem Europa-Park konnte man dies bewerkstelligen. Nicht nur die Aufnahme-, auch die Spendenbereitschaft sei hoch gewesen. Schließlich habe man die Container-Anlage errichten können mit Platz für 120 Menschen, die heute fast komplett ausgelastet sei.

Dirigent Andreas Vetter und die Musikkapelle Rust umrahmten den Frühlingsempfang musikalisch. Foto: Göpfert

Neue Räume für Kita und Schule: Für die Kindergartenkinder war die Corona-Zeit nicht leicht, bestätigte Kita-Leiterin Justine Sen. Doch es gebe auch etwas Positives mitzunehmen: „Die Digitalisierung hat Aufwind bekommen“, sagte Sen. Sie freute sich darüber, dass Konferenzen inzwischen per Videoschalte möglich sind. Die Leiterin gab einen Einblick in den Betrieb während Corona: So waren Abstand halten und Maske tragen nicht immer möglich, da Kinder „den Kontakt brauchen und die Mimik ein wichtiger Teil der Kommunikation ist“. Entsprechend war es umso wichtiger, sich regelmäßig zu testen. Nun freue sich Sen auf die neuen Räumlichkeiten für ihre „Rheinpiraten“, die derzeit entstehen. „Die Zeit ist reif für den Umzug“, sagte sie.

Schulleiter Christian Moser betonte, dass man nun nach Corona „merkt, was gefehlt hat“. Er stellte das Konzept der Gemeinschaftsschule vor, bei der erst in der achten Klasse entschieden wird, welchen Schulzweig die Kinder einschlagen. Die Mischung der Niveaus sorge dafür, dass die Schüler als Team erfolgreich zusammenarbeiten. Auch die Schule freut sich auf ihre neuen Räumlichkeiten und ihre neue Mensa – mit 15 Millionen Euro eins der größten Projekte der Gemeinde.

Klare tritt gegen Kinder an: Höhepunkt des Abends war eine Variation der ARD-Show „Klein gegen Groß“. Moderiert von Konrektorin Britta Schubert zeigten fünf Kinder verschiedene Talente und Bürgermeister Klare musste versuchen, mitzuhalten. Den Auftakt machte Hannah, die für ein Stück klassischer Musik am Keyboard viel Applaus erntete. Klare versuchte, mit „Alle meine Entchen“ zu kontern. Das sorgte für einige Heiterkeit beim Publikum.

„Alle meine Entchen“: Bürgermeister Kai-Achim-Klares Fähigkeiten am Keyboard sind noch ausbaufähig. Foto: Göpfert

Tom aus der D-Jugend des SV Rust legte beim Ball hochhalten mit 20 Kontakten vor. Klare gelangen nur vier – und die erste Reihe ging aus Angst vor Querschlägern in Deckung. Den Kürzeren zog Klare auch gegen Bastian beim Witze erzählen. Bastians Schulwitz-Klassiker erntete Gelächter und Applaus, Klares Flachwitz nur müde Mitleidslacher.

Immerhin: Beim Eierlaufen gegen Markus gab es ein Unentschieden. Beide kamen zeitgleich wieder auf der Bühne an. Ob Klare jedoch auch beim Zehn-Kilometer-Lauf, den Markus am Wochenende bestreiten wird, mithalten könnte, steht auf einem anderen Blatt. Zuletzt legte Lionel, der in diesem Jahr zur deutschen Hip-Hop-Meisterschaft fährt, einen rasanten Breakdance-Auftritt hin. Klare schnappte sich „Joker“ Christian Moser und versuchte sich unter Begleitung der Musikkapelle an einer Sirtaki-Einlage. Das gelang auch halbwegs, es gab sogar „Zugabe“-Rufe. Trotzdem musste sich Klare in der Applaus-Abstimmung des Publikums geschlagen geben und nahm die Niederlage humorvoll hin.

SV Rust wird 100 Jahre: Einen Ausblick auf den Rest des Jahres gaben die beiden Ruster Vereine, bei denen ein Jubiläum ansteht: Der SV Rust und die Feuerwehr: „Wir werden versuchen, ein höherklassiges Fußballspiel nach Rust zu holen“, kündigte SV-Vorsitzender Ralf Arndt an. Das Festwochenende zum 100-jährigen Bestehen ist um den 15. Juli geplant.

Feuerwehr feiert 150-Jähriges: 50 Jahre mehr „auf dem Buckel“ als der SV hat die Feuerwehr. Sie feiert ihr 150-jähriges Bestehen sowie 30 Jahre Jugendfeuerwehr. Kommandant Florian Bachmann erklärte, dass es am 7. Mai im Rahmen von „Rust bewegt“ ein Festbankett geben wird sowie ein Festwochenende vom 1. bis 3. Juli.

Die Jugend begeistern: Beide Vereine stellten auch ihre Jugendarbeit vor und schilderten, dass es nur mit „Begeisterung und Spaß“, so Arndt, gelinge, den Nachwuchs in die Vereine zu holen. Was Kinder können, zeigte schließlich eine Delegation der Jugendfeuerwehr. In einer beeindruckender Zeit von drei Minuten und 24 Sekunden baute diese einen Löschangriff auf.

Ehrung für Lebensretter

Einen emotionalen Moment gab es am Ende des Frühlingsempfangs. Mitglieder des Fanfarenzugs Rust schilderten, wie im Januar der zwölfjährige Melvin bei einer Probe umgekippt war und scheinbar ohne Lebenszeichen am Boden lag. Die Mitglieder leisteten sofort erste Hilfe mit Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung, bis der Rettungsdienst eintraf. Dadurch retteten sie ihm vermutlich das Leben. Am Donnerstagabend stand Melvin mit seinen Eltern und den Helfern auf der Bühne. „Ihr habt das unglaublich toll gemacht. Man sieht, wie ein Verein zusammenhält“, lobte Klare die Ersthelfer und verlieh ihnen eine Ehrung für besondere Leistungen.