Ein imposantes Spektakel: Fast hätte in Hammereisenbach in diesem Jahr kein Kilwi-Feuer gebrannt – denn dessen Organisation durch die Vereine stand auf der Kippe. Foto: Ketterer

Fast hätte es in Hammereisenbach in diesem Jahr kein traditionelles Kilwi-Feuer gegeben. Gründe hierfür sind, wie häufig heutzutage, die mangelnde Bereitschaft Ehrenamtlicher und Nachwuchssorgen in den Vereinen.

Vöhrenbach-Hammereisenbach - Seit sehr langer Zeit gehört es zum Brauchtum im oberen Bregtal – und auch in Hammereisenbach: Das große Kilwi-Feuer, das immer im Herbst entzündet wird und um welches der ganze Ort zu einem Fest zusammenkommt. In diesem Jahr wäre ihm nun beinahe das Licht ausgegangen.

Der Musikverein und die Bläserjugend, die das Fest in den vergangenen Jahren ausgerichtet haben, haben die Veranstaltung in diesem Jahr abgesagt. Doch nun hilft die Narrenzunft aus – unter ihrer Führung soll das Feuer am 15. Oktober entzündet werden.

Es braucht starke Männer

"Das Kilwi-Feuer hat eine lange Tradition", sagt Christopher Preisinger, der Vorsitzende der Narrenzunft. Für ihn steht fest, dass diese fortgesetzt werden soll. Doch warum ist das der Narrenzunft möglich und den örtlichen Musikern nicht? "Die haben im Prinzip die Leute nicht mehr", erklärt Preisinger. Denn die Arbeit im Vorfeld sei nicht zu unterschätzen. So müsse das Reisig in den Tagen und Wochen vor dem Fest bereitgestellt werden – und dafür bräuchte es Kraft. "Man braucht für den Aufbau einfach mehr Männer", erläutert er. Dem Musikverein mangele es daran – und gerade an den Samstagen seien einige der Mitglieder auch durch Fußballspiele im Sportverein ausgelastet.

So war das Kilwi-Feuer in Hammereisenbach "kurz vor dem Aussterben", wie Preisinger erklärt. Und dabei wollte die Narrenzunft nicht untätig zusehen. Gespannt sind die Narren darauf, wie ihnen die neue Aufgabe gelingt. "Wir lassen uns in diesem Jahr jetzt einfach einmal überraschen, wie es bei uns läuft", meint ihr Vorsitzender. Einen närrischen Touch soll die Veranstaltung dadurch nicht bekommen, bekräftigt er schmunzelnd.

Corona schadet Vereinen

Dass es den Vereinen gerade weniger gut gehe, dafür macht Preisinger auch die Corona-Zeit verantwortlich. "Dadurch, dass man sich kaum sehen konnte, hat das dem Vereinsleben natürlich gar nicht gut getan", erklärt er. "Manche haben vielleicht auch gemerkt, dass sie das Vereinsleben gar nicht wirklich brauchen – daher haben die Vereine zu kämpfen."

Mitgliedermäßig sehe es zumindest bei der Narrenzunft derzeit aber gar nicht schlecht aus. 36 Mitglieder seien es an der Zahl, und in den vergangenen beiden Jahren hätte man sogar noch weitere gewinnen können, freut sich Preisinger.

Präsenz zeigen

Umso wichtiger ist es für Preisinger, auch Präsenz zu zeigen. "Es ist schön, der Bevölkerung zu zeigen, dass der Verein tätig ist – und man auch etwas für die Bevölkerung machen will." Denn als Narrenverein hätte man schließlich sonst nur zur Fasnet Gelegenheit dazu. "Das sehen wir daher als Chance, uns auch unter dem Jahr zu präsentieren." Und vielleicht, meint Preisinger, bekommen dann auch noch mehr Leute Lust darauf, im Verein mitzumischen.

Info: der Ablauf

An den kommenden Samstagen, 1., 8., und 15. Oktober, kann die Bevölkerung Holz und Reisig zu dem ausgewiesenen Platz beim Sportplatz anfahren. Für Rückfragen kann man sich an den Vorsitzenden wenden, Telefon 0172/75 21 50 8.

Die Burgzunft wird die Gäste am Kilwiabend mit verschiedenen Speisen und Getränken bewirten.