Schiefe Schilder, dafür aber Zollerblick – auf den nagelneuen Straßen am Killberg IV gibt es Probleme mit Fahrzeugen. Die Stadt hat bereits Absperrbaken aufgestellt. Foto: Klaus Stopper

Bis am Killberg IV die ersten Bewohner einziehen, dauert es noch etwas. Müll-Chaoten und Autoposer aber sind schon da. Bürgermeister Philipp Hahn verspricht Abhilfe.

Für all jene, die Spaß daran haben, nachts in dicken Autos unterwegs zu sein, sich dabei irgendwo mit Kumpels zu treffen und die PS unter der Haube mal brummen zu lassen, ist der Killberg IV aktuell ein Paradies. Wunderbar frisch geteerte Straßen, kein geparktes Auto, alles von Straßenlampen schön beleuchtet, dazu schöne Sitzbänke mit grandiosem Ausblick, garniert von Brunnen, Bäumchen und Blumenbeete, in denen es sprießt. Autoposer-Herz, was willst du mehr.

 

Allerdings: An einer Stelle fällt ein schon halb umgefahrenes Straßenschild ins Auge, ein Stromkasten wurde besprüht, die Quartierplätze sind mittlerweile mit weiß-roten Baken abgesperrt. Klare Zeichen, dass hier langsam Ärger aufkeimt. „Abends geht es hier zu, das glaubt man gar nicht“, erzählt eine Frau, die hier ihren Hund spazieren führt. Quietschende Reifen, lautes Motorengeheul – „die rasen da rum wie die Bekloppten“ sagt sie kopfschüttelnd. Außerdem finde sich an den Morgen danach überall Müll herumliegen.

Rumfahren im Baugebiet ist nicht verboten

Das Problem: Bisher ist das Rumfahren dort noch nicht mal verboten. Die Straßen sind für den Verkehr freigegeben. Eigentlich darf da jeder rumkurven. Und dass es dann auch mal zu Sachbeschädigungen an der schon komplett aufgebauten Infrastruktur von Bushäuschen, Stromzapfsäulen und Brunnen kommt, ist laut Erfahrung durchaus anzunehmen.

Bürgermeister Hahn will „entschieden dagegen vorgehen“

Allerdings soll sich das alles bald ändern, kündigt die Stadt nun an. „Das Problem ist erkannt, wir werden entschieden dagegen vorgehen“, lässt Bürgermeister Philipp Hahn auf Nachfrage unserer Redaktion über seinen Pressesprecher Thomas Jauch ausrichten. Bei der Stadt seien schon viele Beschwerden eingegangen, berichtet Thomas Jauch weiter.

Stadt prüft vorübergehende Verkehrssperrung

Und erste Maßnahmen habe man auch ergriffen: So wurden die besagten Absperrbaken auf den kleinen Plätzen angebracht, damit wenigstens da niemand rumkurvt. Der überdachte Quartiers-Fahrradständer, der bei Regen wohl ein beliebter Treffpunkt war, ist mit Baustellengitter verrammelt. Zudem schaut nun der private Sicherheitsdienst regelmäßig vorbei, der im Auftrag der Stadt das Ordnungsamt unterstützt. Auch die Polizei wurde gebeten, dass der Killberg IV immer wieder von Streifen auf ihren Touren kontrolliert wird.

Fragt sich nur, ob die Polizei aktuell viel ausrichten könnte. Autos auf Sicherheitsmängel überprüfen oder bei Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung aktiv werden – klar, das geht. Aber wenn beim Herannahen der Ordnungshüter der Motor kurz mal zwei Stufen runtergeregelt wird, dann ließe sich den überwiegend meist jungen Männern, die sich da mit ihren Autos aufhalten, kaum ein Vergehen nachweisen.

Möglichkeit eines Befahrungsverbots wird aktuell geprüft

Deshalb prüft die Stadt nun, ob rechtlich ein vorübergehendes Befahrungsverbot der neuen Straßen möglich ist – mit Ausnahmen für die Baustellenfahrzeuge, die da natürlich durchmüssen, versteht sich. „Wir prüfen das, und werden gegebenenfalls sehr zeitnah reagieren“, so Jauch.

Wie es mit diesem Verbot dann weitergeht, wenn erste Bewohner am Killberg IV eingezogen sind, das dürfte dann das nächste Problemchen werden.